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Hugo Almeida gewann 2004 mit dem FC Porto die Champions League © getty

Der Portugiese verlässt Werder schon in der Winterpause. Beim Schuster-Klub versucht er einen Neuanfang. Allofs tritt nach.

Von Andreas Kloo

München - "Die Zeichen stehen auf Trennung", hatte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs der "Syker Kreiszeitung" bereits offenbart.

Nun ist die Trennung wohl vollzogen.

Hugo Almeida wird den SV Werder Bremen nach Information von "Bundesliga Aktuell" bereits in der Winterpause verlassen und zu Besiktas Istanbul wechseln.

Beim von Bernd Schuster trainierten Klub soll er einen Dreijahresvertrag unterzeichnen.

Werder Bremen hat den Transfer allerdings noch nicht bestätigt. Auch Almeida dementiert: "Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, am 2. Januar wieder in Bremen zu sein".

Zwei Millonen Euro Ablöse

Der 26-Jährige würde nach viereinhalb Jahren die Bremer verlassen . In dieser Zeit hatte Almeida 41 Bundesliga-Treffer erzielt.

Ein Wechsel erst im Sommer wäre nicht in Werders Sinn gewesen. Denn dann hätte der Portugiese ablösefrei dem Verein verlassen können.

So kassiert der SV wenigstens noch etwas Geld. Von einer Ablösesumme von knapp 2 Millionen Euro ist die Rede.

Keine finanzielle Einigung

An eine Einigung über eine Vertragsverlängerung hatte Allofs ohnehin nicht mehr geglaubt.

Die finanziellen Vorstellungen beider Seiten lagen zu weit auseinander. "Das, was er haben will, kann er bei uns nicht verdienen", stellte Allofs klar 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

"Reine Spekulation"

Das Interesse von Besiktas am Werder-Stürmer war bereits länger bekannt. "Sie haben Hugo im Visier", hatte Allofs zuletzt zugegeben.

Almeida dagegen dementierte vor einer Woche gegenüber SPORT1 konkrete Verhandlungen mit Besiktas: "Manche Leute geben grundlose Dinge weiter und das ist ein Beispiel dafür. Es ist reine Spekulation, dass es Verhandlungen mit Besiktas gibt".

Unrühmlicher Abschied

So verlässt nun wohl ausgerechnet der bislang gefährlichste Bremer Angreifer die Mannschaft. Neun Tore erzielte Almeida in der Hinrunde (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

Einen großen Abgang vermieste er sich selbst. In seiner letzten Bundesliga-Partie für Werder erzielte er beim 3:0 gegen den FC St. Pauli einen Dreierpack, ließ sich aber kurz vor Schluss zu einer Tätlichkeit hinreißen.

Da ihn der DFB anschließend für drei Spiele sperrte, verabschiedete sich Almeida verfrüht in die Winterpause.

Allofs sauer

Spätestens seit dieser Partie war auch das Verhältnis zu Allofs mehr als angespannt: "Ich bin noch immer sauer auf ihn. Er bringt unseren Erfolg in Gefahr", hielt der Manager mit seinen Gefühlen nicht hinterm Berg.

Dass sich Almeida trotz dieser "Dummheit" auch noch über fehlende Rückendeckung durch den Verein beklagte, passte Allofs überhaupt nicht: "Das ist der größte Blödsinn, den ich je gehört habe. Normalerweise hätten wir ganz anders handeln müssen."

Vernichtendes Urteil

Seine Weigerung, die deutsche Sprache zu erlernen, war ein weiterer Kritikpunkt Allofs.

Das abschließende Urteil des 54-Jährigen über seinen Spieler klingt vernichtend: "Die Clubs müssten bei uns Schlange stehen, um ihn zu kaufen. Das ist aber nicht der Fall", hielt Allofs fest.

An einer angeblichen Offerte von Real Madrid war offenbar nichts dran. Aber mit dem Schuster-Klub Besiktas hat Almeida nun wohl doch einen Abnehmer geben.

Absage an Safari

Eine Absage erteilte Allofs derweil einer möglichen Verpflichtung von Außenverteidger Behrang Safari vom FC Basel. "Wir werden das nicht machen", sagte Allofs.

Man habe den im Sommer ablösefreien Schweden mit iranischen Wurzeln zwar einige Male beobachtet, sich perspektivisch aber gegen eine Verpflichtung entschieden.

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