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Tim Borowski (l.) trug von 1996 bis 2008 das Trikot von Werder Bremen © getty

Die Bayern nehmen Kurs auf die Herbstmeisterschaft. Das Geheimnis des Erfolgs ist denkbar einfach: Rennen bis zum Abpfiff.

Von Katrin Freiburghaus

München - Der Bayern-Manager ist beim Blick auf die Tabelle derzeit bestens gelaunt:

Nur ein Punkt trennt den Rekordmeister nach dem Stotter-Start in die Saison noch vom Tabellenführer aus Leverkusen.

"Der heiße Atem ist wieder zu spüren. Wir sind wieder voll im Geschäft", sagte Uli Hoeneß.

Verglichen mit dem Spitzenreiter ist der Atem der Bayern aber vor allem eines: Länger.

In der Schlussphase "nahezu perfekt"

Denn Bayers Coach Bruno Labbadia sitzt die letzte halbe Stunde einer Partie immer besonders unruhig.

Zwar legt sein Team stets los wie die Feuerwehr, allerdings hat es sich auch schon wiederholt als sehr anfällig für späte Gegentore erwiesen.

Bei Jürgen Klinsmann macht sich gegen Ende einer Partie dagegen Entspannung breit. Über die Schlussphase seines Teams beim 2:1 auf Schalke urteilte er gewohnt nüchtern: "Wir haben defensiv nahezu perfekt gestanden." Nervenflattern klingt anders.

Bayern drehen gegen Ende auf

Klinsmanns Ruhe ist aber nicht etwa Ausdruck von Überheblichkeit. Der 44-Jährige wurde von seinen Mannen zuletzt schlicht alles andere als enttäuscht (die aktuelle Tabelle).

Gegen Bielefeld entschied Klinsmanns Truppe die Partie mit zwei Toren in der Schlussviertelstunde, in Florenz brachte Tim Borowski die Bayern mit seinem späten Ausgleichstor in eine glänzende Ausgangsposition für die letzten beiden Gruppenspiele der Champions League.

Dass die Bayern noch mal aufdrehen können, wenn der Gegner schon halb unter der Dusche steht, ist natürlich auch den Spielern nicht entgangen.

"Man hat gut gesehen, dass wir in der zweiten Halbzeit viel präsenter und aggressiver in den entscheidenden Zweikämpfen waren", sagte Borowski gegenüber Sport1.de.

"Spritzig, heiß und voller Selbstvertrauen"

"Wir sind spritzig, heiß und voller Selbstvertrauen", sagte er weiter und hatte auch gleich eine Erklärung für den Fitness-Vorsprung parat.

"Unsere Fitness-Trainer teilen sich die Arbeit untereinander auf, arbeiten individuell mit den Spielern und bringen sie so voran. Das machen sie sehr gut", sagte der Ex-Bremer.

Der Unterschied zu Borowskis ehemaligem Verein, der seinen Ansprüchen gerade mächtig hinterherhinkt, sieht der Mittelfeldmann besonders in den quantitativen Möglichkeiten.

Vier Fitness-Trainer

Klinsmann dürften diese Worte gefallen. Immerhin war der neue Boss auf der Bayern-Bank nach der Durststrecke zu Saisonbeginn von Kritikern für sein Fitness-Faible belächelt worden.

Die Vereinsseite des Klubs listet gleich vier hochqualifizierte Herren auf, die sich ausschließlich um die Fitness und Rehabilitation von Klinsmanns Starensemble kümmern.

Das Resultat des personellen Aufwands aber zahlt sich mittlerweile aus. "Wir haben schon ein, zwei englische Wochen hinter uns, in denen wir relativ erfolgreich waren", sagte Borowski. "Ich fühle mich fit - das ist die Grundvoraussetzung für mein Spiel", fügte er hinzu.

Warm anziehen

In den kommenden Wochen steht Klinsmanns Fitness-Konzept erneut auf dem Prüfstand. Zweimal müssen die Bayern vor den Weihnachtsferien noch in der Königsklasse ran.

Dazu bekommt es die Klinsmann-Elf in der Liga in vier von fünf Fällen mit Teams zu tun, die keine Doppelbelastung haben.

Sollte der Bayern-Atem tatsächlich noch für die Herbstmeisterschaft reichen, muss sich die Kokurrenz auch nach der Winterpause warm anziehen.

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