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Dieter Hoeneß (l.) arbeitete vor dem Engagement in Wolfsburg von 1996 bis 2009 für Hertha BSC © getty

Der Wechsel von Edin Dzeko von Wolfsburg zu ManCity ist nahezu fix. Der VfL muss mit den Millionen einen sinnvollen Ersatz finden.

Von Matthias Becker und Martin Hoffmann

München/Marbella - Zum Abschied sprach Edin Dzeko noch ein paar Worte aus dem Rafael-van-der-Vaart-Bausatz für prominente Klub-Abgänger.

"Ich werde diese Zeit nie vergessen", versicherte der Bosnier im "kicker". Und natürlich, dass er "Wolfsburg immer in meinem Herzen tragen" werde.

Und neben dem Dank an Mitspieler und Fans drückte er auch die Überzeugung aus, "dass der VfL auch ohne mich die Kurve kriegt". Sprach es, und begab sich zum Medizin-Check bei der neuen Herz-und-Seelen-Heimat Manchester City.

Der Vorhang dieses Transfertheaterstücks ist damit gefallen - das nächste ist aber schon in Bearbeitung.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

35 Millionen zur Verfügung

Es geht nun nicht mehr darum, ob Dzeko geht, sondern was der VfL mit den bis zu 35 Millionen Euro anfängt, die ManCity angeblich für den Bundesliga-Torschützenkönig zahlt.

VfL-Manager Dieter Hoeneß hat eine klare Meinung dazu: "Wir werden in diesem Winter nicht mit dem Kescher losziehen und Spieler kaufen", stellt er im "kicker" klar: "Es kann sehr gut sein, dass wir sehr wenig machen werden."

McClaren kämpft um seinen Job

Obwohl Hoeneß sich bei dieser Ansage Hintertüren offen lässt, droht das Streit mit Coach Steve McClaren.

Wo der Manager angesichts der sportlich nahezu gelaufenen Saison 2010/11 schon den anstehenden Umbruch für die kommende Spielzeit planen will, sagt McClaren: "Wir dürfen unsere kurzfristigen Ziele nicht aus den Augen verlieren."

Zu denen gehört ein persönliches Ziel, die Sicherung seines Jobs.

Arnautovic winkt ab

Dafür braucht er einen Dzeko-Ersatz, immerhin erzielte der Stürmer zehn der 24 Wolfsburger Hinrunden-Tore.

Mit Eljero Elia (Hamburger SV), Bryan Ruiz (Twente Enschede) und Marko Arnautovic (Werder Bremen) kursieren die Namen von gleich drei Profis, die McClaren schon auf seiner letzten Trainerstation in Enschede betreut hat.

Arnautovic winkte allerdings schon ab. "Ich habe vom Interesse gehört. Aber ich fühle mich wohl in Bremen und will hier bleiben. Das ist definitiv", sagte der Österreicher der "Bild".

Hoeneß will auf Charakter achten

Auch Schalkes Jefferson Farfan, der zuletzt mit dem Angebot eines anderen Vereins kokettierte, könnte ein Thema sein.

Die Eskapaden des Peruaners außerhalb des Platzes könnten die Wolfsburger aber abhalten, erklärte Hoeneß doch zuletzt: "Ich achte nicht nur auf Qualität, sondern auch auf Mentalität."

Hinrunden-Überraschungen wie Papiss Demba Cisse (SC Freiburg) und Srdjan Lakic (1. FC Kaiserslautern) - angeblich ganz oben auf der VfL-Wunschliste - wurden von ihren Klub-Trainern für die Winter-Transferperiode schon als unverkäuflich deklariert.

Stuttgart als warnendes Beispiel

Gut möglich, dass andere Vereine versuchen, die Preise hochzutreiben. Ganz Europa erfährt schließlich, wie viel Geld die "Wölfe" für Dzeko bekommen.

Ähnliches erlebte der VfB Stuttgart im Sommer 2009, als sich die Suche nach einem Ersatz für Mario Gomez trotz der 30-Millionen-Ablöse vom FC Bayern als ganz schwere Geburt erwies.

Patrick Helmes, Demba Ba, Klaas-Jan Huntelaar, Vagner Love - alle sollten kommen, kein Transfer gelang. Am Ende landete Pavel Pogrebnyak bei den Schwaben. Der spielt zwar solide, ist aber beim besten Willen kein gleichwertiger Gomez-Vertreter.

Kein Stürmer-Händchen?

Hinzu kommt, dass Hoeneß, selbst einst Angreifer der Extraklasse, nicht gerade als Stürmer-Experte gilt. Bei Hertha BSC geriet das regelmäßige Scheitern neu verpflichteter Offensivkräfte - von Bryan Roy über Luizao bis Andre Lima - fast schon zum "running gag".

Auch der im Sommer von ihm nach Wolfsburg geholte Mario Mandzukic blieb den Nachweis seiner Bundesligatauglichkeit bislang schuldig.

Grafite blüht auf

Bleibt nur noch Grafite, der blühte beim 4:0-Sieg im Test gegen Montpellier, dem Spiel eins nach Dzeko, als einzelne Sturmspitze auf, traf zweimal.

"Ich habe immer gesagt, dass mir diese Position mehr liegt als die des Außenstürmers", erklärte der Brasilianer.

Die Lösung könnte also ganz banal von innen kommen.

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