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Michael Frontzeck absolvierte als Profi 238 Spiele für die Borussia © getty

Die Luft für den Gladbacher Trainer wird immer dünner. Es ist noch nicht einmal sicher, ob er beim Krisenduell gegen den HSV auf der Bank sitzt.

Von Martin Volkmar

München/Mönchengladbach - Für Michael Frontzeck wird die Luft in Mönchengladbach immer dünner.

Eine Niederlage am Freitag im letzten Hinrunden-Spiel gegen den Hamburger SV dürfte fast sicher das Aus für den Coach des Tabellenletzten bedeuten. (DATENCENTER: Bundesliga)

Mittlerweile gilt es aber nicht mal mehr als unmöglich, dass die Borussen schon vorher die Reißleine ziehen.

Bei Krisensitzung nicht dabei

Ein deutlicher Hinweis war jedenfalls, dass die Verantwortlichen Frontzeck nicht bei den mehrstündigen Krisensitzungen aller Gremien bis in den späten Montag dabei haben wollten.

Dafür allerdings wurde sein Co-Trainer Frank Geideck später hinzugerufen. Vielleicht, um ihn auf einen Aushilfsjob gegen den HSV vorzubereiten, um in der Rückrunde mit neuem Chefcoach die Aufholjagd zu starten.

"Wir machen so weiter. Erst mal"

"Wir machen so weiter. Erst mal", sagte Vize-Präsident Siegfried Söllner nach der Sitzung. Offenbar bekommt Frontzeck noch ein Endspiel auf Bewährung.

Der andere Vize-Präsident Rainer Bonhof forderte jedenfalls ultimativ: "Das Spiel gegen den HSV ist für uns ganz wichtig. Wir brauchen Punkte, sonst wird es schwer, in der Rückrunde das Loch zu Platz 15 wieder zu schließen."

Frontzeck ist ohnehin bewusst, dass sein Stuhl nach dem Absturz ans Tabellenende bedenklich wackelt.

"Ich weiß, welche Mechanismen normal sind in der 1. Liga", sagte der gebürtige Mönchengladbacher.

"Aber es geht nicht um meine Person, sondern um den Klub. Es geht darum, drei Punkte in Gladbach zu behalten. Über Endspiele sollen andere entscheiden."

Und weiter: "Für mich ist das Spiel gegen Hamburg ein sehr wichtiges, weil wir den Anschluss schaffen wollen. Der HSV steht auch unter Druck, das wird schwer genug."

Lazarett wird immer größer

Zumal die Vorzeichen für das Krisen-Duell äußerst schlecht sind. Denn zu den zahlreichen Ausfällen kommen auch noch die bei der 0:3-Pleite in Freiburg verletzten Mohamadou Idrissou und Roel Brouwers hinzu. 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag)

Der Abwehrspieler erlitt eine Gehirnerschütterung sowie einen Außenbandriss im Fußgelenk. Stürmer Idrissou humpelt aufgrund einer Beckenprellung derzeit an Krücken.

Bonhof kündigte bereits Transfers in der Winterpause an. "Wir kennen die Gründe, warum wir da unten stehen, und wir müssen dafür sorgen, dass wir uns für die Rückrunde neu aufstellen", sagte der ehemalige Nationalspieler.

"In 30 Jahren als Profi noch nicht erlebt"

Auch Frontzeck ist frustriert. "Die personelle Lage bei uns ist nicht normal. In 30 Jahren Profi-Fußball habe ich so etwas nicht erlebt", meinte der Trainer auf Bewährung.

"Es ist eine Halbserie, in der alles Negative zusammenkommt. Deshalb ist es auch nicht ganz verwunderlich, dass wir jetzt da stehen, wo wir stehen."

Dass auch noch Kapitän Tobias Levels gelbgesperrt fehlen wird, konnte Frontzeck nur noch mit Sarkasmus kommentieren.

Auf die Frage nach der Alternative meinte er mit Blick auf die harte Kritik früherer Gladbacher Idole nur: "Wahrscheinlich Berti Vogts."

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