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Van Gaal wechselte 2009 vom AZ Alkmaar zum FC Bayern München © imago

Bayern-Trainer Louis van Gaal äußert sich nicht zu den Spekulationen um Kapitän Mark van Bommel - aus gutem Grund.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - Die alte Aufgabenverteilung beim FC Bayern ist wiederhergestellt: Die Münchner Bosse sichten die Spieler, kaufen und verkaufen, der Trainer soll das vorhandene Material veredeln.

Denn Louis van Gaal mischt sich nicht mehr in die Transferbelange ein - zumindest nicht öffentlich.

Selbst für seinen wichtigsten Mitarbeiter auf dem Feld, Kapitän Mark van Bommel, wirft er sich nicht öffentlich in die Bresche.

"Das müssen Sie den Vorstand oder Christian Nerlinger fragen", sagte van Gaal auf SPORT1-Nachfrage zur Zukunft des Abräumers vor der FCB-Abwehr.

"Alles, was ich sage, ist ein Wort zuviel"

Schon zur Winterpause wollen die Wolfsburger am liebsten Bayern den "Aggressivleader" entreißen (301503DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Ein leidenschaftliches Plädoyer vom Bayern-Trainer für seinen Kapitän gibt es dennoch nicht.

"Alles, was ich sage, ist ein Wort zuviel", lässt er wissen und begründet das mit der Befürchtung: "Der Vorstand und ich werden auseinandergespielt."

Seit van Gaal laut überlegt hat, Bastian Schweinsteiger notfalls ziehen zu lassen, falls der den Vertrag nicht verlängert (was aber inzwischen geschehen ist), schweigt er zu diesen Themen. Zu heftig fiel die Reaktion der Chefriege aus.

Machtverschiebung beim FCB

"Der Trainer ist für das Training, die Taktik und die Aufstellung verantwortlich. Punkt", grenzte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge klar ab.

Eine kleine Machtverschiebung kann seitdem durchaus beobachtet werden.

Van Gaal sprach daher am Mittwochabend lieber über die aktuellen sportlichen Belange, als er in den "Münchner Kindl-Stuben" gemeinsam mit Starkoch Alfons Schuhbeck Bücher signierte.

[kaltura id="0_ql8v6o0m" class="full_size" title="Van Gaal Die Chemie stimmt"]

Und natürlich waren die Widmungen für van Gaals Werk "Biographie Vision" bei den Fans begehrt, der Niederländer schrieb dabei so genau und präzise wie er auch auf dem Platz Anweisungen gibt.

Eine Frau aus Bremen präsentierte stolz ihr Exemplar, in das van Gaal sinngemäß getextet hatte: "Sie sind aus Bremen und Bayern-Fan. Das ist unglaublich und sehr schön."

Beckenbauer fordert zwei Siege

Mit ähnlicher Deutlichkeit ging er auch auf die Ziele der Bayern im Hinrunden-Endspurt ein, verlangte zwei Siege in Stuttgart (Bundesliga und DFB-Pokal).

Ehrenpräsident Franz Beckenbauer forderte in der "Bild" ebenso: "Bayern muss beide Spiele gewinnen, sonst ist Weihnachten im Eimer. Auf keinen Fall dürfen sie im Pokal verlieren."

Van Gaal räumte aber auch die Auswärtsschwäche der Bayern in dieser Saison ein. "Ich hoffe, dass wir das durchbrechen können."

Andererseits weiß der 59-Jährige, wie schwer der VfB nach dem Trainerwechsel auszurechnen ist. Wie stellt Bruno Labbadia auf? Welches System lässt er spielen?

Van Gaal wird die Europa-League-Partie Stuttgart ? Odense am Donnerstagabend als Anschauungsobjekt nehmen, dann die Feinjustierung seines eigenen Teams vornehmen.

Stolz auf Spieler-Komplimente

Glücklich macht ihn noch immer die Vertragsverlängerung von Bastian Schweinsteiger mit dem entsprechenden Lob für seine Arbeit. "Nur die Spieler können den Trainer beurteilen, wenn sie das über mich sagen, bin ich sehr stolz."

Und natürlich wird van Gaal angesichts der Vertragsverlängerungen mit den Bayern-Säulen Franck Ribery (bis 2015), Schweinsteiger und Philipp Lahm (beide bis 2016) auch dazu angeregt, über seine eigene Zukunft in München nachzudenken. Sein Vertrag endet 2012.

Drei Optionen für van Gaal

Natürlich sei er eher bereit zu bleiben, wenn das "viele Spieler" wollten, meinte der Niederländer. "Aber auch der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Fans sind wichtig."

Zudem bekannte van Gaal, dass er nach seinem Vertragsende in München drei Möglichkeiten in Erwägung ziehe: Entweder Nationaltrainer zu werden, bei Ajax Amsterdam - wohl als Sportdirektor - anzuheuern oder natürlich noch einmal beim FC Bayern zu verlängern.

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