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Neuer spielt seit 1991 für die "Knappen" und durchlief alle Jugendmannschaften © imago

Vor dem Pokal-Spiel in Augsburg halten die Spekulationen um Schalkes Schlussmann trotz der klaren Worte Magaths weiter an.

Vom DFB-Pokal berichtet Christian Paschwitz

Augsburg - Offiziell gilt alle Konzentration des FC Schalke 04 natürlich ausschließlich der Partie gegen den FC Augsburg:

Mit einem Sieg beim Zweitliga-Herbstmeister wollen die Königsblauen ins DFB-Pokal-Viertelfinale springen (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Die daraus resultierenden Einnahmen könnten die Gelsenkirchener, die etwa 250 Millionen Euro an Verbindlichkeiten drücken, gut gebrauchen - auch um Manuel Neuer halten zu können

Denn Schalkes eigentlicher Kontrahent der Stunde befindet sich aber einige Kilometer östlich von Augsburg - und heißt FC Bayern.

Schon seit langem lockt der Rekordmeister den Schalker Schlussmann - und sorgt damit für Unruhe.

"Bis 2012 bleibt Manuel definitiv"

Einmal mehr überlagern die Störfeuer aus München die Spiel-Vorbereitung von Felix Magath. Auch jetzt.

Dass Schalkes Coach erst am Montag eilfertig - mal wieder - zu einem Machtwort im Fall Neuer ausgeholt hatte und einen Verkauf des Nationaltorhüters ausschloss, dürfte beim Revier-Klub nicht wirklich für Entspannung sorgen.

"Bis 2012 bleibt Manuel definitiv", so Magath im "kicker" mit Verweis auf Neuers Vertragslage. "Sicher könnten wir ihn für viel Geld verkaufen. Aber gleichwertiger Ersatz wäre nicht zu bekommen."

Wie verhält sich Tönnies?

Doch wie viel Macht hat Magath tatsächlich, seinen Schlussmann zu halten? Dass Neuer bleibt, wirkt gleich doppelt unwahrscheinlich:

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Zum einen wäre Neuer in der kommenden Saison ablösefrei. Während die Bayern aktuell bereit sein sollen, im Sommer 15 Millionen Euro zu zahlen.

Eine Summe, auf die Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wohl kaum verzichten will angesichts der brisanten Finanzlage des Klubs (rund 250 Millionen Euro Verbindlichkeiten).

Neuer hält sich alle Optionen offen

Zum anderen hält sich Neuer selbst nach wie vor alle Optionen offen für einen Wechsel zu den Bayern - ungeachtet seiner Schalker Herkunft und zur Schau getragenen Verbundenheit mit Königsblau.

"Es ist bekannt, dass mein Vertrag auf Schalke bis 2012 läuft. Ansonsten gibt es von mir dazu keine Wasserstandsmeldungen", sagte der 24-Jährige dem "kicker".

Ein reinigendes Dementi aller Spekulationen hört sich anders an.

Butt ein Auslaufmodell, Kraft zu jung

Was nicht wirklich verwundert: Anders als auf Schalke hat Neuer bei den Bayern eine Dauergarantie, um die Meisterschaft und in der Champions League mitzuspielen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und selten war es wohl so einfach, als Nummer eins beim Rekordmeister zu landen:

Jörg Butt steht mit 36 Jahren im Spätherbst seiner Karriere, Ersatzmann Thomas Kraft wirkt zu grün für die Nachfolge.

Kahn plädiert für Neuer

Eine Einschätzung, die Oliver Kahn ähnlich sieht:

"Bei einem Verein wie Bayern München muss ein Torwart von absolutem Weltklasseformat im Tor stehen", so der Ex-Titan im Doppelpass bei SPORT1.

Und weiter: "Thomas Kraft ist ein riesengroßes Talent, aber keiner von uns weiß, wie er unter höchsten Druckanforderungen reagieren wird."

Mega-Gehaltserhöhung wohl egal

Es passt ins Bild, dass Neuer auf Schalke eine angebotene Vertragsverlängerung bis 2013 inklusive einer angeblich sofortigen Gehaltserhöhung von zwei auf bis zu sechs Millionen Euro bisher verstreichen ließ.

Womöglich zusätzlicher Anreiz für den Keeper neben seiner in München lebenden Freundin Kathrin:

Bei den Bayern würde er mit Holger Badstuber und Philipp Lahm seine halbe Nationalmannschaftsabwehr vor sich haben.

Fall Gomez lässt tief blicken

Dazu kämen noch die weiteren DFB-Team-Kollegen Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Mario Gomez.

Apropos Gomez: In der Vergangenheit hatte gerade dessen Beispiel gezeigt, wie lang der Münchner Atem am Ende reicht und reizt.

"Ich habe beim VfB noch Vertrag bis 2012", hatte der Stürmer im Frühjahr 2008 hinsichtlich Wechsel-Spekulationen immer wieder betont.

Um schließlich ein Jahr vorm Verstreichen der Ablösesumme die Stuttgarter für angeblich 30 Millionen Euro doch zu verlassen.

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