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Robben (l.) und Ribery holten mit dem FC Bayern in der vergangenen Saison das Double © getty

Robben und Ribery sprühen im Trainingslager in Katar vor Spielfreude. Auf den Schultern der Flügelspieler ruhen große Hoffnungen.

Vom FC Bayern berichten Christian Stüwe und Christian Ortlepp

München - Als dem FC Bayern im August 2009 der Transfer-Coup gelang, Arjen Robben von Real Madrid zu verpflichten, war das Wort "Flügelzange" in aller Munde.

Der Niederländer auf rechts, Franck Ribery auf der gegenüberliegenden Außenbahn - das versprach Offensivzauber auf höchstem Niveau.

Und gleich im ersten Spiel packte die Zange zu, nachdem Robben und Ribery gegen den VfL Wolfsburg nach der Pause eingewechselt worden waren.

Der Neuzugang erzielte zwei Treffer, der Franzose hatte jeweils aufgelegt.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Nerlinger freut sich auf die Rückrunde

Mit dem Traumduo eroberten die Bayern die Bundesliga und fast auch die Champions League. In der Hinrunde der laufenden Saison verhinderte die Verletzung Robbens eine Fortsetzung des Zauberfußballs.

Nun sind Robben und Ribery fit - die Hoffnungsträger des FC Bayern beim Versuch, in der Rückrunde mindestens noch Platz zwei zu sichern.

"Ich freue mich auf eine Rückrunde mit Franck und Arjen und hoffe, dass sie uns regelmäßig zur Verfügung stehen", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

"Solche Spieler gibt es nicht oft"

Robben und Ribery stehen für das, was den Bayern in der Hinrunde oft fehlte: Sie versprühen offensive Kreativität, sorgen für Überraschungen und können auch mal ein Spiel im Alleingang entscheiden.

Im Trainingslager in Katar überbieten sich "Rib" und "Rob" an Spielfreude, was auch den Mitspielern Hoffung für die Aufholjagd in der Liga macht, wo der FC Bayern 14 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund hat.

"Die beiden sind Spieler, die auch Eins-gegen-Zwei- oder Eins-gegen-Drei-Situationen lösen können. Solche Spieler gibt es nicht so oft in Europa", erklärte Bastian Schweinsteiger.

[kaltura id="0_wg73hq1n" class="full_size" title=""Können jedes Spiel gewinnen""]

Vor allem Ribery war im vergangenen Jahr das Sorgenkind der Münchner. Zahlreiche Verletzungen, das WM-Debakel mit Frankreich und eine Rotlicht-Affäre hatten den 27-Jährigen aus der Bahn geworfen.

Zudem beklagte er sich, von Bayern-Trainer Louis van Gaal - mit dessen strenger Art der bekennende Spaßmensch nicht ganz zurechtkommt - nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ribery optimistisch für 2011

Doch in Doha präsentiert sich der "Dribbel-Filou" aufgeräumt wie schon lange nicht mehr. "Der Spaß ist zurück", sagte er: "Letztes Jahr war es schwer, aber jetzt ist ein neues Jahr."

Und auch das Verhältnis zu van Gaal sei "besser geworden. Das ist wichtig für uns, den Verein und für mich".

Im Training in der Wüste Katars versenkt Ribery derzeit fast jeden Ball, vom Bänderriss, den er in der Hinrunde erlitten hatte, ist nichts mehr zu sehen.

"Franck ist im Training sehr aggressiv, sehr motiviert", lobte sein kongenialer Partner Robben: "Wenn er in guter Form ist, gehört er zu den besten Spielern der Welt. Ich freue mich sehr, wieder mit ihm zusammenzuspielen."

Ohne Angst vor Rückschlägen

Ein Loch in der Oberschenkelmuskulatur hinderte Robben daran, nach der WM auch nur ein einziges Pflichtspiel zu absolvieren.

Robben selber ist auf dem Weg zur Bestform noch nicht ganz so weit wie Ribery, doch auch der verletzungsanfällige 26-Jährige fühlt sich einsatzbereit und hat keine Furcht vor Rückschlägen.

"Ich habe keinerlei Angst, höre auch nicht ständig in den Muskel hinein. Ich bin voll auf meine Übungen konzentriert", erklärte Robben und richtete eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Ich will noch stärker zurückkommen, als vorher."

Wirbelt "Robbery" wieder gegen Wolfsburg?

Vermutlich wird das Duo "Robbery" schon beim Rückrundenauftakt in Wolfsburg zum Einsatz kommen, auch wenn es vor allem für Robben wohl nur zu einem Einsatz als Einwechselspieler reichen dürfte.

Van Gaal ist bekannt dafür, Rekonvaleszenten nur sehr vorsichtig wieder an ihr altes Leistungsniveau heranzuführen.

Vorsicht ist auch angebracht, denn auf die Bayern warten große Aufgaben. Neben der Aufholjagd in der Liga sind der DFB-Pokal und die Champions League das Ziel.

Revanche dank Flügelzange?

In der Königsklasse kommt es im Achtelfinale im Februar zur Neuauflage des letztjährigen Finales gegen Inter Mailand.

Damals verpasste Ribery aufgrund einer umstrittenen Rotsperre das Endspiel, diesmal soll er unbedingt dabei sein.

Damit auch der Titelverteidiger den Druck der französisch-niederländischen Super-Zange zu spüren bekommt.

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