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Weidenfeller (l.) wechselte im Juli 2002 ablösefrei vom 1. FC Kaiserslautern nach Dortmund © getty

Ein Gerücht um Klopp sorgt für keinerlei Aufregung bei Borussia Dortmund ? wohl aber der Verhandlungs-Endspurt mit dem Kapitän.

Von Martin Hoffmann

München - Auf der anderen Seite des Ärmelkanals wird das Gerücht richtig ernst genommen.

Jürgen Klopp soll Trainerkandidat beim FC Liverpool sein, diese Spekulation geistert seit einigen Tagen durch die englischen Medien.

Zurückweisungen von Trainer und Klub sind längst erfolgt, werden dort aber abgetan mit Sätzen wie: "Trotzdem verlautet aus Klubkreisen weiter?" und "Wie auch immer: Einem Angebot aus Liverpool wird er kaum widerstehen können."

Es fehlt offensichtlich der Begriff dafür, dass Klopp sein langfristiges Bekenntnis zu Dortmund ernst meint - und tatsächlich weiterhin jeden Gedanken auf den BVB verwendet (DATENCENTER: Bundesliga).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Ein Sorgenkind und eine Baustelle

An die Mission Meisterschaft 2011 - die offiziell natürlich weiterhin nicht so heißt - und daran, das junge Team für eine langfristige Zukunft aufzustellen.

Bei beiden Projekten laufen die Dinge weitgehend glatt, aber eben doch nicht ganz ohne Reibungen.

Bei der Rückrunden-Vorbereitung gibt es ein Sorgenkind beim Herbstmeister, bei den Vertragsverhandlungen eine Personalie, die sich noch hinzieht.

Barrios hat Rückstand

Top-Torjäger Lucas Barrios kam mit Verspätung ins Trainingslager in Jerez. Ein Magen-Darm-Virus hatte ihn flachgelegt und wegen 40 Grad Fieber sogar zu einem Krankenhaus-Aufenthalt gezwungen.

Der "Panther" verlor drei Kilo Gewicht, was das Fitwerden zusätzlich verkompliziert.

Am Samstag trat er vorzeitig die Rückreise nach Dortmund an, während die Mannschaft in die Schweiz flog, um dort am Sonntag zum Test gegen den FC Basel anzutreten.

"Alles geben" für Leverkusen

Er wolle "alles geben, um gegen Leverkusen dabei zu sein", erklärt er im Interview mit "Reviersport".

Eine Garantie gaben aber weder er noch Klopp ab. Somit droht beim Rückrunden-Auftakt bei Verfolger Leverkusen am kommenden Freitag der Ausfall der beiden besten BVB-Torjäger.

Shinji Kagawa, die Nummer zwei im Ranking, ist im schlimmsten Fall - aus Dortmunder Sicht - bis zum Monatsende mit Japan beim Asien-Cup.

Verhandlungen ruhen

Die zweite Baustelle lassen die Dortmunder bis zur Abreise aus Jerez am Samstag noch ruhen. Für Vertragsverhandlungen sei "hier zu wenig Zeit", lässt Sportdirektor Michael Zorc wissen:

"Die Spieler sollen sich auch mal zurücklehnen und überlegen, warum Borussia Dortmund der beste Klub für sie ist."

Weidenfeller vor der großen Entscheidung

Zu dieser Erkenntnis muss Keeper Roman Weidenfeller offenbar noch kommen, nachdem Mario Götze, Kevin Großkreutz (beide bis 2014) und Sven Bender (2016) schon langfristig gebunden worden sind.

Der Vertrag des Kapitäns und mit 30 Jahren ältesten der Stammelf läuft zum Saisonende aus.

Und der nächste ist für ihn nach eigener Auskunft "der wichtigste Vertrag in meiner Karriere".

Villa-Interesse steht im Raum

Er überlege deshalb "genau", was er tue, erklärt er im "kicker" - auch wenn er die Entscheidung nicht mehr "wochen- oder monatelang hinausschieben" will.

Alternativen zu Dortmund hätte er: Ein angebliches Angebot von Aston Villa steht seit Mitte Dezember im Raum, auch Paris St. Germain und der AS Rom sollen Interesse haben.

Weidenfeller hat es, verhandlungstaktisch klug, undementiert gelassen.

Finanzielle Perspektiven

Der englische Mittelklasse-Klub würde ihm zwar sportlich nicht die besten Perspektiven bieten, womöglich finanziell aber die besseren als in Dortmund.

Dort bekommt er von Zorc eine "ordentliche" Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt.

Übergroß ist das Steigerungspotenzial bei schon geschätzten zwei Millionen Euro Gehalt und einem zurückhaltenden Ausgabenkurs beim BVB allerdings nicht.

Langzeit-Deal erwünscht

Der andere Knackpunkt ist die Vertragslaufzeit.

Weidenfeller will "nicht für ein, zwei Jahre" verlängern. Wenn er sich für den BVB entscheide, "dann möchte ich einige Jahre ein Teil dieser Borussia sein".

Ein Wunsch, der in diesen Zeiten keinen überraschen kann. Höchstens die, die auch Klopp demnächst in England sehen.

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