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Unter Dampf: Armin Veh kam zu Saisonbeginn zum HSV und stand rasch in der Kritik © getty

In der Rückrunde soll Hamburg der Aufschwung gelingen. Doch Trainer Veh muss weiter mit den vielen Unruheherden im Verein kämpfen.

Von Maik Rosner

München - Kaum hat die Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen, gibt es beim Hamburger SV schon wieder die alten Probleme.

Seit Sonntag befindet sich der Tabellenneunte der Bundesliga im Trainingslager in Dubai.

Doch noch immer beschäftigen den HSV nach der verkorksten Hinrunde die Zukunft von Trainer Armin Veh, Verletzungen, Wechselspekulationen und die Unruhe im Verein.

Keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufholjagd. Dazu passte auch das holprige 3:2 im Testspiel gegen Al-Wasl am Dienstagabend.

"Das war Blödsinn"

Veh hat sich inzwischen selbstkritisch mit der Debatte um seine Zukunft auseinandergesetzt.

Eigentlich wollte er vor dem Abflug am Sonntag nach Dubai Klarheit haben. Doch jetzt die Kehrtwende.

"Ich habe mich im Dezember so geäußert. Aber was ich da gesagt habe, war Blödsinn", sagte Veh: "Es geht hier ja nicht allein um mich."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Rangnick könnte Thema werden

Zukunft also weiter offen, zumindest in der Rückrunde soll der 49-Jährige bleiben. Jedenfalls, wenn sich der erhoffte Aufschwung einstellt.

Andernfalls könnte schnell beispielsweise der von 1899 Hoffenheim geschiedene Ralf Rangnick ein Thema werden.

[kaltura id="0_hiuz98ub" class="full_size" title="Testspiel: HSV - Al Wasl"]

Der ehemalige HSV-Trainer Thomas Doll sieht vor allem die Spieler in der Pflicht, mit Teamgeist und ansprechenden Leistungen weitere Debatten um Veh zu verhindern.

"Man sieht, dass sich der ein oder andere zu wichtig nimmt und sich über den Verein stellt", sagte Doll gegenüber SPORT1.

Veh weiß, wovon sein Verbleib abhängt.

Pechvogel Diekmeier

Der Erfolg muss her, "und es interessiert im Nachhinein auch niemanden, wenn du erzählst, dass wir über ein halbes Jahr fast permanent acht bis zehn Verletzte hatten", sagte er in Dubai.

Sicher ein Grund für die bisher enttäuschende Saison. Und das Pech bleibt dem HSV offenbar treu.

Dennis Diekmeier verpasst das Wintercamp am Persischen Golf wegen einer Fersenoperation. Sechs Profis blieben gleich ganz in Hamburg.

Kandidat Jaissle?

Veh hofft wegen der angespannten Personallage weiter auf eine Verstärkung für die Innenverteidigung.

"Ich bin optimistisch, dass noch was klappt. Die Verhandlungen laufen", sagte Veh.

Laut "Hamburger Morgenpost" könnte Sportchef Bastian Reinhardt in Hoffenheims Matthias Jaissle fündig geworden sein. Veh jedenfalls äußerte zu dem 22-Jährigen: "Ich kenne den Spieler und finde ihn gut."

Weiter Gerüchte um Elia

In Sachen Ze Roberto besteht derweil Klarheit. Der Brasilianer beendete alle Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied (316092Diashow: Mögliche Winter-Transfers in der Bundesliga)

Zumindest bis zum Saisonende will der 36-Jährige bleiben.

Dafür halten die Gerüchte um Eljero Elia an, obwohl Reinhardt ihm nach eigener Aussage "empfohlen" hat, seine Zukunft in Hamburg zu sehen.

"Er wird für uns wieder eine richtige Waffe werden", hofft der Sportdirektor. Liverpool oder ein anderer vermeintlicher Interessent wie Wolfsburg "müsste uns mit Geld bedrohen", damit man sich mit einem Transfer überhaupt befasse, sagte Reinhardt.

"Einige haben Angst"

Im fünftägigen Trainingslager will der Trainer nun vor allem die Schnellkraft schulen und viel mit den Profis sprechen. Dennoch müssen sich die Spieler zuweilen durch harte Einheiten quälen.

"Uns wurde Schokolade versprochen, und wir haben Sauerkraut bekommen", hat Marcell Jansen schmunzelnd festgestellt.

Die Willensschulung ist bewusst gesetzt. Zerstritten sei die Mannschaft zwar nicht, findet Veh. Aber: "Einige haben eben Angst, viel zu verlieren. Das hemmt."

Das könnte auch auf die Unruhe im Verein vor der Mitgliederversammlung am 9. Januar zutreffen.

Vehs Kritik am Verein

"Es darf keine Grabenkämpfe im Verein geben. Der Aufsichtsrat muss mit einer Stimme sprechen", sagte Veh.

Und er fügte kritisch hinzu: "Zurzeit habe ich nicht den Eindruck, dass das passiert. Vielleicht ist ja die Anzahl der Räte mit zwölf einfach zu groß."

Sätze, die Veh in Teilen des Gremiums sicher nicht beliebter machen. Die Rückrunde dürfte spannend werden beim HSV.

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