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Felix Magath wechselte nach der Saison 2009 von Wolfsburg nach Schalke © getty

Der S04-Trainer will den Peruaner zur Kasse bitten. Das Verhalten von Farfan und Kollegen wie Demba Ba stößt ihm sauer auf.

Belek/München - Jefferson Farfan schlich als Letzter vom Trainingsplatz und trottete gemächlich zum Mannschaftsbus.

Dass er keine Lust mehr auf seinen derzeitigen Arbeitgeber Schalke 04 hat, will der Peruaner gar nicht verbergen.

Die Spielchen, mit denen Farfan seinen Abgang aus Schalke provozieren will, rufen bei Trainer und Manager Felix Magath allerdings nicht mehr als ein Achselzucken hervor.

"Jefferson Farfan ist noch nicht auf mich zugekommen. Es gibt keinen Grund, für mich hektisch zu werden. Solange sich kein Verein bei mir meldet, denke ich über einen Transfer auch gar nicht nach. Es interessiert mich überhaupt nicht, ob sich ein Spieler irgendwo äußert, sondern nur, was er mir sagt", erklärte Magath.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Er kündigte fürs Erste eine saftige Geldstrafe an, baute Farfan aber gleichzeitig eine Brücke: "Natürlich gibt es Konsequenzen. Aber mit Geld kann man fast alles wieder gutmachen."

Magath sieht Handlungsbedarf

Völlig gelöst kann Magath die Situation um seinen Offensiv-Allrounder aber nicht betrachten.

Farfan ist neben Nationaltorwart Manuel Neuer der einzige Schalker Profi, der in der Hinrunde konstant ansprechende Leistungen bot.

"Er hat eine gute Vorrunde gespielt", sagt auch Magath, der im Falle eines Wechsels Farfans Handlungsbedarf sieht: "Falls er den Verein verlässt, können wir ihn nur ersetzen, wenn wir in der Offensive noch etwas tun."

"Unerträgliche Situation"

Auch dass er nichts von Arbeitsverweigerern hält, machte Magath glasklar. Dennoch ließ er sich und Farfan bei seiner generellen Abrechnung mit Söldnern im Profi-Fußball ein Hintertürchen offen.

"Das ist aus meiner Sicht eine unerträgliche Situation. Die Spieler haben Verträge unterschrieben und sich daran zu halten. Auf irgendwas muss man sich verlassen können", sagte Magath.

[kaltura id="0_bjxsvpk9" class="full_size" title="Respekt f r Rangnick"]

"Spieler und auch Trainerwechsel sind zwar im Fußball etwas Normales, und ich habe auch kein Problem damit. Aber es müssen alle Seiten etwas davon haben. Wenn jemand weg will und etwas Besseres hat, muss der Verein auch zu seinem Recht kommen."

Farfan kündigt Abgang an

Farfan war drei Tage nach dem Vorbereitungsauftakt im neuen Jahr nach Belek nachgereist, nachdem er in seiner Heimat in einem Zeitungsinterview seinen Arbeitgeber zu provozieren versucht hatte.

"Ich gehe, weil ich ein Angebot von einem anderen Team habe", wurde Farfan in der peruanischen Sportzeitung "Libero" zitiert.

Welcher Verein ihn verpflichten will, verriet der Stürmer bisher nicht, einer der Interessenten soll Schalkes Gegner im Achtelfinale der Champions League, der FC Valencia, sein.

An der türkischen Riviera deutete Farfan an, dass es ihm ernst ist. "Ich weiß, dass ich einen Vertrag bei Schalke habe, aber wir müssen reden."

Rakitic pokert noch

Farfan ist nicht der einzige S04-Profi, der sich nach einem anderen Klub umschaut.

Der Kroate Ivan Rakitic hat das Angebot von Trainer Felix Magath, seinen zum 30. Juni auslaufenden Kontrakt bei den Königsblauen zu verlängern, noch nicht angenommen.

Der Mittelfeldspieler wird immer wieder mit Spitzenklubs aus Italien in Verbindung gebracht, zuletzt soll Juventus Turin seine Fühler nach dem 22-jährigen ausgestreckt haben.

Rakitic hält sich zu dem Thema noch bedeckt, und das nicht nur, weil er eine dicke Erkältung mit nach Belek geschleppt hat.

Vier Streichkandidaten

Farfan und Rakitic will Magath nicht abgeben, vier weitere Profis stehen dagegen auf seiner Streichliste.

Der Slowake Erik Jendrisek sowie die in die Regionalliga-Reserve verbannten Jermaine Jones, Hans Sarpei und Alexander Baumjohann sollen den Personaletat der Schalker so schnell wie möglich entlasten.

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