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Horst Köppel wurde mit Gladbach in den siebziger Jahren fünf Mal Deutscher Meister © getty

Bei SPORT1 spricht "Fohlen"-Ikone Horst Köppel vor der Partie gegen Hamburg über Gladbachs Krise und Michael Frontzeck.

Von Olaf Mehlhose

München - Mönchengladbach erlebt die größte Krise seit dem Abstieg 2007.

Mit gerade einmal zehn Punkten aus 16 Spielen belegt Gladbach den letzten Tabellenplatz, der Abstand auf Rang 15 beträgt bereits sieben Punkte.

Im Schicksalsspiel gegen Hamburg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) geht es für Coach Michael Frontzeck um alles oder nichts.

Ehemalige Borussia-Ikonen zeigen sich bei SPORT1 besorgt. Berti Vogts drückt den "Fohlen" auf jeden Fall die Daumen, wollte nach seiner jüngsten Kritik an den Gladbacher Bossen die Situation aber nicht kommentieren.

"Ich bin seit zehn Tagen in Aserbaidschan und kann das aktuelle Geschehen nicht beurteilen. Die Mannschaft soll erst einmal wieder Leistung auf dem Platz bringen und gewinnen, bevor ich mich dazu äußere", erklärte der ehemalige Kapitän der Borussia.

"Sie werden für ihre Trainer spielen"

Auch an Horst Köppel, der als Aktiver und als Trainer bei der Borussia tätig war, geht der Absturz nicht spurlos vorbei.

"Ich habe in den letzten 40 Jahren verschiedene Funktionen bei Borussia Mönchengladbach ausgefüllt, deswegen tut mir die aktuelle Situation schon ein bisschen weh", sagte der Ex-Trainer der Gladbacher.

Beim Krisengipfel gegen den Hamburger SV erwartet Köppel eine Reaktion der Spieler. "Sowohl Gladbach als auch der HSV stecken in der Krise, deshalb wird es für beide Mannschaften ein schwieriges Spiel. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft versuchen wird, für ihren Trainer zu spielen."

Verletzungspech und Heimspielkrise

Die großen Personalprobleme hätten die derzeitige Misere sicherlich begünstigt, so Köppel. Allerdings zeigte er sich vor allem von den Vorstellungen vor heimischer Kulisse enttäuscht.

"Gladbach hat natürlich schon sehr großes Verletzungspech gehabt, dadurch wird die erste Elf ständig durcheinander gewürfelt. Ich habe allerdings alle Heimspiele gesehen - wenn man von acht Spielen keines gewinnt, ist es logisch, dass die Mannschaft unten drin steht."

Die teilweise harsche Kritik an Trainer Frontzeck hält Köppel dagegen für unberechtigt. "Es ist leicht, Michael Frontzeck jetzt zu kritisieren", sagte der Ex-Nationalspieler: "Aber viele Leute, die das tun, kennen weder seine Trainingsarbeit noch wissen sie, wie er die Mannschaft vor dem Spiel anspricht."

"Es wäre das Risiko wert"

Die Entscheidung über Frontzecks Arbeit sei allerdings Sache der Vereinsführung, sagte der 62-Jährige. Für Köppel selbst kommt eine Trainer-Entlassung derzeit nicht in Frage.

"Ich glaube, es wäre das Risiko wert, mit Michael Frontzeck in die Winterpause zu gehen - kurzfristig etwas zu machen, würde meiner Ansicht nach nichts bringen."

Auch Max Eberl wollte der zweimalige UEFA-Cup-Sieger nur bedingt für die Talfahrt der Borussia verantwortlich machen: "Für den Tabellenstand kann Eberl nichts. Einige der Neuzugänge haben die Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllt, dafür steht er natürlich in der Verantwortung."

Veh mit Platz 7 zufrieden?

Beim HSV geht es ebenfalls drunter und drüber. Neben den Personalproblemen und den Turbulenzen im Aufsichtsrat sorgte vor allem eine Äußerung von Trainer Armin Veh für Verwirrung: "Vielleicht ist für uns in dieser Saison ein siebter Platz schon ein Erfolg."

Bei einer Niederlage dürfte es für Veh auf jeden Fall eng werden.

Schwierige Anfahrt

Zudem geriet die Anreise nach Gladbach für die HSV-Profis zum Horror-Trip.

Aufgrund der winterlichen Witterung strandeten die Hanseaten noch am Donnerstag in Nottuln in der Nähe von Münster und mussten dort eine Nacht im Hotel verbringen.

Erst am Freitagmittag wurde die letzte Etappe in Richtung Spielort in Angriff genommen.

Am Donnerstag um 14.30 Uhr waren Trainer Veh und seine Mannschaft mit dem Bus zum Hamburger Flughafen aufgebrochen. Der ursprünglich anvisierte Flug nach Düsseldorf wurde gestrichen, der HSV buchte in Richtung Köln um.

Zwischenstopp in Münster

Während sich die Hamburger in der Luft befanden, wurde jedoch der dortige Flughafen gesperrt, so dass man in Münster landete.

Von dort ging es mit dem Bus weiter in Richtung Düsseldorf. Um 23.30 Uhr entschied man sich, auf der Strecke noch einen Zwischenstopp einzulegen.

Trotz der Odyssee gaben sich die Hamburger gelassen. "Das ist kein Problem. Wir sind gut drauf", sagte Pressesprecher Jörn Wolf.

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