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Trainer Jürgen Klopp seine Mannschaft sammelten in der Hinrunde 43 Punkte © imago

Hochmotiviert starten die Dortmunder Youngster unter spanischer Sonne in die Rückrundenvorbereitung. Barrios fliegt nicht mit.

Jerez - Auf einem Rasenteppich nahe der Formel-1-Strecke von Jerez will Trainer Jürgen Klopp den Tabellenführer Borussia Dortmund für den Titel auf Touren bringen.

In der Sonne Andalusiens bleibt wenig Zeit, denn die Rückrunde eröffnet der zweitbeste Herbstmeister der Liga-Geschichte bereits am 14. Januar mit dem Gipfeltreffen beim Zweiten Bayer Leverkusen.

Frühlingshafte Temperaturen um die 17 Grad und beste Voraussetzungen sind im Umfeld des Luxushotels Montecastillo, an einem wunderschönen Golfplatz gelegen, garantiert.

Die Köpfe der jungen Shootingstars sind wieder frei, die Beine nach 27 kraftraubenden Pflichtspielen in der ersten Saisonhälfte wieder locker.

"Körperlich braucht man nicht so viel Urlaub. Wichtig waren die zwei Wochen trotzdem - um abzuschalten und geistig mal zur Ruhe zu kommen", sagte Mittelfeldspieler Nuri Sahin dem "kicker".

Mit einer motivierenden Ansprache hatte BVB-Coach Klopp den 26-köpfigen Kader vor dem Abflug am Montag auf das kurze wie intensive Vorbereitungsprogramm und die kommenden vier Monate bis zum Saisonfinale am 14. Mai eingeschworen.

"Bequem wird keiner"

Zweimal täglich wird er seine Youngster in Südspanien zum Training bitten.

"Wir werden noch härter als bisher arbeiten, um die Rückrunde noch besser zu gestalten. Ich kann bei uns keine Anzeichen für einen Einbruch erkennen. Bequem wird keiner", kündigte Sahin an.

Testspiele gegen Lens und Basel

Am Mittwoch (15 Uhr) steht ein Testspiel gegen den französischen Erstligisten RC Lens an, letzter Härtetest ist ein Gastspiel am Sonntag (14 Uhr) beim FC Basel, der Mannschaft des ehemaligen BVB-Torjägers Alexander Frei.

Nicht mit auf dem Weg an die Costa de la Luz machten sich Lucas Barrios, Patrick Owomoyela und Shinji Kagawa.

Barrios soll nachkommen

Der frühere Welttorjäger Barrios, der in der Hinrunde acht Treffer erzielte, liegt seit einigen Tagen wegen eines Infekts in einem südamerikanischen Krankenhaus.

Doch Michael Zorc gab jetzt Entwarnung.

Der BVB-Sportdirektor sagte: "Lucas musste über Silvester mit einer Virusinfektion nach einer Erkältung ins Krankenhaus. Nichts Dramatisches. Der Arzt hat ihm von langen Reisen abgeraten. Es geht ihm besser."

Nach Angaben des Vereins wird Barrios am Dienstag ins Trainingslager der Borussia in Jerez nachreisen.

Owomoyela absolviert Reha-Programm

Abwehrspieler Owomoyela wird daheim ein spezielles Reha-Programm absolvieren, nachdem ihm am 23. November in der Schweiz Gewebe an beiden Achillessehnen entfernt worden war.

"Es ist Geduld gefragt. Es geht nur darum, wieder gesund zu werden", sagte der Abwehrspieler. Die Verhandlungen um die Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Vertrages ruhen derweil.

Kagawa beim Asien-Cup

Der Japaner Kagawa nimmt mit der Nationalmannschaft seines Landes am Asien-Cup teil und wird vermutlich erst zum Revierderby gegen Schalke 04 (4. Februar) wieder zur Verfügung stehen.

"Ich denke, dass wir das auch ohne ihn gut hinkriegen. Wir können sein Fehlen durch Robert Lewandowski oder Mohamed Zidan kompensieren. Trotz der Extraklasse, die Shinji ohne Zweifel besitzt", glaubt Kapitän Sahin.

Für den Rest gilt es, sich mental und physisch auf die restlichen 17 Saisonspiele vorzubereiten.

"Wir müssen aufpassen, dass der Mannschaft nicht zu hohe Erwartungen aufgebürdet werden", sagte Watzke.

"M-Wort" auf dem Index

Zehn Punkte Vorsprung, die meisten erzielten Toren und die wenigsten Gegentreffer haben auch bei der Konkurrenz Eindruck hinterlassen.

Nach einer Umfrage des "kicker" ist selbst für die Bundesliga-Profis die Sache bereits klar: 85,7 Prozent sehen den BVB als deutschen Meister 2011.

Doch davon wollen die Borussen noch nichts wissen. Das "M"-Wort steht weiterhin auf dem Index.

Jerez als gutes Omen?

Doch der Druck der Verfolger und auch der Medien auf die jungen Himmelsstürmer des BVB und Klopp wird wachsen.

Dazu gehören Störfeuer der Konkurrenten und auch Meldungen wie die jüngsten Gerüchte, dass Klopp den erfolglosen Kollegen Roy Hodgson beim FC Liverpool spätestens im Sommer ablösen soll.

Watzke wollte dem Wechselgerücht aber keine Bedeutung beimessen.

"Da kann man nur drüber lachen. Jürgen ist mein Freund und hat einen Vertrag bis 2014. Den würde er nie brechen! Egal, was kommt", sagte der Geschäftsführer der "Bild".

Fest steht: Der BVB-Coach wird - auf dem Weg zum möglichen Titel - mehr denn je als Psychologe gefragt sein.

Vielleicht hilft ein gutes Omen: Als die Schwarz-Gelben das letzte Mal vor acht Jahren in Jerez de la Frontera ein Trainingslager bezogen, haben sie anschließend ihre sechste und bis dato letzte Meisterschaft gewonnen.

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