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Polster (l.) traf 79 Mal für Köln in der Bundesliga, Podolski 46 Mal © SPORT1

Steht ein Podolski-Comeback beim 1.FC Köln kurz bevor? Toni Polster sieht ihn bei Sport1.de vor einer schwierigen Entscheidung.

Von Manuel Krons

München - Seit fast fünf Monaten beschäftigt das Drama um den unglücklichen Prinzen schon die Verantwortlichen zwischen Rhein und Isar.

Lukas Podolski liebäugelt mit einem Weggang vom FC Bayern München. Am liebsten nach Köln, zurück zu seinem geliebten FC. Bisher stellten sich die Verantwortlichen beim deutschen Rekordmeister stur, doch zur Winterpause könnte der Weg für den Nationalstürmer frei werden.

Sollten die Münchener auf dem Transfermarkt eine geeignete Alternative für ihren frustrierten Torjäger finden - und der 1. FC Köln mindestens 10 Millionen Euro für Podolski bieten, läge die Entscheidung alleine bei Podolski.

Für dessen Vorgänger als stürmender Publikumsliebling bei den Geißböcken, Toni Polster, ist damit ein wegweisender Karriereschritt verbunden.

"Entscheidung muss er selbst treffen"

"Sein Herz ist einerseits sicher in Köln, auf der anderen Seite muss er sich überlegen, ob er Titel gewinnen möchte", sagt Polster gegenüber Sport1.de.

"Diese Entscheidung muss er selbst treffen. Folgt er seinem seinem Herzen oder will er am Ende seiner Karriere sagen: ich habe vier, fünf oder sechs Titel gewonnen."

Der Ex-Torjäger, der in 150 Bundesliga-Einsätzen 79 Tore für die Kölner erzielte, kann von einer Rückkehr in die Domstadt jedenfalls nicht abraten: "Die ganze Stadt ist freundlich und offen. Es ist toll in Köln zu leben. Und das Publikum ist unheimlich begeisterungsfähig. Das Umfeld bietet mit dem Stadion und den Trainingsmöglichkeiten Top-Bedingungen", schwärmt Polster.

Auch Kölns OB will Podolski zurück

Die Begeisterungsfähigkeit der Rheinländer bekommen die Verantwortlichen des FC Bayern in den letzten Monaten in vollem Umfang zu spüren. Sie sehen ihren Ersatz-Stürmer nachhaltig infiziert vom anhaltenden Buhlen des Tabellenachten.

"Für Lukas gibt es nur Köln, Köln, Köln", wetterte FCB-Manager Uli Hoeneß jüngst (Hiebe für Poldi). Und die Domstädter machen keine Anstalten ihre Bemühungen um eine Rückkehr ihres "Prinzen" einzustellen.

Im Gegenteil: Neben Kölns Manager Michael Meier macht sich nun auch der Oberbürgermeister der rheinischen Metropole für ein Podolski-Comeback stark. "Podolski ist genau der Knipser, der uns neben Novakovic noch fehlt. Wir brauchen eine Spielerpersönlichkeit wie Lukas. Poldi und Köln - zwei, die zusammengehören", sagte der OB bei "Bild".

Investment-Fonds für Poldi

"Podolski hat nichts gegen den FC Bayern, aber seine Familie fühlt sich einfach nicht wohl in München", glaubt auch Meier.

Selbst die Bürgermeisterin von Bergheim, dem Wohnort von Podolskis Eltern, darf in der "Sport Bild" ihre Sicht der Dinge schildern. Er gehöre wieder nach Köln, sagt Maria Pfordt. "Spielen können, aber nicht dürfen muss für Podolski schlimm sein."

Die Auswüchse der "Poldi-Mania" werden offenbar immer grotesker: Inzwischen arbeitet ein Kölner Unternehmer sogar daran, einen speziellen Podolski-Fonds anzulegen. Damit soll genügend Geld zusammengebracht werden, um den 23-Jährigen vom FC Bayern abzulösen und anschließend zurück an die Geißböcke zu verkaufen.

Rummenigge will sich melden

Sollten die Münchener Podolski tatsächlich im Winter auf den Transfermarkt werfen, hätte FC-Trainer Christoph Daum als erster die Möglichkeit, sein Team mit dem Wunschspieler zu verstärken. Denn vertraglich wurde den Kölnern ein "Vorkaufsrecht" für Podolski zugesichert.

"Karl-Heinz Rummenigge hat in einem persönlichen Gespräch noch einmal bekräftigt, dass er sich sofort meldet, wenn man Podolski ziehen lässt", bestätigte Meier eine Abmachung mit dem Vorstandsvorsitzenden des Rekordmeisters.

Dass die Kölner nicht die Einzigen sein werden, die sich für den Nationalstürmer interessieren liegt auf der Hand. Angeblich will auch Manchester City, das schon einmal 20 Millionen Euro für Podolski geboten hat, im Winter eine erneute Offerte unterbreiten.

Gomez oder Pogrebnijak als Nachfolger?

Die Suche nach einem Ersatz für den Stürmer Nummer 3 hinter Miroslav Klose und Luca Toni hat im Süden schon längst begonnen. Heißeste Kandidaten sollen der Russe Pawel Pogrebnijak von Zenit St. Petersburg und - nach wie vor - Mario Gomez vom Ligarivalen VfB Stuttgart sein. Letzterer soll allerdings frühestens im Sommer die Freigabe seines Klubs erhalten.

Pogrebnijak steht nach eigenen Angaben offenbar seit einigen Wochen mit Bayern München in Verhandlungen. "Pawel würde gerne zu einem Klub wie Bayern gehen", sagt sein Berater Oleg Artemow und verweist auf die Chance, dass sein Schützling dort Champions League spielen könne.

Dies würde Podolski bei einem Wechsel an den Rhein verwehrt bleiben. Da ist sich Toni Polster sicher: "Einen UEFA-Cup-Platz traue ich dem FC mit Christoph Daum zu, aber mit Titeln wird es beim FC schwer."

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