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Artur Wichniarek besitzt bis Juni 2009 einen Vertrag in Bielefeld © getty

Die Existenzangst geht um in der Bundesliga. Doch der VfL Bochum, Arminia Bielefeld und Energie Cottbus reagieren unterschiedlich.

Von Michael Schulz

München - Die einen mahnen Zusammenhalt an, die anderen wollen Stürmer einkaufen.

Doch dem VfL Bochum, Arminia Bielefeld und Energie Cottbus ist gemeinsam, dass sie erst einen einzigen Sieg in zwölf Runden erringen konnten.

Dennoch reagieren die abstiegbedrohten Klubs unterschiedlich auf die ernste Situation.

Sport1.de beleuchtet, warum das Trio nicht besser dasteht.

Arminia Bielefeld

In den letzten sieben Spielen gab es nur drei Unentschieden. Den einzigen Saisonerfolg schaffte die zweitschlechteste Auswärtsmannschaftgab der Liga gegen den 1. FC Köln (2:0).

"Oh wie ist das schön", sagen die Arminia-Fans nach der Heimniederlage gegen Aufsteiger Borussia Mönchengladbach.

Damit verhöhnten sie ihre Spieler nach dem 0:2 noch zusätzlich. Trotzdem stellte sich Artur Wichniarek den wütenden Zuschauern, die ihn als "Absteiger" beschimpften. Zudem wurde dem Torjäger auch noch der gestreckte Mittelfinger gezeigt.

"Das war hart und hat mich richtig sauer gemacht, denn ich wollte die Stimmung schlichten", sagte der Pole: "Ich verstehe zwar die Enttäuschung der Fans, aber nicht, dass sie die auf diese Weise herauslassen."

Der 31-Jährige weiter: "Wenn wir nicht absteigen wollen, müssen wir alle zusammenhalten. Eine solche Unruhe bringt überhaupt nichts."

Pole ist Alleinunterhalter

An der Einstellung des Stürmer liegt es nicht, dass die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck aktuell Vorletzter der Liga (die Tabelle) ist.

Vielmehr sind die Ostwestfalen abhängig von "König Artur", der acht der zwölf Saisontore erzielte. Das weiß auch Klubpräsident Hans-Hermann Schwick: "Unsere Gegner müssen nur Artur ausschalten. Das reicht schon."

Zwei neue Stürmer?

Daher verspricht der 60-Jährige Verstärkungen für die Winterpause: "Zwei Stürmer werden geholt."

Eine überraschende Aussage angesichts der begrenzten finanziellen Möglichkeiten.

"Für den Abstieg muss man auch ein überschaubares Risiko eingehen", erklärt Schwick: "Die Bundesliga zu halten, ist immer billiger als abzusteigen."

Buckley und Rösler im Gespräch

Im Gespräch sind neben dem früheren Bielefelder Delron Buckley (jetzt Borussia Dortmund) auch der in Gladbach ausgemusterte Sascha Rösler.

"Er ist mit seinen Eigenschaften eine Variante, die man diskutieren kann", bestätigt Sportdirektor Detlev Dammeier.

VfL Bochum

Keine Hektik bricht im VfL-Team von Marcel Koller aus. "Wir hatten auch in der vorigen Saison eine so lange Negativserie", entgegnet Mittelfeldspieler Christoph Dambrowski auf die vier Punkte aus den letzten acht Spielen.

Optimistisch stimmt die Bochumer die Unentschieden in München, in Dortmund und gegen Bremen.

Der letzte und einzige Sieg war jedoch ein 2:0 gegen Bielefeld.

Neuzugänge hinter den Erwartungen

Dabei hatten die Bochumer in die "Rückkehrer" Paul Freier (Leverkusen) und Vashid Hashemian (Hannover) sowie den Keeper Daniel Fernandes (PAOK Saloniki) und die bisherige Leihgabe Mimoun Azaouagh mehr als vier Millionen Euro investiert.

Doch bis auf den Ex-Schalker mit fünf Vorlagen (das Spielerporträt) und den Schlussmann Fernandes blieben die anderen beiden hinter den Erwartungen zurück.

Schwer wiegt auch das Leistungstief von Stanislav Sestak. Der Slowake war im Vorjahr mit 13 Toren und neun Assists einer der Top-Torjäger der Liga. Aktuell laboriert der 25-Jährige an einem Zehenbruch.

Das weiß auch Thomas Zdebel. "Wir haben zwar die Qualität im Kader, aber wir müssen endlich unser Spiel nach vorne verbessern", fordert der VfL-Kapitän.

Der Mittelfeldspieler gibt ein ehrgeiziges Ziel vor: "Wir brauchen noch drei Siege bis zur Winterpause."

Das ergebe neun Punkte.

Energie Cottbus

Drei Zähler mehr als Energie Cottbus aktuell auf dem Konto hat. Und mehr als sechs Tore hat Cottbus auch noch nicht erzielt.

Statistiker ziehen schon Vergleiche mit dem schlechtesten Bundesliga-Absteiger aller Zeiten: Tasmania Berlin.

Der Klub verabschiedete sich 1965/66 mit zwei Siegen (15:108 Tore) aus dem Oberhaus.

Trainer Bojan Prasnikar hat zwar treffsichere Angreifer, die alle sechs bisherigen Treffer erzielten, doch Abwehr und Mittelfeld hinken hinterher.

"Nicht nur die Stürmer sind dafür da, Tore zu machen", weiß Verteidiger Daniel Ziebig, der das Heimspiel am Samstag gegen Karlsruhe (ab 15 Uhr LIVE) als "Schlüsselspiel" einstuft.

Im Stadion der Freundschaft warten die Energie-Fans noch sehnlichst auf einen Dreier.

"Das ist ein klassisches Endspiel", sagt Keeper Gerhard Tremmel und bekommt Unterstützung von Timo Rost. "Wir müssen das Ding ziehen - egal wie. Dann sieht die Welt wieder gut aus."

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