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Arjen Robben (r.) wechselte 2009 von Real Madrid zum FC Bayern München © imago

Der Physiotherapeut des Niederländers attackiert den Rekordmeister - und hält Robbens Pause für "weggeworfene Zeit".

Von Martin Hoffmann

München - "Bij Bayern zijn ze knettergek", findet der Mann, der als Arjen Robbens "Wunderheiler" bekannt wurde.

Und man muss kein niederländisch sprechen, um zu ahnen, dass hinter dieser Aussage keine Nettigkeit steckt.

"Knettergek", das bedeutet so viel wie "blöd", "irre", "meschugge" oder "plemplem".

Und es bedeutet: Die Schlammschlacht um die lange Pause von Arjen Robben geht in eine neue Runde. (158088DIASHOW: Robbens Verletzungen)

Behandlung vor der WM

Physiotherapeut Dick van Toorn, der Mann, der Arjen Robben vor der WM behandelt hat, erklärt den Rekordmeister öffentlich für verrückt - weil er der Meinung ist, dass Robben längst wieder spielen hätte können.

Zur Erinnerung: Robben hatte sich kurz vor dem WM verletzt, spielte aber nach einer Behandlung bei van Toorn - wegen seiner unorthodoxen Arbeitsweise als "Frankensteins Magier" bekannt - dann doch.

Kurz darauf diagnostizierte Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen Muskelriss bei Robben - mit dem der Flügelstürmer nach Ansicht der Bayern in Südafrika schon gespielt hatte.

Attacke auf Müller-Wohlfahrt

Die Folge war ein monatelanger Clinch zwischen Bayern und dem holländischen Verband KNVB, der sich gerade erst zu lösen schien.

Nun aber gießt van Toorn im "Algemeen Dagblad" neues Öl ins Feuer ? und attackiert die Bayern und ihren Arzt.

"Müller-Wohlfahrt hat gesagt, dass ich mit Arjen ein zu aggressives, unorthodoxes Programm absolviert habe", klagt der 77-Jährige: "Das ist Blödsinn!"

"Ein Eimer voll schlamm"

Van Toorn wirft den Bayern rufschädigendes Verhalten ihm gegenüber vor: "Über mich ist ein Eimer voll Schlamm gekippt worden."

[kaltura id="0_d168qw7z" class="full_size" title="Van Gaal l sst Bayern zappeln"]

Und er vertritt weiterhin die Meinung, dass Robbens Verletzungspause eigentlich überflüssig wäre: "Robben ist schon im fünften Monat, ohne etwas zu tun." Genau deswegen seien die Bayern "knettergek".

Es sei "unbegreiflich, dass Robben, der Mannschaftskameraden gegenüber sagt, dass er gesund ist, monatelang draußen sitzt". Dies sei "weggeworfene Zeit für einen Spitzensportler".

"Gefahr, dass die Verletzung wieder aufbricht"

Aus van Toorns Sicht schadet Robbens seit August andauernde Auszeit mehr als sie nützt: "Bevor er jetzt wieder fit ist, muss ganz schön was passieren. Und es besteht jetzt eine große Gefahr, dass die Verletzung wieder aufbricht."

Van Toorn steht aber recht einsam da mit seiner Ansicht, dass Robbens Monate lange Tortur überflüssig gewesen wäre - eine Tortur, deren Ende Robben nicht abwarten kann.

"Dein Körper will trainieren und spielen", sagt er: "Aber du darfst nicht. Und du weißt, es liegt noch eine lange Zeit vor dir, in der du nicht spielen kannst", sagt der Außenstürmer.

Robben will angreifen

Die "schwierigste Phase" seiner Karriere sei aber nun vorbei. Nach einem Familien-Urlaub in Dubai will Robben mit dem FC Bayern in der Rückrunde angreifen - und versuchen, die 14 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Dortmund aufzuholen (DATENCENTER: Bundesliga):

"Ich liebe Fußball, ich will Fußball spielen", sagt Robben: "Ich werde mehr als 100 Prozent geben, um so schnell wie möglich wieder der Alte zu sein. Ich kann mit Vollgas anfangen."

Zugleich aber dämpft er die Heilserwartungen: Es werde "nicht automatisch so sein, dass alles gut wird, wenn ich wieder spiele. So einfach ist das nicht."

Es gelte nur eben auch die Devise: "Im Fußball ist alles möglich. Ab 2. Januar geben wir Vollgas und werden versuchen, eine sehr lange Serie hinzulegen."

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