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Mark van Bommel spielt seit Sommer 2006 für Bayern München © getty

Nach dem Kauf des Brasilianers gibt sich der Bayern-Kapitän gelassen. Van Gaal kündigt einen Zugang an, Rummenigge widerspricht.

München - Als die exklusive Charter-Maschine mit den Profis von Bayern München um 10 Uhr Richtung Katar abhob, fehlte das neueste Juwel noch.

An Bord war 15-Millionen-Mann Luiz Gustavo trotzdem das Gesprächsthema Nummer eins.

Der Brasilianer kommt, Mark van Bommel geht nun vielleicht doch: Mit dem Transfer des Defensivspielers von 1899 Hoffenheim verschärft sich der Konkurrenzkampf beim deutschen Rekordmeister.

Trainer Louis van Gaal widmete dem Zugang, der erst am Montag ins Trainingslager nachreisen wird, am Münchner Flughafen warme Worte.

Rummenigge widerspricht van Gaal

Deutlich interessanter war aber, was der Niederländer ankündigte: Zu "99 Prozent" werde es in den kommenden Tagen noch eine Verstärkung für das Münchner Star-Ensemble geben.

Bei dem Neuen handele es sich um einen Spieler, der "im Angriff alles spielen kann".

In der Führungsetage ist man sich aber anscheinend uneins, was die Transferpolitik angeht: Van Gaal stieß nämlich bei Karl-Heinz Rummenigge auf taube Ohren.

"Ich denke, dass er damit Arjen Robben meint, der nach seiner Verletzungspause zurückkehrt. Im Ernst: Wir werden im Januar keinen weiteren Spieler holen", sagte der Vorstandsvorsitzende der "Bild". Auch auf der Klub-Homepage war von Scherzen des Holländers die Rede.

Gustavo multifunktional

Den ersten Transfer-Coup haben die Bayern zum Jahresbeginn jedenfalls gelandet. Für geschätzte 15 Millionen Euro verpflichteten sie Wunschspieler Gustavo bis 2015.

"Er ist eine Verstärkung. Er hat in Hoffenheim im Mittelfeld gespielt, kann aber auch Innenverteidiger und links in der Abwehr spielen. Auf diesen Positionen haben wir Probleme. Er ist multifunktional und kann uns verbessern", sagte van Gaal.

Allerdings müsse sich der 23-Jährige auch noch an den FC Bayern "anpassen - und er muss sich an Louis van Gaal gewöhnen", fügte der niederländische Coach mit einem Schmunzeln an. (301503DIASHOW: Bayerns Transferkandidaten)

Gustavo fliegt am Montag mit Sportdirektor Christian Nerlinger nach Doha.

Van Bommel freut sich über Einkauf

Selbst Kapitän van Bommel, dessen Stammplatz in der defensiven Mittelfeldzentrale jetzt in Gefahr ist, begrüßte den Einkauf.

"Ich bin froh, dass er kommt. Wir müssen sehen, dass er sich schnell integriert. Er kann der Mannschaft helfen. Wir wollen angreifen", sagte van Bommel, ließ aber wohl auch wegen Gustavo seine Zukunft bei den Münchnern wieder offen.

"Das Transferfenster hat gerade geöffnet. Das ist eine unruhige Zeit für Verein und Spieler. Definitiv ist noch nichts. Es kann viel passieren", sagte der 33-Jährige.

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Kapitän verteilt Absagen

Van Bommels Vertrag läuft am Saisonende aus, eine Verlängerung ist ohnehin nicht angedacht.

Es gebe nach wie vor "sehr viele Interessenten. Das macht mich stolz. Einigen habe ich schon abgesagt", sagte der Niederländer weiter: "Jetzt fahre ich mal ins Trainingslager, dann schauen wir mal."

Zuletzt war der Nationalspieler wiederholt mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht worden. Van Gaal will mit seinem Spielführer in Katar ein Gespräch führen. Er denke derzeit nicht, "dass er früher weggeht, sonst würde er auch nicht mitfliegen".

Alaba bis zum Saisonende nach Hoffenheim

Es ist auf jeden Fall Bewegung im Münchner Kader. Der Transfer von Gustavo beinhaltete eine Ausleihe von Bayern-Talent David Alaba bis zum Saisonende nach Hoffenheim.

Martin Demichelis wechselte in der kurzen Winterpause zum FC Malaga. Nun soll Gustavo noch ein Offensivakteur kommen.

Robben und Pranjic folgen dem Team

Arjen Robben, den Rummenigge als "wichtigste Verstärkung" für die Rückrunde bezeichnete, steigt nach monatelanger Verletzungspause in Katar wieder voll ins Mannschaftstraining ein.

Robben fehlte am Sonntagmorgen allerdings im Flugzeug ebenfalls; der Niederländer reist aus dem Weihnachtsurlaub in Dubai an. Zudem saß der erkrankte Danijel Pranjic nicht in der Maschine, er folgt eventuell erst am Montag.

Olic und Kroos nicht dabei

Gar nicht mit dabei sind am Persischen Golf der Langzeitverletzte Ivica Olic sowie Toni Kroos, der nach wie vor wegen der Gefahr eines Ermüdungsbruches im Mittelfuß einen Gips tragen muss.

Derweil absolviert Gustavo in München die obligatorische sportmedizinische Untersuchung, bevor er den angeblich mit jährlich fünf Millionen Euro dotierten Vertrag unterschreibt. Er ist für die Bayern auch in der Champions League spielberechtigt, ist bisher international aber noch völlig unerfahren.

Gustavo lernt dazu

Der 23-Jährige, den Hoffenheim vor drei Jahren für eine Million Euro vom Provinz-Klub Corinthians Alagoano verpflichtet hatte, hat noch nie im Europacup oder in einer Nationalmannschaft gespielt.

Der Defensiv-Allrounder, der zuletzt sogar geäußert hatte, für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen zu wollen, ist für seine aggressive Spielweise bekannt. Im Februar 2010 erlangte er zweifelhaften Ruhm, als er den vierten Platzverweis im 34. Spiel erhielt.

In der Saison 2008/09 brachte er es sogar auf fünf Sperren. In der abgelaufenen Hinrunde hielt sich der Brasilianer aber zurück, seine Bilanz: vier Gelbe Karten, aber keine Rote oder Gelb-Rote Karte.

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