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Andre Schürrle (r.) ist mit neun Treffern FSV-Torjäger Nummer eins © getty

Nach der besten Bundesliga-Hinrunde ist nicht nur Torjäger Schürrle zufrieden. Auch Trainer Tuchel blickt optimistisch auf die Rückrunde.

Hamburg - Der Trainer herzte jeden, die Spieler opferten trotz frostiger Kälte ihre Trikots, und rund 2000 mitgereiste Fans machten das Freudenhaus der Liga kurzzeitig zum karnevalistischen Außenposten:

Die erfolgreichste Bundesliga-Halbserie in der Geschichte von Mainz 05 versetzte den selbsternannten Karnevalsverein im "Eisschrank" des Hamburger Millerntor-Stadions in absolute Hochstimmung. 326521(DIASHOW: Der 17. Spieltag)

"Das war genau der Abschluss, den wir uns gewünscht haben. Jetzt haben wir allen Grund zu feiern", sagte Nationalspieler Andre Schürrle nach dem 4:2 (3:1)-Sieg beim FC St. Pauli.

Ausrufezeichen zum Jahresende

Mit dem elften Saisonsieg zum Ende der Hinrunde übertrafen die Mainzer selbst die kühnsten Erwartungen.

"Ich bin wirklich stolz auf die Jungs. Das war zum Jahresende nochmal ein Ausrufezeichen", sagte Trainer Thomas Tuchel.

Und Klubchef Harald Strutz bescheinigte dem Team nach dem erneuten zwischenzeitlichen Sprung auf Tabellenplatz zwei eine "herausragende" Hinrunde: "Wir träumen sicher nicht von der Champions League, aber wir sind mit dem bislang Erreichten mehr als zufrieden."

Motivation nach zwei Pleiten

Vergessen waren die beiden jüngsten Misserfolge in den Spielen bei Eintracht Frankfurt (1:2) und gegen Schalke 04 (0:1). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir waren nach den zwei Niederlagen sehr motiviert und wollten beweisen, dass wir es noch drauf haben", sagte Schürrle.

Für die Mitte Januar beginnende Rückrunde kündigte der Torjäger stellvertretend für das Team schon einmal an, den Platz im internationalen Geschäft nicht kampflos zu räumen.

"Wir werden uns in der Rückrunde genauso reinhängen und in jedem Spiel versuchen, möglichst drei Punkte zu holen", so der 20-Jährige, der bisher neun Tor für die Mainzer erzielte.

"Überragender Schnitt"

Ganz so kühn dürfte Tuchels Rechnung nicht sein, und dennoch hofft der Coach auf eine Fortsetzung der Erfolgsserie auch nach der Winterpause.

"Wir haben fast zwei Punkte pro Spiel geholt - das ist ein überragender Schnitt und eine gute Ausgangsposition für den weiteren Saisonverlauf", so Tuchel.

Die Rückkehr in die Erfolgsspur habe seine Mannschaft dabei geradezu erzwungen: "Wenn wir wie in diesem Spiel alles investieren und unsere Linie durchziehen, kommt auch das Glück zurück."

St. Pauli chancenlos

Allerdings hatte der Sieg auf St. Pauli nur wenig mit Glück zu tun.

Vor allem im ersten Durchgang spielten die Gäste den Kiezklub an die Wand und lagen durch die beiden schön herausgespielten Schürrle-Treffer (11./28. Minute) schnell mit 2:0 in Front.

Selbst nach dem Hamburger Anschlusstor durch einen von Matthias Lehmann verwandelten Handelfmeter (33.) blieb Mainz am Drücker und stellte noch vor der Pause durch das 3:1 von Adam Szalai (41.) die Weichen auf Sieg.

Stanislawski räumt Fehler ein

Nach dem Seitenwechsel drückten zwar zunächst die Platzherren, doch die dadurch frei werdenden Räume spielten den schnellen Mainzern in die Hände.

St. Paulis Hoffnungen durch Lehmanns erneuten Anschlusstreffer (63.) machte Marco Caligiuri (83.) endgültig zunichte.

"Wir hätten in diesem Spiel keinen Punkt verdient gehabt, denn wir waren fast immer einen Schritt zu spät", räumte Pauli-Coach Holger Stanislawski ein.

Zu viele Fehler hätten einen besseren Hinrundenabschluss seines Teams verhindert: "Wir haben alle entscheidenden Zweikämpfe verloren. Da kann man gegen Mainz nicht bestehen."

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