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Demba Ba erzielte in der abgelaufenen Hinrunde sechs Treffer für Hoffenheim © getty

Der Angreifer behauptet, ihm sei ein Wechsel versprochen worden. Der Verein hat vom meuternden Profi mittlerweile genug.

Hoffenheim - Die Tür für Demba Ba ist zu: Der streikende Torjäger von 1899 Hoffenheim hat keine Zukunft mehr bei seinem Klub.

Sowohl Mäzen Dietmar Hopp als auch Manager Ernst Tanner gehen davon aus, dass der Senegalese nicht mehr für die Kraichgauer auflaufen wird.

"Aufgrund der Vorfälle kann ich mir nicht vorstellen, dass er bei uns wieder spielt", sagte Tanner der "Bild", nach deren Informationen Ba mit einer Strafe von 30.000 Euro belegt wurde.

"Wenn wir nicht wollen, dann spielt er auch erst einmal nirgendwo anders. Wir müssen uns gegen solche Methoden wehren und in der Liga darüber reden. Wir werden uns auch über den DFB an die FIFA wenden."

Rauswurf provoziert

Der bis 2013 unter Vertrag stehende Ba weigert sich seit Montag, ins Trainingslager der Hoffenheimer nach La Manga (Spanien) zu reisen.

Der 25-Jährige provoziert seinen Rauswurf, weil er in die englische Premier League wechseln will. West Ham United soll sieben Millionen Euro für Ba geboten haben.

Zudem sollen auch Stoke City und der FC Fulham an Ba interessiert sein. Bereits im Sommer 2009 hatte der Angreifer versucht, einen Transfer zum VfB Stuttgart zu provozieren.

Starke: "Riesig enttäuscht"

Auch Hopp hat mittlerweile mit der Personalie Ba abgeschlossen.

"Natürlich ist die Trennung sinnvoll, nachdem sich Ba nun zum zweiten Mal für den Weg der Konfrontation entschieden hat. Fraglich, ob er unter diesen Vorzeichen einen Verein findet", kommentierte der 70-Jährige im "kicker" den "Fall Ba".

Wie Tanner und Hopp sieht auch Torwart Tom Starke kaum Chancen für eine Rückkehr Bas in das Team des neuen Trainer Marco Pezzaiuoli: "Er hat die Mannschaft im Stich gelassen. Ich bin riesig enttäuscht."

Ba ist sich keiner Schuld bewusst

Der Stürmer hingegen ist sich keiner Schuld bewusst.

Ganz im Gegenteil: Auf seiner Homepage teilt der Senegalese mit, sein geplanter Wechsel zu West Ham United sei daran gescheitert, dass sich der Klub "aus obskuren Gründen plötzlich anders entschieden" habe:

[kaltura id="0_r0adtnsd" class="full_size" title="Pezzaiuoli will wie Ragnick sein"]

"Ich bedaure die Situation und leide darunter. Der Klub hat mir grünes Licht unter den getroffenen Bedingungen gegeben. Ich hoffe, dass diese Versprechungen eingehalten werden", sagte Ba.

Vom Verein erwarte er nun, "schnell eine faire Lösung zu finden".

Tanner sieht Spieler in der Bringschuld

Tanner will nichts von einem Versprechen für Ba wissen. "Wenn jeder Spieler, der ein Angebot hat, dieses Versprechen bekommt, dann hätten wir in zwei Wochen keine Mannschaft mehr", sagte er.

Der Prosi stehe massiv unter Druckund müsse den Interessenten dazu bringen, ein gutes Angebot abzugeben:

"Aber das wollen sie anscheinend gar nicht. Wir verhandeln durchaus auch mit anderen Vereinen. Das Problem ist, dass Demba nur nach London will", sagte der Manager, der bereits "weltweit" einen Ersatz für Ba sucht.

Sperre von vier bis sechs Monaten

Allerdings könnte es für Ba noch ein Nachspiel geben.

Die Regularien des Weltverbands FIFA sehen als mögliche Strafen im Fall eines Vertragsbruchs eine finanzielle Entschädigung und eine Sperre von vier bis sechs Monaten ab der folgenden Saison vor.

Nach Ansicht von Tanner helfen diese Sanktionen dem Verein aber nicht entscheidend weiter. "Der Verein ist immer der Gelackmeierte", sagte der Manager.

Hopp gelassen

Mit anderen Regularien muss sich Hopp beschäftigen. Der Mäzen sieht der Überprüfung seiner Rolle beim Transfer des Brasilianers Luiz Gustavo zu Rekordmeister Bayern München durch die DFL allerdings gelassen entgegen.

"Wir haben die Regel nicht umgangen", sagte Hopp. Gegen den Software-Milliardär steht der Vorwurf im Raum, beim Transfer Gustavos ohne Mandat mitgewirkt zu haben.

Hopp war mit Tanner zu Vertragsverhandlungen nach München gereist und hatte den Wechsel Gustavos für 15 Millionen Euro perfekt gemacht.

Auf Bayerns Bitte teilgenommen

Hopp wehrt sich gegen den Eindruck, dass er gegen Liga-Statuten verstoßen habe. Er habe nur aufgrund der Bitte der Bayern an den Verhandlungen teilgenommen. Zudem rechtfertige sein Status als Gesellschafter des Klubs die Teilnahme an den Gesprächen.

Den Verkauf Gustavos, der ohne Einbindung von Ex-Trainer Ralf Rangnick durchgeführt wurde und der zur Trennung von Rangnick führte, sieht Hopp als einen weiteren Schritt zur Unabhängigkeit des Klubs von seiner finanziellen Unterstützung.

"Es war immer und bleibt mein Ziel, dass die TSG eines Tages auf eigenen Füßen steht", sagte der 70-Jährige, der beteurte, dass der Tranfererlös beim Verein bleibe.

"Viele werden Probleme bekommen"

Hopp sieht die Eigenständigkeit des Klubs vor allem hinsichtlich der neuen Finanz-Regeln der UEFA als zwingend notwendig an.

"Mir geht es allein darum, Hoffenheim zu stabilisieren, auf einen Kurs zu bringen, dass wir keine Probleme bekommen mit den Financial-Fairplay-Regeln der UEFA", erklärte der Mäzen.

"Sobald diese Regel greift, werden viele Vereine Probleme bekommen, die noch gar nicht daran denken. Wobei ich die Probleme vor allem im Ausland sehe, denn in Deutschland sind die Klubs seriös finanziert."

Die ab 2012 geltende UEFA-Regel sieht vor, dass ein Klub innerhalb von drei Jahren höchstens 45 Millionen Euro Verlust machen darf. Zuwendungen von einem Mäzen, der rote Zahlen ausgleicht, sollen allerdings weiterhin möglich sein.

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