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In der Kritik: Bastian Reinhardt stieg beim HSV vom Praktikanten zum Sportchef auf © imago

Vorm Krisenduell bei Borussia Mönchengladbach kracht es beim HSV überall. Nun geht der Aufsichtsrat auf Sportchef Reinhardt los.

Von Maik Rosner

München - In der Mannschaft stimmen Leistung und Zusammenhalt nicht, zuletzt gab es für den Hamburger Sport-Verein fünf Niederlagen in sieben Spielen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Kritik am Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann nahm immer mehr zu.

Dann kündigte Trainer Armin Veh an, am Freitag im Krisenduell bei Borussia Mönchengladbach (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) keine Rücksicht mehr auf große Namen zu nehmen.

Nun geht beim "Hamburger Streit-Verein" das Aufsichtsratsmitglied Peter Becker auf Sportchef Bastian Reinhardt los.

"Kompetenz statt Berufsstarter"

"Bei der Suche nach einem Sportchef wurden entscheidende Fehler gemacht, und auch die Entscheidung war ein Fehler. In den Vorstand gehört Kompetenz in exzellenter Form und kein Berufsstarter", sagte Becker.

Harte Worte, die auch durch seinen Nachsatz kaum gemildert wurden: "Bastian Reinhardt ist ein intelligenter, junger Mann. Er wurde aber zu früh eingesetzt."

Anhaltende Personalprobleme

Weitere Unruhe also beim Hamburger SV, die Trainer Veh vor dem letzten Spiel der Bundesliga-Hinrunde und nach dem jüngsten 2:4 gegen Bayer Leverkusen überhaupt nicht gebrauchen kann 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

Denn auch mannschaftsintern gibt es bereits genug Sorgen.

Wegen anhaltender Personalprobleme hat sich der Coach nun zum wiederholten Mal für eine Verstärkung des Teams in der Winterpause ausgesprochen.

Veh fordert Verstärkung

"Aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall notwendig, noch einen Innenverteidiger zu holen. Es wäre fahrlässig, wenn man es nicht täte", sagte Veh am Mittwoch.

Wegen der sportlich und personell angespannten Lage erteilte er den Spekulationen um einen Wechsel von Eljero Elia in der Winterpause zum VfL Wolfsburg schnell eine Absage.

Ze Roberto fällt aus

"Das ist überhaupt kein Thema für uns. Wir können keinen weiteren Spieler abgeben", sagte Veh. Neben den Langzeitausfällen muss Veh gegen die ebenfalls von Verletzungssorgen geplagte Borussia auch auf Ze Roberto (Grippe) und Collin Benjamin (Knieprellung) verzichten.

Ob Guy Demel (Grippe) und Dennis Aogo (Beschwerden an der Hüfte) spielen können, ist offen.

20-Jähriger vor Debüt

Da auch Marcell Jansen nach überstandenem Zehenbruch noch nicht wieder hundertprozentig fit ist, könnte auf der linken Abwehrseite das Talent Gerrit Pressel sein Profi-Debüt geben.

Veh deutete an, dass er einen Einsatz des 20-Jährigen erwägt.

"Wir haben Qualität"

Trotz der anhaltenden Dissonanzen im Verein, der Bilanz von nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Spielen und der Personalnot, übte sich Veh aber in Optimismus.

"Natürlich ist es nicht schön, wenn immer wieder Leute wegbrechen. Aber wir lassen uns von den Ausfällen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Wir haben weiterhin die Qualität, um das Spiel zu gewinnen", sagte er.

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