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Marko Marin (l.) wechselte 2009 von Borussia Mönchengladbach zu Werder Bremen © getty

Die Heimniederlage gegen Lautern besiegelt Bremens schwächste Hinrunde unter Schaaf. Klubboss Allofs findet deutliche Worte.

Bremen - Es war Klubboss Klaus Allofs höchstpersönlich, der die "A-Frage" auf den Punkt beantwortete.

"Ja, wir stecken im Abstiegskampf. In unserer Tabellensituation ist man im Prinzip immer in Gefahr", sagte Werder Bremens Vorstandsvorsitzender und knetete dabei nervös seine Hände. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern war das Spiegelbild einer verkorksten Hinserie, mit nur 19 Punkten die schwächste Vorrunde in der elften Saison unter Trainer Thomas Schaaf. 326521(DIASHOW: Der 17. Spieltag)

Noch vier Punkte

Der sichtlich deprimierte Werder-Coach vermied zwar sehr bemüht das bisherige Bremer Tabuwort, doch der Ernst der Lage war ihm nach der dritten Heimniederlage der Saison durchaus bewusst: "Wir stecken da, wo wir in der Tabelle stecken."

Nur noch vier Punkte trennen die Norddeutschen vom Relegationsplatz 16.

Hunt uneinsichtig

Dass die Probleme bei den Hanseaten nicht nur rein sportlicher Natur sind, dafür lieferte Aaron Hunt fast schon den schlagenden Beweis.

"Wir spielen nicht gegen den Abstieg", verkündete der Nationalspieler mit nicht besonders gut markiertem Selbstvertrauen. Eine Aussage, die bei seinem Sportdirektor gar nicht gut ankam: "Einige bei uns haben ihren Beruf noch nicht zu Ende gelernt."

Ohne Claudio Pizarro (muskuläre Probleme) und Hugo Almeida (Rotsperre) hatten die Bremer gegen einen ebenso selbstbewussten wie kampfstarken Neuling scheinbar aber auch das Toreschießen verlernt.

Es brauchte schon einen von Hunt verwandelten Foulelfmeter (34.), um wenigstens eine Halbzeit lang einigermaßen im Spiel zu bleiben.

Lakic macht den Unterschied

Den Unterschied aber machte vor 35.135 Zuschauern im Weserstadion Srdjan Lakic aus.

Der 27 Jahre alte Kroate versetzte die Platzherren schon nach 23 Sekunden in der eiskalten Arena in eine Schockstarre, sieben Minuten nach Wiederbeginn stellte der Torjäger mit seinem elften Saisontreffer die Weichen endgültig auf Auswärtssieg.

FCK-Sportdirektor Stefan Kuntz weiß, wie wichtig der Topstürmer auf dem Weg zum Klassenerhalt ist: "Seine Chancenverwertung ist im Moment fast hundertprozentig. Wir wissen, wie wertvoll er für uns ist."

Vertrag läuft aus

Fragt sich nur wie lange noch, denn der Vertrag des ballsicheren Angreifers läuft zum Saisonende aus.

"Ich bin in Kaiserslautern sehr glücklich, aber ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", sagte Lakic, der nach eigenem Bekunden noch keine Angebote vorliegen hat.

Was sein Trainer Marco Kurz nicht so recht glauben mochte: "Natürlich weckt ein solcher Spieler bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten. Aber ich denke, er weiß zu schätzen, was er an Kaiserslautern hat."

Keine Transferaktivitäten geplant

Die Bremer haben in den vergangenen Wochen schmerzlich erfahren müssen, wie sehr Leistungsträger wie die derzeit verletzten Brasilianer Naldo und Wesley fehlen.

In der Hoffnung auf rasche Genesung will man an der Weser deshalb davon absehen, in der Weihnachtspause auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

Allofs: "Ich hoffe auf neue Vorzeichen, wenn wir im Januar unsere Rückrundenvorbereitung beginnen."

Schaaf fordert die Spieler

Bis dahin aber sollen die ins untere Mittelmaß abgestürzten einstigen Champions-League-Helden nicht nur Weihnachten und den Jahreswechsel feiern, sondern auch die aktuelle sportliche Situation reflektieren.

Das jedenfalls fordert Schaaf von seinen Profis: "Die Winterpause ist ganz gut für die Spieler, um sich einmal selbst zu hinterfragen."

Wie ein unverbindlicher Hinweis klang das nicht gerade...

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