vergrößernverkleinern
Thomas Müller (l.) und Bastian Schweinsteiger auf dem Weg zum Training in Doha © getty

Die Bayern fühlen sich in Katar pudelwohl, nur ein Detail stört. Lahm denkt schon an die WM 2022. Gustavo muss sich integrieren.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München/Doha - Vielleicht sollten es die Bayern wieder einmal mit Franck Ribery als Busfahrer probieren.

Im Trainingslager vor zwei Jahren setzte sich der vorwitzige Franzose in Dubai ans Steuer und brummte mit dem gesamten Team los.

Allerdings endete die Spritztour an zwei Hinweisschildern des Hotels, ein kleiner Schaden am Bus inbegriffen.

In Katar würden Thomas Müller und Philipp Lahm vermutlich über eine solch kuriose Ablenkung schmunzeln. Aktuell sitzen die Bayern-Profis gemeinsam mit ihren Teamkollegen jeden Tag gut zwei Stunden im Bus.

25 - 30 Minuten dauert eine Fahrt vom Nobelhotel "Hyatt Grand" zum Trainingsplatz, bei zwei Einheiten pro Tag summiert sich das.

Lahm lobt "perfekte Bedingungen"

Lahm will über die Bustouren aber nicht klagen, spricht lieber über die "perfekten Bedingungen" im Wüstenstaat.

Bei 25 Grad üben die Münchner unter Palmen, während sich zuhause auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße der Schnee türmt.

"Wir haben einen super Platz, angenehmes Fußballwetter", stellt Lahm fest, während Teamkollege Müller zu den Busfahrten meint: "Das müssen wir eben in Kauf nehmen".

[kaltura id="0_4i744dkr" class="full_size" title="Lahm und Müller über Neuzugang Luiz Gustavo"]

Champions League als vorrangiges Ziel

Meckern ist nicht bei den Bayern.

Zu sehr sorgen sich die Gastgeber in Katar ums Wohlergehen der Münchner Profis und zu groß sind die Ziele des Liga-Fünften in der Rückrunde.

"Wir wollen die Champions-League-Plätze erreichen, nach vorne wird es ganz eng", sagte Lahm gegenüber SPORT1.

Zum enormen Vorsprung von Dortmund meinte der Nationalspieler selbstbewusst: "Wenn ein Team das aufholen kann, dann der FC Bayern."

Lob für Luiz Gustavo

Neuzugang Luiz Gustavo hebt die Laune zusätzlich. "Er ist sehr dynamisch, hat ein gutes Zweikampfverhalten", erklärte Lahm.

Ob der Brasilianer, der darüber nachdenkt sich in Deutschland einbürgern zu lassen, eines Tages auch ein Teamkollege in der Nationalelf sein könnte, lässt Lahm im Moment kalt.

"Das ist nicht meine Entscheidung. Es ist die Entscheidung des Spielers, für welches Land er spielt."

"Er wird bisserl brauchen"

Zuerst einmal muss sich der 23-Jährige, der am Montag in Doha landete, einen Platz im Bayern-Team erkämpfen. Die Münchner haben für ihn die Rückennummer 30 vorgesehen, erwarten, dass sich mit ihm die Defensive wesentlich festigt (301503DIASHOW: Bayerns Transferkandidaten).

Gustavo kann sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Viererkette auflaufen.

"Er wird bisserl brauchen, bis er im Team integriert ist, das ist aber ein normaler Prozess", meint Müller.

Robben "arbeitet wie ein Verrückter"

Neben Gustavo schauen die Bayern aber vor allem auf Arjen Robben.

Der 26-Jährige hinterließ im riesigen Aspire-Trainingskomplex nach seiner monatelangen Verletzungspause einen hervorragenden Eindruck.

"Er ist sehr heiß auf seine Rückkehr", sagte Trainer Louis van Gaal, der in üblicher Manier feurig sein Team antrieb.

"Er arbeitet wie ein Verrückter", meinte Nationalspieler Müller über seinen Kollegen.

Beim Bundesliga-Auftakt am 15. Januar in Wolfsburg soll Robben zu einem Kurzeinsatz kommen.

Lahm für Winter-WM

Die Bayern werden dann wohl mit Wehmut an die lauschigen Temperaturen in Katar zurückdenken.

Für den Austragungszeitraum der WM 2022 in Katar halten sie daher auch den Winter für geeigneter.

"Ich bin froh, dass ich dann als Aktiver nicht mehr spielen muss. Im Sommer bei über 40 Grad macht das nicht wirklich Spaß und ist nicht vorstellbar", sagte Lahm.

Mit der Nationalmannschaft hat der 27-Jährige im Juni 2009 in Dubai gespielt:

"Da waren es noch am späten Abend über 40 Grad, dazu war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Das war sehr, sehr anstrengend und der Wahnsinn."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel