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Ze Roberto spielte in der Bundesliga schon für Leverkusen und den FC Bayern © imago

Nach dem Rückzug von Aufsichtsrats-Chef Becker stärkt Trainer Veh HSV-Boss Hoffmann den Rücken und setzt einige Spieler unter Druck.

Von Maik Rosner

München - Die Aufsichtsratssitzung beim Hamburger SV am Montagabend brachte ein überraschendes Ergebnis, obwohl es offenbar schon lange geplant war.

Horst Becker, der Vorsitzende des Gremiums, kündigte seinen Rücktritt an. Der 70-Jährige will nach der Mitgliederversammlung am 9. Januar nur noch als normales Mitglied des Aufsichtsrats zur Verfügung stehen.

Dann geht es auch um die Zukunft des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann, der zunehmend in die Kritik geraten ist.

Veh verteidigt Hoffmann

Trainer Armin Veh verteidigte seinen Chef allerdings vehement. "Verantwortlich sind doch wir auf dem Platz", sagte der 49-Jährige: "Dafür, welche Leistungen dort geboten werden, ist kein Präsident der Welt verantwortlich."

Fürsprecher kann Hoffmann derzeit gut gebrauchen, und zu denen zählt trotz seiner zuletzt wachsenden Skepsis auch Becker.

Neben dem Vorsitz des Aufsichtsrats werden im Januar auch vier der zwölf Sitze des Gremiums neu vergeben.

Der Rat entscheidet dann, ob Hoffmann über sein Vertragsende am 31. Dezember 2011 Klubboss bleiben soll.

[kaltura id="0_cpc2yp2z" class="full_size" title="Veh stellt sich"]

Trainer kündigt Veränderungen an

Zunächst aber geht es für den kriselnden HSV darum, die Hinrunde der Bundesliga am Freitag bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach mit einem Erfolgserlebnis zu beenden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Um dieses Ziel zu erreichen, schreckt Veh auch nicht vor großen Namen zurück. "In Gladbach spielen nur die Fittesten", kündigte der Coach an.

Wahrscheinlich heißt das: Der erkältete Mittelfeldspieler Ze Roberto wird wohl nicht im Borussia-Park auflaufen, auch Stürmer Ruud van Nistelrooy oder David Jarolim könnten von Vehs Fitness-Vorgabe betroffen sein.

Chance für die Jüngeren

Dafür dürfen einige junge Spieler wie Heung Min Son, Tomas Rincon, Robert Tesche und Maxim Choupo-Moting auf einen Einsatz hoffen.

Denn Veh stellte klar: "Meine Spieler müssen 90 Minuten marschieren können. Auch wenn sie vielleicht noch nicht die Klasse haben, weil sie jünger sind."

Letzter Auftritt des Brasilianers?

Nicht ganz auszuschließen, dass das jüngste 2:4 gegen Bayer Leverkusen 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag) sogar der letzte Einsatz Ze Robertos im HSV-Dress war.

Manager Bastian Reinhardt kündigte jedenfalls ein Gespräch mit dem 36-Jährigen an, in dem es um seine Zukunft gehen soll.

Der Sportchef will laut "Hamburger Morgenpost" ausloten, "ob er noch in der Lage ist, alles für den HSV zu geben".

Veh sagte dazu: "Es ist ganz legitim, dass man mit Spielern, die etwas älter sind, darüber spricht." Und: "Kann ja auch sein, dass der Spieler sagt, dass er lieber etwas anderes machen möchte."

Volles Vertrauen in Rost

Uneingeschränktes Vertrauen genießt dagegen trotz seiner nebulösen Kritik ("Zauberlehrling") der 37 Jahre alte Torwart Rost.

"Frank ist und bleibt meine Nummer eins", sagte Veh.

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