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Ralf Rangnick führte die TSG Hoffenheim aus der dritten Spielklasse in die Bundesliga © imago

Der Berater des 1899-Trainers widerspricht bei SPORT1 Gerüchten um dessen Rücktritt - gesteht aber ein Problem mit Hopp ein.

Von Olaf Mehlhose

Ralf Rangnick bleibt Trainer von Hoffenheim - wohl auch dann, wenn Luiz Gustavo in der Winterpause zum FC Bayern wechseln sollte. (301503DIASHOW: Die Planspiele des FC Bayern)

Rangnicks Berater Oliver Mintzlaff jedenfalls räumt bei SPORT1 mit Gerüchten um einen möglichen Rücktritt des 52-Jährigen auf.

"Ralf Rangnick hat klargemacht, dass Luiz Gustavo einer der wichtigsten Spieler seiner Mannschaft ist, den er zum Erreichen eines Europapokalplatzes braucht", so Mintzlaff.

Und weiter: "Der Verein hat natürlich auch auf die Wirtschaftlichkeit im Auge. Daraus allerdings abzuleiten, dass Rangnick bei einem Verkauf Luiz Gustavos hinschmeißt, ist Spekulation." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rangnick sieht sportliche Ziele gefährdet

Damit widersprach Mintzlaff der Interpretation der "Bild"-Zeitung, dass Rangnick sein Amt bei einem Verkauf des Brasilianers niederlegen würde.

Der Berater räumte indes ein, bei der Personalie Luiz Gustavo seien Rangnicks Interessen mit denen von Klub-Mäzen Dietmar Hopp aneinander geraten.

Heißt konkret: Luiz Gustavo für 15 Millionen nach München abzugeben, mache von Seiten des Vereins durchaus Sinn. Rangnick dagegen sehe seine Ziele durch den Verkauf eines Leistungsträgers gefährdet.

"Interessenkonflikt wird es immer geben"

"Einen Interessenkonflikt wird es zwischen Verein und Trainer immer geben", erklärt Mintzlaff dazu, glaubt aber nicht, dass sich ein möglicher Verkauf des Brasilianers nachhaltig auf Rangnicks Arbeit auswirken werde: "Ralf Rangnick hat mit dem jetzigen Kader einen Mehrwert von 60 Millionen Euro erwirtschaftet - deshalb sehe ich seine Position keinesfalls geschwächt."

Eines lässt sich allerdings nicht wegdiskutieren: Die beiden Führungsfiguren Rangnick und Hopp sind im Kraichgau nicht zum ersten Mal wegen des gleichen Themas aneinandergerasselt.

Bereits im Mai 2009 hatte Rangnick seinen Abgang angedeutet, sollte seinen Forderungen nach neuen Spielern nicht entsprochen werden. Doch am Ende setzte sich Hopp durch ("Ich lasse mich nicht erpressen.") - und der Trainer blieb.

Nicht der erste Zoff mit Hopp

Auch vor der Saison 2010 kanzelte Hopp Rangnicks Wunsch nach Verstärkungen ab: "Man muss sich auf das Machbare konzentrieren. Mein Ziel ist es, auf einen grünen Zweig und aus den roten Zahlen zu kommen. Ich würde am liebsten einen Transferüberschuss sehen."

Aber nicht nur Hopps Sparsamkeit sorgte bei Rangnick nun augenscheinlich für Verstimmung.

Dass er im Fall Luiz Gustavo wohl nicht wirklich über den Stand der Verhandlungen informiert worden ist, dürfte beim Trainer einen faden Beigeschmack hinterlassen.

Kommunikation nicht optimal

Auch Mintzlaff gestand ein Kommunikationsproblem ein. "Ralf Rangnick muss nicht in jedes Vertragsgespräch miteingebunden sein, aber die Kommunikation - das hat Ralf Rangnick auch bestätigt - hätte in diesem Fall sicherlich anders laufen können."

Und weiter: "Einen Bruch zwischen Vereinsführung und Trainer gibt es dadurch aber nicht."

Laut dem Berater sieht Rangnick seine mittelfristige Zukunft vielmehr weiter bei 1899 "Ralf Rangnick hat seinen Vertrag mit Hoffenheim vorzeitig bis zum 30. Juni 2012 verlängert - den wird er mit Sicherheit auch erfüllen."

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