vergrößernverkleinern
Kontrahenten in Sachen Fünf-Jahreswertung: Bayerns Bastian Schweinsteiger und Reals Sami Khedira © imago

Die Liga hat den vierten Champions-League-Startplatz fast sicher. Doch DFL-Chef Seifert will mehr - und lobt die Bayern.

München - Erzrivale Italien überholt, Weltmeister Spanien dicht auf den Fersen.

Die Bundesliga steuert weiter auf Rekordkurs und hat laut DFL-Chef Christian Seifert den vierten Startplatz in der Champions League fest im Visier.

"Wir sind auf dem allerbesten Weg, in der UEFA-Fünf-Jahreswertung Italien zu überholen und nach Jahren wieder einen vierten Champions-League-Startplatz zu erreichen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Seifert gibt sich zudem angriffslustig: "Das nächste Ziel muss sein, in den kommenden Jahren die zweitplatzierten Spanier nicht nur anzugreifen, sondern zu überholen."

Bundesliga auf dem Vormarsch

Der hohe Unterhaltungswert der Liga spiegelt sich für Seifert, der seinen Vertrag bei der DFL kürzlich bis 2014 verlängerte, auch in den anhaltend guten Zuschauerzahlen.

"Wir steuern erneut auf einen Schnitt von mehr als 42.000 Zuschauern zu - und das trotz zuletzt schwieriger Witterungsbedingungen", sagte der 40-Jährige.

Und weiter: "Hinzu kommt die Tatsache, dass einige Clubs wie beispielsweise Mainz oder St. Pauli in relativ kleinen Stadien spielen."

International ist das Oberhaus trotz des Ausscheidens von Bundesliga-Primus Borussia Dortmund in der Europa League deutlich auf dem Vormarsch.

Sechs Siege bis zum sicheren dritten Platz

Der vierte Startplatz in der Königsklasse rückt immer näher. Aktuell liegt Deutschland mit 66,936 Punkten deutlich vor der Serie A, die 59,838 Zähler aufweist.

Die ersten beiden Plätze belegen weiterhin England (81,070) und Spanien (76,329).

Sollten den verbliebenen deutschen Europacup-Vertretern Bayern München und Schalke 04 (Champions League) sowie Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart (Europa League) zusammen noch sechs Siege gelingen, wäre der dritte Platz am Ende der Saison gesichert.

Dann könnte die Bundesliga in der Saison 2012/13 wieder vier Teilnehmer (3 Direktstarter + 1 Qualifikant) für die Champions League stellen.

Lob an die Nachwuchszentren

Das war letztmals in der Saison 2001/02 der Fall. In der Saison 2013/2014 könnte die Bundesliga dann sogar an Spanien, der Liga des Weltmeisters, vorbeiziehen.

"Das hat viele Gründe. Ein ganz wesentlicher Punkt ist sicherlich die hervorragende Arbeit in den Nachwuchsleistungszentren. Dass diese verpflichtend eingeführt wurden, kann gar nicht hoch genug bewertet werden", sagte Seifert.

Der DFL-Chef zeigt sich optimistisch: "Alleine in dieser Saison fließen rund 90 Millionen Euro aus der Liga in die Leistungszentren - Investitionen, die sich auch in Zukunft weiter auszahlen werden."

"Junge Spieler besser als je zuvor"

Für Seifert ist auch der Erfolg der deutschen Nationalmannschaft im Sommer bei der WM in Südafrika ein Resultat der hervorragenden Nachwuchsarbeit der Bundesligisten.

"Die Bundesliga kann sich ein großes Selbstbewusstsein leisten. Denn ohne die Arbeit und Unterstützung der Liga wären die Erfolge der Nationalmannschaft nicht denkbar."

Der 40-Jährige betont zudem: "Im Wesentlichen dank der Leistungszentren gibt es heute mehr und besser ausgebildete junge Spieler als je zuvor. Aus diesem Reservoir schöpft der DFB. Deshalb hat die Nationalmannschaft künftig auch wieder eine echte Chance, Titel zu gewinnen."

Özil- und Khedira-Wechsel ein Dorn im Auge

Dass nach der WM in Sami Khedira und Mesut Özil gleich zwei Nationalspieler in die Primera Division zu Spaniens Rekordmeister Real Madrid gewechselt sind, ist Seifert insbesondere hinsichtlich der Erlöse aus der Auslandsvermarktung aber ein Dorn im Auge.

"Es ist generell nicht gut für die Bundesliga, wenn Stars wie Özil und Khedira ins Ausland wechseln. Jeder Kommentar, der hierzu in eine andere Richtung geht, verkennt die Tatsache, dass die Vermarktung einer Liga, ihrer Spieler und Erfolge die ökonomische Basis legt, auf der alles andere aufbaut", sagte Seifert.

"Die Liga muss Bayern danken"

Vor diesem Hintergrund ist die operative Abteilung der Liga froh, dass zumindest Branchenkrösus Bayern München die WM-All-Stars Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger langfristig binden konnte.

"Ich glaube, dass die gesamte Bundesliga dem FC Bayern dankbar sein muss, dass sie Bastian Schweinsteiger und auch Philipp Lahm gehalten haben.

Denn solche absoluten Topspieler braucht die Liga", sagte Seifert.

Lahm und Schweinsteiger Weltstars

Und weiter: "Lahm und Schweinsteiger wurden bei der WM ins All-Star-Team gewählt, sie sind mittlerweile Weltstars. Um die jüngsten finanziellen Erfolge in der Auslandsvermarktung weiter fortführen zu können, brauchen wir auch solche Spieler."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel