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Der FC St. Pauli startete als erste Mannschaft in die Rückrunden-Vorbereitung © getty

Am 14. Januar startet die Bundesliga-Rückrunde. Die Meinungen der Vereine über den frühesten Start seit 1979 gehen auseinander.

München - Aus der traditionellen mehrwöchigen Vorbereitungszeit wurde diesen Winter nur ein ungeliebtes "verlängertes Wochenende".

Die kurze Winterpause und der früheste Rückrundenbeginn seit 1979 spalten die Bundesliga (DATENCENTER: Bundesliga).

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge fordert zum Beispiel eine längere Unterbrechung vor der zweiten Saisonhälfte.

Dagegen plädiert St. Paulis Trainer Holger Stanislawski ähnlich wie in England für eine komplette Abschaffung der spielfreien Zeit.

Bier und Bratwurst statt Gänsebraten?

"Ich verstehe diese Pause einfach nicht. Durchzuspielen macht doch auch mehr Sinn für die zahlreichen Zuschauer, die jetzt in der Zeit Urlaub haben", sagte Stanislawski der "Hamburger Morgenpost".

Und der St.-Pauli-Coach, dessen Mannschaft am Montag als erstes der 18 Bundesligateams die Vorbereitung auf die Rückrunde aufgenommen hatte, weiter: "Außerdem würden sich die Fans nach dem 740. Gänsebraten doch auf Bier und Bratwurst im Stadion freuen."

"Ich halte die Winterpause in der Form für unnütz. Entweder macht man eine lange Pause oder gar keine", erklärte der 41-Jährige, dessen Teammanager Christian Bönig die insgesamt nur neun freien Tage des Teams als "verlängertes Wochenende" bezeichnet hatte.

"Leider ist die Pause viel zu kurz"

Auch beim deutschen Rekordmeister Bayern München herrscht Unzufriedenheit mit der Winterpause, doch damit hören die Gemeinsamkeiten mit dem Aufsteiger aus Hamburg auf.

"Leider ist diese Pause viel zu kurz. Ich hätte mir nach einer Weltmeisterschaft und der schon im Sommer extrem kurzen Pause mindestens zwei, zweieinhalb Wochen Regeneration gewünscht", sagte Rummenigge dem "kicker".

"Die DFL wollte unbedingt eine kurze Winterpause. Ich habe das nicht ganz verstanden. Die Winterpause brachte erstens Tradition bei uns und zweitens für die Vereine und die Nationalmannschaft große Vorteile mit sich." Denn nach einem Jahr mit einer WM, so Rummmenigge weiter, seien die Nationalspieler "bis zur Obergrenze belastet gewesen."

Kracher zum Rückrundenstart

Bereits am 14. Januar beginnt die Bundesliga mit dem Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und Spitzenreiter Borussia Dortmund ihre Rückrunde.

Zuletzt startete die Liga in der Spielzeit 1978/79 (13. Januar) früher in das neue Jahr. In der zweiten Saison 1964/65 wurde sogar schon am 2. Januar wieder um Punkte gespielt, 1973/74 am 5. Januar.

Vorbereitung im Schnee

Bei der kurzen Vorbereitungszeit in dieser Saison steht auch das traditionelle Trainingslager vieler Bundesligisten in wärmeren Gefilden auf dem Prüfstand.

Leverkusen, St. Pauli und der SC Freiburg verzichten darauf ganz. Dafür müssen sich die Daheimgebliebenen nun mit den in Deutschland vorherrschenden Schneemassen herumschlagen, bei deren Anblick Stanislawski nur noch Galgenhumor blieb: "Dann machen wir wohl Olympische Winterspiele." 329334DIASHOW: Trainingsauftakt St. Pauli

Kurze Pausen in den Top-Ligen

In den anderen europäischen Ländern bleibt den Spielern dagegen noch weniger Zeit zum Ausruhen - wenn überhaupt (DATENCENTER: Internationale Ligen).

Traditionell verzichtet die englische Premier League auf eine Pause. Dort wird auch am 26. Dezember gespielt, doch wurden die Begegnungen in diesem Jahr vom schneereichen Winter beeinträchtigt. Zwei Spiele mussten abgesagt werden.

Spaniens Primera Division (20. Dezember bis 2. Januar) und Italiens Serie A (19. Dezember bis 6. Januar) legen eine noch kürzere Pause als die Bundesliga ein.

Nachteile für Russen und Co.

Ganz anders verhält es sich dagegen in Russland, der Ukraine, Schweden und Norwegen. Dort dauert die Saison von März bis November.

Im europäischen Vergleich bedeutet dies durchaus Nachteile, denn in den frühen Europapokal-Runden treten diese Mannschaften fast ohne Spielpraxis an.

Im kommenden Jahr könnte davon Bayer Leverkusen profitieren. Die Werkself trifft in der Zwischenrunde der Europa League auf Metalist Charkow - mehrere Wochen vor dem Ligastart in der Ukraine.

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