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Mario Gomez erzielte beim 5:3-Sieg der Bayern in Stuttgart drei Tore © getty

Bayern gelingt beim Erfolg in Stuttgart ein erfolgreicher Hinrunden-Abschluss. Der VfB überwintert auf einem Abstiegsplatz.

Aus der Mercedes-Benz-Arena berichtet Mathias Frohnapfel

Stuttgart - Was für ein Fußballspiel in Stuttgart! Der FC Bayern schlägt den VfB mit 5:3 in einer Partie, in der leicht ein Dutzend Tore hätten fallen können.

Die Münchner bejubelten nach einem turbulenten Arbeitstag einen gelungenen Hinrunden-Abschluss. Denn der Meister machte durch den "Dreier" nach dem 2:2 von Leverkusen gegen Freiburg Boden auf die Champions-League-Plätze gut.

"Vier Punkte Rückstand auf Platz zwei können wir aufholen, aber Dortmund ist schon weit weg", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal zur neuen Perspektive seiner Mannschaft nach dem Spiel.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mario Gomez ragte gegen Stuttgart als dreifacher Torschütze heraus, auch Thomas Müller und Franck Ribery trafen. Doppelpacker Martin Harnik und Christian Gentner erzielten die VfB-Treffer. 326521(DIASHOW: Der 17. Spieltag)

Die Stuttgarter überwintern jetzt als Tabellen-17. mit gerade einmal zwölf Punkten auf einem Abstiegsplatz, haben aber im DFB-Pokal am Mittwoch die Möglichkeit, sich an Bayern zu revanchieren. Nach dem Torfestival von Sonntag scheint dann alles möglich.

Labbadia baut um

Der VfB erwischte den besseren Start, zeigte sich zu Beginn kämpferisch und bemüht um hohes Tempo.

Der neue Trainer Bruno Labbadia hatte das Team auf fünf Positionen im Vergleich zur letzten Partie unter Vorgänger Jens Keller in Hannover umgestellt.

So rückten Cristian Molinaro, Serdar Tasci, Zdravko Kuzmanovic, Pavel Pogebnyak und Ermin Bicakcic neu ins Team.

Bayern-Trainer Louis van Gaal musste im letzten Vorrunden-Spiel auf Toni Kroos (Fußblessur) und Bastian Schweinsteiger verzichten. Bayerns Mittelfeldmotor meldete sich kurzfristig wegen einer Grippe ab.

Träsch und Bicakcic vergeben

Und dieses Fehlen bekamen die Bayern anfangs deutlich spüren, es dauerte eine Weile, bis der Rekordmeister sein Spiel ordnete. So hatten die Schwaben zwei hochkarätige Gelegenheiten nach einem Kopfball von Bicakcic (6.) und einem Schuss von Christin Träsch (10.).

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Jörg Butt verhinderte per Faustabwehr gerade so den Gegentreffer.

Auch Cacau hätte zur Führung treffen können nach gut getimter Molinaro-Flanke (20.).

Gomez trifft, Müller legt nach

Doch die Bayern waren deutlich kaltschnäuziger in der Chancenverwertung.

Nach schönem Pass von Thomas Müller nutzte Mario Gomez den Platz und markierte mit einem blitzsauberen Schuss unter die Latte das 1:0 (33). Und kurz darauf bedankte sich der Ex-Stuttgarter bei Müller für dessen Vorarbeit und legte dem Nationalteamkollegen zum 2:0 auf (36.).

Im Strafraum hatte sich Gomez nach einem VfB-Schnitzer den Ball zurückerkämpft und in die Mitte gepasst. Müller rauschte heran und Bayern führte mit zwei Toren.

Traumtor von Ribery

Die Stuttgarter reagierten nun völlig verunsichert, das gewonnene Selbstvertrauen nach dem 5:1 in der Europa League gegen Odense BK war komplett dahin.

So erzielte Franck Ribery aus 18 Metern zwar einen wunderschönen Treffer (44.), doch vor dem Schuss attackierte ihn kein einziger VfB-Profi.

Der zuvor hoffnungsfrohe Schwaben-Anhang skandierte: "Wir haben die Schnauze voll."

Kurze Hoffnung durch Harnik

Nach der Pause kam noch einmal Hoffnung auf, als Edel-Joker Martin Harnik auf 1:3 verkürzte (48.). Das Zuspiel kam von Pogrebnyak.

Jedoch erhöhten die Bayern postwendend auf 4:1.

Mario Gomez stürzte den VfB in tiefe Verzweiflung, als VfB-Keeper Sven Ulreich einen Ribery-Schuss genau vor seine Füße parierte und der Bayern-Stürmer locker einschob (50.).

Und der Torjäger fühlte sich pudelwohl in seinem früheren Wohnzimmer, reagierte nur zwei Minuten später nach einem Müller-Schuss am schnellsten und vollendete mit seinem zwölften Saisontreffer zum 5:1.

VfB-Abwehr unberechenbar

Die VfB-Abwehr glich jetzt in ihrer Unberechenbarkeit den Zeitplänen, die das Schneechaos am selben Tag Deutschlands Flughäfen beschert hatte.

Allerdings gaben die Stuttgarter nicht auf, erneut Harnik blieb vor Butt cool und machte das 2:5 (65.). Schon zuvor hatte Kuzmanovic völlig freistehend eine weitere exzellente Torgelegenheit vergeben.

Der eingewechselte Christian Gentner machte es besser und brachte den VfB noch einmal auf 3:5 heran (68).

Bayern-Trainer Louis van Gaal war nach dem Spiel alles andere als erfreut, dass es seine Mannschaft noch einmal spannend machte:

"Es ist schade, dass wir die Tore so weggeben. Das müssen wir verbessern."

Spannung fürs Pokalspiel garantiert

Die Fans in der mit 40.000 Zuschauern ausverkauften Mercedes-Benz-Arena waren jedenfalls längst gebannt von diesem actionreichen Schlagabtausch.

Derweil mussten sich die Münchner über ihre eigene Sorglosigkeit ärgern, der sicher geglaubte Sieg schien immer noch nicht eingetütet.

Am Ende blieb es aber beim Bayern-Erfolg, doch für das Pokal-Spiel bleibt reichlich Spannung garantiert.

"Vorstand raus"

Nach der Niederlage gingen die Stuttgarter Spieler und Trainer Labbadia in die Kurve, doch die Fans wendeten sich von der Mannschaft ab.

Stattdessen waren noch lange nach der Partie, "Vorstand raus!"-Rufe von den Rängen zu hören

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