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Schalke belegt nun mit 19 Punkten den zehnten Platz der Tabelle © getty

Schalke siegt in Mainz und klettert weiter. Felix Magath redet sich wegen Matchwinner Neuer in Rage und straft Jurado ab.

Von Christian Stüwe

München - Felix Magath freute sich zunächst still, als seine Schalker Mannschaft den wichtigen 1:0-Sieg in Mainz unter Dach und Fach gebracht hatte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Trainer gab seinem Assistenten Bernd Hollerbach die Hand und ging strammen Schrittes erst einmal in die Kabine 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

"Es war ein völlig verdienter Sieg. Wir waren engagiert von der ersten Minute an und haben das Heft in die Hand genommen", sagte der zufriedene Magath wenige Minuten später bei LIGA total!: "Dass es am Ende noch mal hektisch wird, ist normal."

Magath reagiert verärgert

Temperamentvoller wurde der 57-Jährige aber, als es um Manuel Neuer und die immer wieder aufkommenden Wechselgerüchte um den Torwart ging.

"Man muss die Dinge versachlichen", redete sich Magath in Rage: "Manuel Neuer hat sich bei Schalke bestens entwickelt. Dieses Gerede, dass die alle ins Ausland müssen, habe ich vor der WM nicht gehört."

Die Bundesliga und insbesondere Schalke sei bestens für die weitere Entwicklung des 24-Jährigen geeignet, erklärte Magath.

"So etwas gibt es wahrscheinlich kein zweites Mal", führte der Trainer bei "Sky" aus: "Ein Weltklasse-Torhüter, der im eigenen Verein groß geworden ist, in der Fankurve gestanden hat und nun für die eigenen Fans die Kohlen aus dem Feuer holt."

"Musste lange stehen bleiben"

Und genau das hatte Neuer getan.

Mehr als eine Stunde hatte Schalke die Partie in Mainz kontrolliert, doch als die 05er in der Schlussphase aufkamen und Schiedsrichter Felix Brych nach einem vermeintlichen Foul von Neuer an Adam Szalai auf den Punkt zeigte, war es einmal mehr Neuer, der die drei Zähler rettete.

Der Schalker-Kapitän parierte gegen Andre Schürrle.

"Er hat zuletzt immer lange gewartet, da musste ich auch lange stehen bleiben", erklärte Neuer nach Abpfiff, wie er den Schuss seines Nationalmannschaftskollegen entschärft hatte.

Neuer blickt schon nach vorn

Die Spekulationen um seine Person scheinen den begehrten Torhüter eher zu beflügeln als zu irritieren.

"Ich muss mich auf mein Spiel konzentrieren, ich lese nicht viele Zeitungen im Moment", erklärte Neuer: "Wir wollen jetzt auch das Spiel gegen Köln gewinnen, das hat Priorität."

Die Aufholjagd der Königsblauen kommt auf Touren, mit 19 Zählern ist die Mannschaft bereits auf Platz zehn angekommen.

Höchststrafe für Jurado

Und auch der zwischenzeitlich stark angezählt wirkende Magath scheint wieder auf dem Weg zu alter Souveränität.

Bereits nach 38 Minuten wechselte er Jose Manuel Jurado aus, mit verdutzter Miene stapfte der Spanier vom Platz.

Dieser sei ein wenig müde gewesen, erklärte Magath, der für diese Strafmaßnahme bekannt ist, später lapidar.

LIGA total!-Experte und Schalke-Idol Marc Wilmots hatte bereits in der Halbzeit vermutet, dass Magath Jurado dafür bestrafen wollte, dass dieser die taktischen Vorgaben nicht erfüllt habe.

Trainer und Mannschaft scheinen auf dem Weg zur Bestform - da fiel es bei Schalke auch nicht weiter ins Gewicht, dass Klaas-Jan Huntelaar mit einem Elfmeter am Pfosten scheiterte.

"Hau die Gurke drauf"

Anders war die Situation bei den Mainzern, die dem vergebenen Strafstoß durch Schürrle nachtrauerten.

Der Mainzer Präsident Harald Strutz sprach von "einer Menge Frustration".

Er ärgerte sich vor allem darüber, "dass Andre den Elfmeter nicht mit der richtigen Wucht geschossen hat. Da muss er einfach sagen, ich hau die Gurke drauf, und entweder er ist drin oder nicht."

Fuchs und Allagui selbstkritisch

Christian Fuchs wollte den vergebenen Elfmeter aber nicht als Knackpunkt ausmachen.

"Schalke ist gut gestanden", ärgerte sich der Österreicher: "Es war schwer nach vorne zu kommen. Wir haben die Bälle leicht verloren, Schalke hat uns den Schneid abgekauft."

Auch Sami Allagui räumte ein, dass "Schalke besser gekämpft hat. Das war ein bisschen wenig von uns".

Strutz wollte jedoch "nicht jammern".

"Wir müssen realistisch bleiben und dürfen uns nicht vom Weg abbringen lassen. Die Mannschaft hat die Qualität, in den oberen Regionen mitzuspielen, aber dafür müssen wir hart arbeiten", sagte der Präsident.

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