vergrößernverkleinern
Thomas Müller (M.) erzielt in der Mercedes-Benz-Arena das zwischenzeitliche 2:0 © imago

Bei Bayern kommt trotz des Sieges in Stuttgart keine große Freude auf. Die VfB-Krise verschärft sich bei Labbadias Einstand.

Von Mathias Frohnapfel und Olaf Mehlhose

Stuttgart - Bayern München hat die über weite Strecken enttäuschende Hinrunde halbwegs versöhnlich abgeschlossen.

Der Rekordmeister schaffte durch den 5:3-Sieg beim VfB Stuttgart mit nun 29 Punkten noch den Sprung auf Platz fünf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gomez gelang an alter Wirkungsstätte ein Dreierpack, aber der Sieg konnte die weiterhin existierenden Abwehrprobleme der Münchener nicht kaschieren.

"Die Stuttgarter hätten auch fünf oder sechs Tore schießen können, bei den vielen Torchancen, die sie hatten ", sagte Franz Beckenbauer bei SPORT1: "Wenn man allerdings zur Pause 3:0 führt, lässt man es automatisch ein wenig langsamer angehen." 326521(DIASHOW: Der 17. Spieltag)

Champions League ist das Ziel

Aber auch Trainer Louis van Gaal konnte sich über den Auswärtssieg nicht so recht freuen.

"Wir haben in der ersten Halbzeit nicht so gut gespielt, haben aber in den richtigen Momenten sehr schöne Tore gemacht", sagte der 59-Jährige: "Aber es ist schade, dass wir die Tore so weggeben. Das müssen wir verbessern."

Deshalb heißt die Zielsetzung für diese Saison auch Champions League - Gedanken an die Meisterschaft schob der Bayern-Trainer trotz der Niederlage von Tabellenführer Dortmund sogleich einen Riegel vor.

"Vier Punkte Rückstand auf Platz zwei können wir aufholen, aber Dortmund ist schon weit weg", erklärte der Niederländer.

Letztes Spiel von van Bommel?

Van Gaals Landsmann und Kapitän Mark van Bommel absolvierte in Stuttgart vielleicht sein letztes Spiel für den Rekordmeister, wollte dies aber weder bestätigen noch dementieren.

"Das ist die Entscheidung des Vereins, mein Vertrag läuft am Saisonende aus. Ich bin gerne Kapitän von Bayern München und beteilige mich nicht an Spekulationen", sagte der 33-Jährige bei "LIGA total!" zu den Gerüchten um einen Wechsel nach Wolfsburg bereits in der Winterpause.

Es hat ganz den Anschein, als würde der holländische Nationalspieler gerne in München bleiben. Ob er zum Start der Rückrunde allerdings noch im Trikot der Bayern aufläuft, bleibt abzuwarten.

Lob von van Gaal

Bevor es für die Bayern aber in die Winterpause geht, kommt es am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) im Pokal-Achtelfinale erneut zum Duell mit dem VfB. "Das wird ein ganz anderes Spiel. Da geht es wieder bei Null los", sagte van Gaal.

Bei Null blieb es im Bundesliga-Duell nicht lange: Mario Gomez (31.), Thomas Müller (36.) und Franck Ribery (43.) sorgten vor 40. 500 Zuschauern bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse.

Nach der Pause machte schließlich Gomez mit seinen Saisontreffern Nummer elf und zwölf (52. und 54.) alles klar, die Stuttgarter Tore durch den eingewechselten Martin Harnik (49. und 64.) und Christian Gentner (70.) waren zu wenig.

"Mario Gomez hat unglaublich gute Leistungen gezeigt, wenn er seine Chance bekommen hat. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", lobte van Gaal seinen Stürmer.

Anfeindungen gegen Gomez

Gomez selbst wollte die Treffer gegen seinen Ex-Klub nicht überbewerten.

"Es war nichts Besonderes. Beim ersten Tor wollte ich nicht großartig jubeln ? habe dann aber nach und nach Pfiffe und Anfeindungen im Spiel wahrgenommen. Ich wollte das aus Respekt nicht machen - aber der Respekt wurde mir nicht entgegen gebracht, deshalb habe ich dann das zweite und dritte Tor gefeiert."

Fans stocksauer

Anfeindungen gabe es aber nicht nur gegen Gomez, sondern auch gegen Bruno Labbadia und die Stuttgarter Mannschaft.

Wüste Beschimpfungen mussten sich der Neu-Coach und VfB-Akteure beim Gang in Richtung Fanblock von ihrem eigenem Anhang gefallen lassen, nachdem die total verkorkste Hinrunde perfekt war.

Auch lange nach dem Spiel versammelten sich noch hunderte Fans vor dem Station und protestierten lautstark. Präsident Erwin Staudt, Aufsichtsratschef Dieter Hundt und Manager Fredi Bobic stellten sich den Fans. Staudt sprach via Megaphon zu den Anhängern.

VfB überwintert auf Abstiegsplatz

"Die Situation ist schwierig. So eine Situation gab es beim VfB noch nie. Man merkt, dass das Umfeld damit nicht umgehen kann. Aber das wird Abstiegskampf pur. Darauf müssen wir uns einstellen", sagte Labbadia, dessen Bundesliga-Einstand alles andere als erfolgreich verlief.

Während Labbadia die drastischen Unmutsbekundungen nicht überbewerten wollte, kommentierte Bayern-Trainer Louis van Gaal: "Das gehört sich nicht. Die Zuschauer müssen die Spieler unterstützen."

Auf dem 17. Platz und in höchster Abstiegsgefahr überwintern die Schwaben in der Bundesliga, der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1975 droht mehr denn je.

Auf Labbadia, der nach Christian Gross und Jens Keller bereits der dritte VfB-Trainer in der laufenden Saison ist, wartet in der vierwöchigen Winterpause viel Arbeit.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel