vergrößernverkleinern
Mark van Bommel wurde mit den Niederlanden Vizeweltmeister 2010 © imago

Die Zeichen stehen auf Abschied: Mark van Bommel könnte den FC Bayern bereits in Kürze verlassen. Ein Nachfolger ist gefunden.

Vom FC Bayern berichten Daniel Rathjen und Mathias Frohnapfel

Stuttgart/München - Es war im Sommer 2006, kurz vor Schließung des Transferfensters.

Der Wechsel von Mark van Bommel vom FC Barcelona zum FC Bayern war plötzlich perfekt.

Seinen Weggang aus Spanien begründete der Niederländer damals mit "anderen Optionen", die der damalige Barca-Trainer Frank Rijkaard in Erwägung gezogen habe.

Im Winter 2010 muss der 33-Jährige an einen Abschied aus München denken 301503(DIASHOW: Bayerns Transfer-Kandidaten).

Das Achtelfinal-Pokalspiel beim VfB Stuttgart (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) könnte die letzte Partie für ihn im Dress des Rekordmeisters bedeuten.

Denn seine Situation ist schwierig - der Vertrag läuft aus. Einerseits ist er Kapitän, sein Wort hat in der Mannschaft Gewicht, bei Trainer Louis van Gaal steht er hoch im Kurs. Van Bommel ist mit Leidenschaft Bayer.

Andererseits kennt er die Mechanismen des Geschäfts. "Es wäre kurios, wenn der Kapitän im Winter geht. Im Fußball kann man aber nichts ausschließen. So ist es halt", sagt er.

Der Verein entscheidet

Es schwingt etwas Enttäuschung in seiner Stimme mit, er weiß: "Nur der Verein entscheidet."

Der Verein, das ist vor allem der Vorstand. Und der soll laut "kicker" dem Mittelfeldspieler in der zweiten Dezemberwoche, vor dem Spiel gegen St. Pauli, mitgeteilt haben, dass zum Saisonende Schluss für ihn sei.

Es soll eine Reaktion auf die "recht forsche" Forderung von van Bommels neuem Berater, Mino Raiola, nach einem Zweijahresvertrag gewesen sein, der andernfalls mit einem Weggang seines Schützlings in der Winterpause drohte.

Danach kam nichts mehr von Bayern-Seite.

[kaltura id="0_nw19pipv" class="full_size" title="Bayerns Personalpl ne"]

Der VfL Wolfsburg würde den "Aggressiv-Leader" gerne verpflichten, noch sind Manager Dieter Hoeneß allerdings die Gehaltsvorstellungen zu hoch.

Auch eine Rückkehr in die Heimat zur PSV Eindhoven ist für van Bommel denkbar, gleichzeitig sollen Manchester City, Tottenham Hotspur und Klubs aus Katar Interesse angemeldet haben.

Luiz Gustavo als Nachfolger

"Es wird jetzt viel spekuliert, ich werde mich nicht daran beteiligen", sagt van Bommel zu SPORT1.

Fakt ist: Der Platz für ihn ist eng. Bayern hat mit Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos zwei deutsche Nationalspieler, die ebenfalls auf der "Sechs" spielen können.

Und mit Luiz Gustavom kommt noch ein dritter Konkurrent hinzu. Der Hoffenheimer wird spätestens im Sommer zum Kader des FC Bayern stoßen. 301503(DIASHOW: Bayerns Transfer-Kandidaten).

"Wenn wir Ersatz finden, kann er jetzt schon gehen"

Dies bestätigte Klub-Mäzen Dietmar Hopp.

"Es ist sonnenklar, dass Gustavo im Sommer zu den Bayern gehen wird. Es wäre unfair, ja geradezu unmoralisch, wenn wir ihm die Karriere verbauen würden", sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung" und ergänzte: "Wenn wir gleichwertigen Ersatz bekommen, kann er schon jetzt gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies gelingt, wird mit jedem Tag geringer."

Der Brasilianer ist zehn Jahre jünger als van Bommel, als Ablösesumme sind 15 Millionen Euro im Gespräch.

Van Gaal hält sich zurück

Louis van Gaal, der seinem Kapitän das Vertrauen aussprechen könnte, unterlässt dieses. "Das müssen der Spieler und der Vorstand entscheiden", sagt er nur.

In der Mannschaft herrscht dagegen ein klares Votum: "Er ist unser Kapitän und wichtigster Spieler", betont Mario Gomez auf SPORT1-Nachfrage.

Ähnlich formuliert es Andreas Ottl: "Was genau im Winter passieren wird, das weiß ich nicht. Mark hat viel für die Mannschaft geleistet."

"Es kann schnell gehen"

Vielleicht kommt es tatsächlich erst im Sommer zur Trennung. Es ist ja auch nicht so, dass die Bayern nicht mehr von van Bommel profitieren könnten, Kroos ist verletzt und Tymoshchuk muss in der Innenverteidigung aushelfen.

Er ist weiterhin entschlossen und will nach der durchwachsenen Hinrunde die Trendwende erzwingen: "Wir werden in der Rückrunde nochmal angreifen", verspricht er.

Im gleichen Atemzug merkt er aber auch wieder an: "Es kann alles sehr schnell gehen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel