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Die Bayern-Profis bereiten sich im Emirat Katar auf die Rückrunde vor © getty

Bayern-Boss Rummenigge verspricht der Konkurrenz einen heißen Tanz. Neuzugang Gustavo reist ins Wüsten-Trainingslager hinterher.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München/Doha - Der Übungsplan des FC Bayern in Doha ist genau getaktet.

Jeweils um 11 und 18 Uhr Ortszeit trainieren die Münchner in der Hauptstadt des Emirats Katar, ehe sie am Sonntag zurück nach Deutschland fliegen.

Luiz Gustavo wird ab sofort seine neuen Teamkollegen kennen lernen, der Neuzugang aus Hoffenheim reiste am Montag in den Wüstenstaat hinterher.

Karl-Heinz Rummenigge freut sich darauf zu sehen, wie das neueste Puzzleteil ins Gesamtgefüge des Starteams passt.

"Wir greifen an"

Denn der Vorstandschef des FC Bayern ist optimistisch, dass der Rekordmeister in der Rückrunde mit Volldampf Punkte sammelt.

"Wir greifen natürlich in allen drei Wettbewerben an!", verkündet Rummenigge in der "Bild".

"Mit Robben und Gustavo sind wir stärker als in der Hinrunde. Wir wollen Inter in der Champions League ausschalten, den DFB-Pokal gewinnen - und in der Meisterschaft muss man mal schauen."

Der Bayern-Boss weiß, dass der Dortmunder Vorsprung von 14 Punkten für sein Team nur dann aufholbar ist, wenn der BVB einen nachträglichen Winterschlaf einlegen sollte.

Rückendeckung für Gomez

Beim Halali der Roten auf den Spitzenreiter soll auch Mario Gomez helfen.

Auch deshalb lobt Rummenigge den Angreifer über den grünen Klee für "eine sehr gute Entwicklung" und betont, dass der beste Bayern-Angreifer (zwölf Liga-Tore) das "vollstes Vertrauen" genieße.

Mit dem Thema Edin Dzeko, der von der "Daily Mail" mit Bayern in Verbindung gebracht wird, lässt sich Rummenigge jedenfalls nicht locken (301503DIASHOW: Bayerns Transferkandidaten).

Den Bayern geht es im Moment darum, vor dem Rückrundenstart am 15. Januar in Wolfsburg möglichst keine Fragen offen zu lassen.

Keine Zeit für Scherze

Dass Louis van Gaal einen neuen Offensivspieler ankündigt hat, wird in die Kategorie "Scherz" eingeordnet. Der Trainer, so Rummenigge, habe gewiss an den langersehnten Rückkehrer Arjen Robben gedacht.

Nach Faxen steht beim FCB niemanden den Sinn.

Und auch der Kapitänsfrage gehen die Münchner mit dem gleichen Ernst nach. Für Rummenigge ist Mark van Bommel "ein herausragender Kapitän", weshalb er darauf setzt, dass der Niederländer die Saison in München zuende spielt.

Van Bommels Zukunft offen

Van Bommels Vertrag endet im Sommer, eine Verlängerung ist nicht in Sicht.

Der 33-Jährige äußert sich daher vorsichtig zu seiner Zukunft und erklärt, dass eben noch nichts definitiv sei. "Es kann viel passieren", orakelt er.

Nach SPORT1-Informationen deutet aber alles darauf hin, dass van Bommel bleibt, sollte kein sehr lukratives Angebot alle bisherigen Planungen über den Haufen werfen.

Angebliches Interesse von Milan

Allerdings soll laut der Turiner Sporttageszeitung "Tuttosport" der AC Milan an van Bommel interessiert sein.

Da van Bommels Berater Mino Raiola auch die Milan-Stars Zlatan Ibrahimovic und Robinho vertritt, sind seine Kontakte zu den Rossoneri bestens. Ob das allein für einen Wechsel spricht, ist aber äußerst fraglich.

[kaltura id="0_4i744dkr" class="full_size" title="Lahm und M ller ber Neuzugang Luiz Gustavo"]

Philipp Lahm sagte dazu in Doha: "Mark trainiert zu 100 Prozent mit, gibt 100 Prozent." Einen Wechsel des Niederländers kann er sich schlecht vorstellen. "Der FC Bayern braucht alle Spieler, um in allen Wettbewerben Top-Leistungen zu bringen."

Wohl kein Kräftemessen mit Gustavo

Um seine Position im zentralen Bayern-Mittelfeld wird van Bommel wohl nicht mit Neuzugang Gustavo streiten müssen.

Stattdessen ist ein Konkurrenzkampf zwischen Gustavo und Diego Contento um den Platz auf der linken Abwehrseite zu erwarten - mit Startvorsprung für den prominenten Neueinkauf.

Die Bayern-Transferplanungen dürften mit dem Gustavo-Deal abgeschlossen sein.

"Man kann den Hund nicht zum Jagen tragen"

Auch Evertons Abwehrhaudegen Leighton Baines bleibt trotz aller Verlockungen aus München bei seinem Heimatklub, was Rummenigge geradezu lässig kommentierte: "Man kann den Hund nicht zum Jagen tragen."

Baines lebe nun mal lieber in Liverpool als in München.

Bei Bastian Schweinsteiger verhält es sich bekanntlich genau umgekehrt. Der Mittelfeldmotor hat sich bis 2016 an den FC Bayern gebunden, bekommt von allen Seiten Lob für seine starke Entwicklung.

Kahn fordert mehr von Schweinsteiger

Nur Bayern-Idol Oliver Kahn bremst. Der Torwart-Titan mahnt im "kicker"-Interview: "Schweinsteiger kann sich noch weiterentwickeln, er kann aus dem zentralen Mittelfeld noch konsequenter nach vorne agieren, noch mehr Tore machen."

Und Kahn mäkelt, dass "momentan auch mittelmäßige Spiele" von Schweinsteiger "hoch bewertet" würden. "Ich habe das nach einer WM selbst erlebt."

Aus dieser Sicht dürfte van Gaal nicht nur die Integration von Luiz Gustavo als wichtige Aufgabe im Trainingslager erwarten.

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