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Bastian Schweinsteiger auf der Münchner Theresienwiese mit Freundin Sarah Brandner © getty

Das Herz, die Liebe oder das Geld? Die Gründe für Bastian Schweinsteigers Vertragsverlängerung bis 2016 bei Bayern München.

Von Maik Rosner

München - "Für Euch", rief Bastian Schweinsteiger am Samstag den Fans zu, als er sich das Stadionmikrofon kurz nach dem 3:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli im letzten Heimspiel der Bayern vor der Winterpause geschnappt hatte.

Doch das waren wohl vor allem rührende Worte, bewusst gewählt. Genauso wie sein Bekenntnis: "Mein Herz schlägt rot."

(TV-Hinweis: Bastian Schweinsteiger am Dienstag ab 22 Uhr exklusiv im Audi Star Talk auf SPORT1)

Präsident Uli Hoeneß wollte sich aber keinen Illusionen hingeben.

Viele harte Euros statt inniger Verbundenheit zum deutschen Rekordmeister hätten den entscheidenden Ausschlag für Schweinsteigers vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2016 gegeben.

Hoeneß skeptisch

"Man muss sich von dem Glauben verabschieden, dass ein Spieler dieser Klasse sagt, ich liebe den Verein und mache erhebliche Einbußen", sagte Hoeneß, ganz Kaufmann.

"Da muss man schon richtig Geld hinlegen, und das ist gemacht worden."

Geschätzt neun Millionen brutto

Zunächst war über ein Jahresgehalt von rund zehn Millionen Euro spekuliert worden. Später hieß es dann: geschätzt rund neun Millionen brutto.

Doch ganz gleich, ob das Vertragspaket für Schweinsteiger insgesamt 45 oder 50 Millionen Euro schwer ist: Der 26-Jährige zählt nun zu den absoluten Topverdienern bei den Münchnern.

Knapp hinter Franck Ribery und vor Philipp Lahm, die sich beide zuletzt ebenfalls langfristig an die Bayern gebunden haben.

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge stellte im Gegensatz zu Hoeneß dennoch die Verbundenheit Schweinsteigers als wichtigen Faktor heraus.

[kaltura id="0_ybay3jb7" class="full_size" title="Van Gaal ber seine Zukunft"]

Rummenigge: Nicht nur Geld entscheidend

"Die Finanzen spielen natürlich eine Rolle", räumte Rummenigge ein.

Aber: "Hätte er sich exklusiv nach Geld entschieden, wäre er nicht geblieben. Er hätte woanders mehr verdient."

Seiner Ansicht nach vor allem bei Inter Mailand, das zu den Interessenten zählte und 30 Millionen Euro Ablöse in Aussicht stellte. Oder bei Real Madrid.

Real Madrid angeblich nie interessiert

Doch der spanische Rekordmeister wollte Schweinsteiger angeblich gar nicht, obwohl Trainer Jose Mourinho mehrfach öffentlich um Schweinsteiger geworben hatte.

Reals Geschäftsführer Jorge Valdano sagte der "Bild": "Wir waren nie an Schweinsteiger interessiert, haben nie ein Angebot für ihn abgegeben."

Gespräche mit einem anderen Verein habe er tatsächlich nicht geführt, versicherte Schweinsteiger.

Zugleich behauptete er allerdings, anderswo wäre nicht mehr zu verdienen gewesen.

Dank an Freundin Sarah

Vielleicht aber kam das Ausland auch nicht in Frage, weil seine Freundin Sarah Brandner ein Veto gegen einen Wechsel einlegte.

Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick jedenfalls dankte dem 22 Jahre alten Model ausdrücklich: "Sie hat eine sehr wichtige Rolle bei dieser Vertragsverlängerung gespielt."

Trainer Louis van Gaal strich Brandner nach der Pressekonferenz gar durchs Haar.

Und Schweinsteiger sagte danach, er habe auch für den Trainer verlängert.

Ziel Champions-League-Sieg

Der Niederländer sei gerade wegen seiner zuweilen unbequemen Art ein Top-Coach. Und mit ihm wolle er die Champions League gewinnen.

"Er hat zwar Ecken und Kanten, aber gerade das zeichnet die großen Trainer aus", sagte Schweinsteiger.

Vielleicht passte es also doch recht gut, dass Schweinsteiger ins Stadionmikrofon rief: "Für Euch!"

Für Sarah, Louis und die harten Euros - und natürlich auch ein bisschen für den Verein und seine Fans.

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