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Glänzte vor allem im UEFA-Cup-Duell gegen Bayern: Anatolij Timoschtschuk © imago

Die Bayern wollen den zweikampfstarken Anatolij Timoschtschuk unbedingt verpflichten. Schon ab Januar könnte er dem Meister helfen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Für die Bayern hat er nur ein Manko: Er dürfte in dieser Saison nicht mehr in der Champions League spielen.

Dort absolvierte er bereits vier Partien für seinen aktuellen Arbeitgeber Zenit St. Petersburg.

Ansonsten vereint Anatolij Timoschtschuk (das Spielerporträt) viele Qualitäten, die den Ukrainer für den Meister so begehrlich machen wie Föhntage im trüben November.

Der 29-Jährige verfügt über ein ebenso großes Kämpferherz wie über Spielübersicht, wäre also wie gemacht für die Sechserposition.

Van Bommel müsste gehen

Der Wechsel des bisherigen Amtsinhabers auf dieser Position, Mark van Bommel (Vertrag läuft im Sommer aus), erschiene dann beinahe unausweichlich. Wie der Trend ausfällt, berichtete Sport1.de bereits hier.

Zugleich wäre die Frage, wie viel Einsatzzeit Trainer Jürgen Klinsmann seinem Kapitän gibt, abgefrühstückt.

Der Fußballer von Zenit könnte schon zur Winterpause kommen.

Ablöse: mindestens 15 Millionen

Für 15 Millionen Euro, berichtet die "Bild", wären die Russen bereit, ihren Abräumer im Mittelfeld gehen zu lassen.

Unter Umständen kann man sogar noch von einer höheren Ablöse ausgehen, schließlich holte Zenit Timoschtschuk damals für 15,1 Millionen Euro vom ukrainischen Top-Team Schachtjor Donezk.

Die Saison in Russland endet mit dem Kalenderjahr. Ein Wechsel im Winter scheint somit wahrscheinlicher als noch im August.

FCB war schon einmal dran

Die Bayern waren bereits an Timoschtschuk dran, wie Manager Uli Hoeneß gegenüber Sport1.de bestätigte. "Mit Timoschtschuk haben wir uns im Sommer beschäftigt, aber er hat von Zenit keine Freigabe bekommen." Diesmal könnte es anders sein.

Dabei blickt Hoeneß Spielern aus der russischen Liga gemeinhin skeptisch entgegen. Sein Argument: Zu selten akklimatisierten sich die Fußballer an Tempo und Gepflogenheit in Europas Top-Ligen. "Sagen Sie mir einen - außer Schewtschenko - der sich in den vergangenen 20 Jahren in Europa durchgesetzt hat."

Richtig. Auch Stürmerstar Schewtschenko, der mit dem AC Milan seine größten Triumphe zelebrierte, stammt aus der Ukraine.

Petersburg aktuell nur Fünfter

Für Landsmann Timoschtschuk wäre es die große Chance, beim FC Bayern zu zeigen, dass er auch in einer europäischen Spitzenliga bestehen kann.

Denn: Nach vielen guten Vorstellungen im UEFA-Cup, den Zenit im Mai gewann, sackten die Petersburger in der Meisterschaft ab. Aktuell dümpeln sie in der heimischen "Premier Liga" auf Rang fünf (die aktuelle Tabelle).

Russische Sportjournalisten beschreiben Timoschtschuk als "Seele der Mannschaft" und "wichtigsten Spieler". Bei der WM 2006 in Deutschland, dem einzigen großen Turnier das Timoschtschuk bisher bestritt, fiel seine ungewöhnliche Zweikampfstärke auf.

Andere Kandidaten sagten ab

Sollte der Ukrainer tatsächlich ab Januar im Bayern-Dress stecken, dürfte zumindest die Suche der Roten nach einem defensiven Mittelfeldmann beendet sein.

Bereits im Frühjahr und Sommer mühten sich Hoeneß und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge um Matthieu Flamini und Gennaro Gattuso. Der erste ging von Arsenal zum AC Mailand, der andere blieb gleich beim Berlusconi-Klub in Norditalien.

Womöglich kaufen die Bayern im Doppelpack bei Zenit ein.

Stürmer Andrej Arschawin hat sich zumindest zuletzt selbst für ein Engagement beim FCB ins Gespräch gebracht. Uli Hoeneß wiegelte dazu gegenüber Sport1.de kürzlich ab: "Wir haben uns überhaupt nicht mit Arschawin beschäftigt."

Real buhlt um Arschawin

Derweil meldet Real Madrid Interesse an Arschawin an.

Laut der Tageszeitung "AS" wollen die Spanier den russischen Nationalspieler für sechs Monate ausleihen. Der 27-Jährige, der nach Querelen mit St. Petersburg angeblich kein Spiel mehr für den UEFA-Cup-Sieger bestreiten will, soll ab Januar Ruud van Nisterooy ersetzen.

Der niederländische Mittelstürmer laboriert derzeit an einer langwierigen Knieverletzung.

Amerikaner trainiert mit Bayern

Jürgen Klinsmann kann indes in den nächsten anderthalb Wochen einen US-Stürmer aus nächster Nähe beobachten.

Landon Donovan von Los Angeles Galaxy trainiert aktuell mit dem Bayern-Profikader. Der US-Nationalspieler nutzt die amerikanische Fußballpause, um sich in München auf Einladung Klinsmanns fit zu halten.

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