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Dortmunds Shinji Kagawa (l.) hat bisher acht Saisontore erzielt © getty

Borussia Dortmund könnte mit einem Sieg in Frankfurt zum besten Herbstmeister aller Zeiten werden. SPORT1 hat die Fakten.

Von Matthias Becker

München - Am Mittwoch ist tatsächlich einmal etwas daneben gegangen bei Borussia Dortmund. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das dramatische 2:2 beim FC Sevilla reichte der Bundesliga-Übermannschaft dieser Saison nicht zum Weiterkommen in der Europa League.

Zum Hinrunden-Abschluss bei Eintracht Frankfurt (alle Spiele ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) soll die schlechte Erfahrung aus Andalusien für den BVB aber keine Rolle mehr spielen.

Die Bayern im Visier

Denn mit einem Sieg in Frankfurt würde die Borussia von 2010 gleich drei Rekorde an sich reißen.

Der neunte Auswärtssieg im neunten Auswärtsspiel wäre in der Bundesliga einmalig. Mit acht Siegen in Folge würde zudem ein Vereinrekord gebrochen.

Und dann wäre da ja noch eine ganz andere Marke: Holen die Dortmunder einen Punkt, würden sie mit 44 Zählern die Bestmarke des FC Bayern aus dem Jahr 2005 einstellen ? mit der besseren Tordifferenz allerdings.

Gewinnt das Team von Trainer Jürgen Klopp, überflügelt es die Münchner sogar komplett. "Wir wollen diesen Rekord für die Ewigkeit", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Bender und Sahin angeschlagen

Klopp schert sich nach außen hin um solche Bestmarken nicht. Zudem muss der Coach auch noch um seine Doppel-Sechs bangen, sowohl Sven Bender als auch Nuri Sahin kehrten angeschlagen aus Sevilla zurück (die voraussichtlichen Aufstellungen).

Bei beiden besteht aber deutliche Hoffnung. "Die Aussage unseres Docs war: 'Den haben wir bisher immer hingekriegt'", sagte Klopp über Bender.

Sahin gab selbst leichte Entwarnung: "Ich glaube schon, dass ich in Frankfurt spielen kann."

"Angst ist der schlechteste Ratgeber"

Der frühere BVB-Coach Michael Skibbe auf Seiten der Eintracht hat vor allem in der Defensive große Sorgen.

Mit Marco Russ (gesperrt), Maik Franz, und Chris (verletzt) fallen gegen die beste Offensive der Liga (39 Tore) gleich drei Innenverteidiger aus.

Kevin Kraus und Ricardo Clark kommen als Ersatz in Frage. Skibbe setzt trotz der Probleme auf Mut.

"Angst ist der schlechteste Ratgeber im Sport. Dortmund ist richtig stark. Das wird eine schwere und interessante Aufgabe, der wir uns gerne stellen", erklärte er.

SPORT1 hat die Fakten zu den Samstagsspielen des 17. Spieltags:

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund:

Eintracht-Trainer Michael Skibbe plagen vor der Partie gegen seinen Ex-Klub Personalsorgen in der Abwehr.

Marco Russ (Gelbsperre), Maik Franz (Bauchmuskel-OP) und Chris (Rückenblessur) fallen aus. Georgios Tzavellas kann voraussichtlich trotz einer Kapselverletzung im Sprunggelenk auflaufen.

Der Spitzenreiter aus Dortmund bangt vor dem letzten Hinrundenspiel um Sven Bender (Oberschenkelprobleme) und Nuri Sahin (Adduktoren), nicht dabei sind die Langzeitverletzten Patrick Owomoyela, Sebastian Kehl und Florian Kringe.

Die letzte Niederlage in Frankfurt erlitt der BVB fast genau vor fünf Jahren, vergangene Saison gelang ein 2:0-Sieg. Zuvor hatten sich beide Mannschaften in Frankfurt dreimal hintereinander 1:1 getrennt.

Schalke 04 - 1. FC Köln:

Schalke hat in der Bundesliga seit über 17 Jahren nicht mehr vor heimischer Kulisse gegen Köln verloren.

Die Königsblauen holten in ihren drei letzten Bundesliga-Heimspielen jeweils Siege und mussten dabei kein Gegentor hinnehmen.

Köln muss beim Champions-League-Achtelfinalisten ohne seine beiden Top-Stürmer Lukas Podolski (Bänderriss im Sprunggelenk) und Milivoje Novakovic (muskuläre Probleme) auskommen.

Werder Bremen - 1. FC Kaiserslautern

Der FCK muss lediglich auf Jan Simunek (Reha nach Adduktoren-Teilabriss) verzichten. Die Pfälzer, die in den letzten beiden Spielen nicht trafen, haben fünf ihrer letzten sechs Gastspiele verloren. Werder steht derweil Stürmerstar Claudio Pizarro einmal mehr nicht zur Verfügung.

Der Peruaner wird von muskulären Problemen geplagt. Neben den Langzeitverletzten fehlt Trainer Thomas Schaaf auch der rotgesperrte Hugo Almeida.

VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim

Für Arne Friedrich kommt ein Einsatz noch zu früh, dafür kehrt Simon Kjaer nach auskurierten Rückenproblemen in die Innenverteidigung zurück. Hinter dem Einsatz des Brasilianers Grafite steht noch ein Fragezeichen, dessen Landsmann Josue fällt mit Knöchelproblemen definitiv aus.

Der VfL wartet seit sechs Ligaspielen auf einen Sieg. Den Hoffenheimer fehlen zum Jahresabschluss Isaac Vorsah (Rotsperre) sowie die Langzeitverletzten Josip Simunic, Chinedu Obasi und Tom Starke. Die Kraichgauer verloren nur einen der letzten vier Auswärts-Auftritte und trafen in den letzten zehn Gastspielen jeweils ins Netz.

1. FC Nürnberg - Hannover 96 (alle Samstag, 15.30 Uhr):

Bei den Nürnbergern kehrt "Lama" Javier Pinola nach abgesessener Sperre zurück auf die linke Verteidiger-Position. Für ihn wird Marvin Plattenhardt weichen müssen. Weiterhin fehlen werden in Dieter Heckings Mannschaft Innenverteidiger Per Nilsson und Stürmer Albert Bunjaku.

Bei Hannover wiegt derweil vor allem der Ausfall von Didier Ya Konan schwer. Ohne den Torjäger konnten die Niedersachsen keines von zehn Ligaspielen gewinnen. Sollte es in Nürnberg dennoch mit einem Dreier klappen, wäre es der sechste Sieg in Folge und damit Vereinsrekord für Hannover.

FC St. Pauli - FSV Mainz 05 (Samstag, 18.30 Uhr)

FSV-Trainer Thomas Tuchel kann auf St. Pauli (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) personell fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die Langzeitverletzten Jan Simak und Bo Svensson fehlen zum Vorrundenabschluss. Torwart Heinz Müller steht nach einem halben Jahr Verletzungspause möglicherweise vor seinem Comeback.

Der 32-Jährige wird möglicherweise von Beginn an spielen, nachdem er seinen Riss des hinteren Kreuzbandes auskuriert hat. Zuletzt hatte Christian Wetklo das Gehäuse der Rheinhessen gehütet.

St. Pauli ist derweil gezwungen, auf der Torwartposition zu wechseln. Thomas Kessler ist gesperrt. Für ihn rückt Mathias Hain zwischen den Pfosten.

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