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Piotr Trochowski (l.) spielt seit 2005 für den Hamburger SV © getty

Mönchengladbach und Hamburg befinden sich in einer Negativspirale. Am Freitag treffen sie aufeinander. Personalsorgen haben beide.

Hamburg/Mönchengladbach - Es ist das Spiel Not gegen Elend, das Duell der Krisenklubs oder einfach nur die Partie Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Wenn die angeschlagenen Traditionsvereine am Freitagabend aufeinandertreffen, stehen dem Verlierer eine "schöne Bescherung" und alles andere als besinnliche Feiertage bevor (DATENCENTER: Bundesliga).

In Hamburg hat man neben der sportlichen Talfahrt nun auch noch mit Querelen in der Führungsetage zu kämpfen.

Dem Tabellenschlusslicht aus Gladbach droht schlicht der Gang in die Zweitklassigkeit.

Zu einem Endspiel für Borussen-Trainer Michael Frontzeck soll der Krisengipfel jedoch nicht werden.

Gladbach plant mit Frontzeck

"Wir wissen, wo unsere Probleme sind und werden uns in der Defensive verstärken. Die Gespräche mit den Spielern werden wir mit Michael Frontzeck führen. Das zeigt, wie wir planen", sagt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

"Wir werden uns in der Rückrunde neu aufstellen und schauen, was wir noch bewegen können."

Motto: Neue Profis, alter Trainer.

"Wir werden es packen"

Auch Frontzeck lässt sich von der Horror-Bilanz mit nur zwei Siegen, 45 Gegentoren und zuletzt vier Niederlagen in Folge nicht entmutigen.

"Wir werden es packen, egal wieviele Punkte wir in der Rückrunde noch brauchen", meint der Coach: "Gegen den HSV müssen wir alles in die Waagschale werfen, um die drei Punkte zu holen."

Doch der Grat zwischen Kampfgeist und Durchhalteparolen ist schmal.

Fans gehen zum Handball

Im Umfeld nimmt der Frust über die schwachen Leistungen der Mannschaft stetig zu.

Gladbachs Ultras haben bereits angekündigt, der Partie am Freitag aus Protest fernbleiben zu wollen.

"Der Block1900 wird leer bleiben. Alle Borussen sind herzlich dazu aufgerufen, unserer Entscheidung zu folgen und ein Zeichen zu setzen", heißt es in einer Erklärung im Internet.

Statt der Bundesliga-Fußballer soll das erste Handball-Team der Borussia unterstützt werden.

In der Oberliga. Gegen den TB Wülfrath. Motto: Alte Liebe, neue Mannschaft.

Dennoch sind bereits 42.000 Karten für das Spiel gegen den HSV verkauft.

Auch Trainer Frontzeck hofft auf die Unterstützung der "leidgeprüften" Fans.

Zehn Profis fallen aus

Zumal die Personalsituation weiterhin mehr als angespannt ist. Bis zu zehn Namen könnte die Ausfallliste am Freitag umfassen.

Aus der ursprünglich eingeplanten Abwehrkette bleibt allein Filip Daems.

Anonsten reihen sich Sperren an Verletzungen und Verletzungen an Sperren.

Veh mit Galgenhumor

Beim HSV sieht es nicht viel besser aus.

Auch bei den Hamburgern ließe sich allein aus den fehlenden Spieler fast eine komplette Mannschaft bilden.

"Ich nehme das Ganze inzwischen fast mit Galgenhumor", sagt Trainer Armin Veh, dessen Team nur eines der vergangenen fünf Spiele gewann und als Tabellenneunter den eigenen Ansprüchen weit hinterherhinkt.

"Wir haben trotz der Ausfälle weiter die Qualität, in Gladbach zu gewinnen."

Fitte Spieler statt Stars

Nach Angaben des Trainers sollen es künftig nicht mehr die großen Namen, sondern die "fittesten" Spieler des Kaders richten.

Somit droht am Freitag sogar Superstar Ruud van Nistelrooy die Bank.

In Gerrit Pressel könnte ein Youngster sein Bundesliga-Debüt geben und den erneut angeschlagenen WM-Fahrer Dennis Aogo auf der linken Abwehrseite ersetzen.

"Genug sportliche Probleme"

Trotz der sportlich angespannten Situation rückte das Spiel in Gladbach bei den Hamburgern zuletzt aber fast ein wenig in den Hintergrund.

Der Aufsichtsrat ist gespalten, Sportchef Bastian Reinhardt steht in der Kritik, Vehs Verbleib über das Saisonende hinaus scheint ebenso ungeklärt wie die Zukunft von Klubchef Bernd Hoffmann.

Veh versucht, die Unruhe auszublenden: "Sportlich haben wir genug Probleme."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Mönchengladbach: Heimeroth - Schachten, Callsen-Bracker, Daems, Wissing - Bradley, Marx - Matmour, Arango - Reus, de Camargo

Hamburg: Rost - Rincon, Besic, Westermann, Pressel - Jarolim, Trochowski - Pitroipa, Torun, Elia - Guerrero

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

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