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Volker Finke begann seine Trainerkarriere 1974 beim TSV Stelingen © imago

Trotz spätem Amtsantritt soll der neue Sportdirektor schon im Winter eingebunden werden. Schaefer hofft auf einen Ansprechpartner.

Köln - Aus dem Land der aufgehenden Sonne kommt für den 1. FC Köln neue Hoffnung im Abstiegskampf:

Volker Finke kehrt vom japanischen Erstligisten Urawa Red Diamonds als neuer Sportdirektor der "Geißböcke" nach drei Jahren in die Bundesliga zurück.

Als Nachfolger des entlassenen Managers Michael Meier soll er entscheidende Weichenstellungen für den Klassenerhalt vornehmen. 326521(DIASHOW: Der 17. Spieltag)

Ein Wermutstropfen bei der Verpflichtung des "Wunschkandidaten der Vereinsführung" jedoch ist die noch gut eineinhalbmonatige Wartzezeit bis zu Finkes Amtsantritt.

Der neue Macher und Ex-Coach des SC Freiburg kann somit offenbar nicht aktiv ins Wintertransfer-Geschäft eingreifen.

"Er passt perfekt in unser Profil"

"Er hat in Freiburg bewiesen, dass er die Gesamtkonstellation Nachwuchs, Scouting und Lizenzspielerabteilung mit begrenzten Etatmitteln erfolgreich gestalten kann", begründete Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann die Verpflichtung des 62-Jährigen.

Und weiter: "Er passt perfekt in unser Profil, und wir sind froh, dass wir auch ihn vom Reiz der Aufgabe bei uns überzeugen konnten."

Während FC-Boss Wolfgang Overath bis Sonntagnachmittag nicht zu erreichen war, sieht Trainer Frank Schaefer in Finke nach einem SMS-Austausch mit seinem künftigen Vorgesetzten offenbar keinen Aufpasser.

Hoffnung auf Ansprechpartner

"Für mich ist wichtig, einen Ansprechpartner zu haben, der wie ein Trainer denkt und mit dem ich mich austauschen kann", sagte der Coach.

Für Finkes Verpflichtung reisten Horstmann und FC-Vize Jürgen Glowacz auf Beschluss des Gesellschafterausschusses um die halbe Welt.

In Tokio erfolgte am Freitag nach gut siebenstündigen Verhandlungen und einem abschließenden Telefonat von Finke mit Overath die Einigung auf einen Zweieinhalbjahresvertrag ab dem 1. Februar.

Einen Tag später meldete der Verein nach der 0:3-Pleite zum Hinrundenabschluss bei Schalke 04 Vollzug. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Später Amtsantritt

"Finke ist eine Persönlichkeit mit Visionen und hat nachgewiesen, dass er eine Mannschaft strategisch und konzeptionell zusammenstellen und aufbauen kann", hieß es in Kölns Pressemitteilung.

Auf seiner ersten Station als Sportdirektor nach einer insgesamt 36-jährigen Trainer-Laufbahn soll Finke "übergreifend für die Nachwuchsabteilung, das Scouting, das SportsLab und die Lizenzspielerabteilung verantwortlich sein".

Den späten Amtsantritt Finkes nach Wiederbeginn der Bundesliga und Ablauf der Winter-Transferperiode, in deren Verlauf Schaefer den Kader deutlich verändern möchte, will Horstmann nicht als Nachteil ansehen.

Auch in Japan voll auf Stand

"Finke kann eingebunden werden, außerdem haben wir ihm schon DVDs und Spieler-Infos nach Tokio mitgebracht. Wir wollten für die Position eine absolute Sportpersönlichkeit und respektieren dafür auch seine Vertragssituation in Japan", sagte Horstmann.

Finkes relativ lange Bundesliga-Abstinenz wertete er gar als Vorteil: "Er ist auf dem Stand aller Informationen und Entwicklungen. Durch seine internationale Tätigkeit bringt er sogar mehr Marktwissen mit, als bisher in unserem Haus vorhanden war."

Rückkehr auf vertrautes Terrain

Bei seinem Bundesliga-Comeback bewegt sich Finke auf vertrautem Terrain.

Während seiner 16-jährigen Tätigkeit als Freiburger Coach zwischen 1991 und 2007 - Rekord für einen Trainer bei einem Verein aus dem deutschen Profi-Fußball - erarbeitete er sich großes Ansehen.

Mit den Breisgauern schaffte Finke 1993, 1998 und 2003 den Aufstieg in die Bundesliga.

Seine größten Erfolge mit dem Klub waren die UEFA-Cup-Teilnahmen 1995 und 2001.

Mäßiger Erfolg in Japan

Auch wenn Finkes Abgang an der Dreisam 2007 etwas holprig erschien, war das einträchtige Verhältnis zum damaligem Präsidenten Achim Stocker prägend für diese Ära.

In Japan verzeichnete Finke allerdings nur mäßigen Erfolg.

Mit den "Roten Diamanten" erreichte der Coach im Vorjahr in seiner ersten Saison ebenso nur einen enttäuschenden Mittelfeldplatz wie in der ausklingenden Spielzeit.

Seinen Abschied zum Saisonende hatte Urawa schon Ende November verkündet.

Insgesamt sieht Finke sein Engagement in Fernost als wertvollen Lebensabschnitt an: "Ich habe aufregende und reichhaltige Erfahrungen gesammelt."

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