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Thomas Kraft kam 2004 von der SG Betzdorf zum FC Bayern © getty

Thomas Kraft wird von den Torhüter-Legenden des FC Bayern gelobt. Oliver Kahn sieht allerdings ein warnendes Beispiel.

Von Martin Hoffmann

München - "Warum nicht Thomas Kraft als Torwart für uns?"

Das fragte vor genau einem Monat Franck Ribery, als er mit dem Jungkeeper zusammen im Pressetalk beim FC Bayern saß.

Es ist die Frage, die sich nun beinahe ganz Fußball-Deutschland stellt.

Coach Louis van Gaal riskiert - nicht nur rein sportlich - einiges mit dem unabgesprochenen Plan, Kraft zur Nummer eins zu befördern: Neuen Führungsstreit, womöglich sogar seinen Arbeitsplatz.

Allerdings: Sein Schritt findet prominente Unterstützer, die glauben, dass sich das Risiko lohnen könnte.

Maier jubiliert

Allen voran: Bayerns Keeper-Legende und langjähriger Torwarttrainer Sepp Maier, der Krafts Beförderung in der "tz" regelrecht bejubelt.

"Eine tolle Nachricht", findet er: "Ich muss vor diesem Trainer den Hut ziehen." Der 22 Jahre alte Kraft habe sich die Chance "wirklich verdient": Er sei ein "riesiges Talent".

Eines, das sich bei van Gaals Torwartcoach Frans Hoek - dem Mann, der für ihn auch Edwin van der Sar in Amsterdam und Victor Valdes in Barcelona formte - "in den besten Händen" befinde.

"Beweglich, schnell, ja katzenhaft"

Überaus positiv spricht auch der andere große Bayern-Keeper der Vergangenheit über Kraft: Oliver Kahn.

Er attestiert Kraft ein "riesiges Potenzial" und "erstaunliche Fähigkeiten" für sein Alter, der Youngster erinnert den "Titan" gar an keinen geringeren als Maier.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

[kaltura id="0_8q8mns15" class="full_size" title="Krafts gro e Stunde "]

"Thomas ist allein von den Bewegungen her einer wie Sepp Maier", meint Kahn: "Er ist beweglich, schnell, ja, katzenhaft."

Ein neuer Fall Rensing?

Michael Kraft, der legitime Erbe der "Katze von Anzing"? Oder doch ein neuer Fall Michael Rensing?

Den hatten Maier und Kahn seinerzeit auch mit Lob überschüttet. Wie das Experiment mit ihm endete, ist bekannt.

Und der Fall Rensing gilt auch als ein Hauptgrund, warum die Bayern-Führung für die Zukunft lieber auf die sportlich sicherere Karte Manuel Neuer setzen will.

Auch Kahn weiß: "Michael Rensing ist ein warnendes Beispiel." Es gelte abzuwarten, ob Kraft mit Kahns Lieblingswort klarkomme: "Druck".

Bislang hat der 22-Jährige noch kein Ligaspiel absolviert, die Einsätze in der Champions League waren Probeläufe unter nur geringen Wettbewerbsdruck.

Entscheidender Unterschied

Maier sieht aber einen entscheidenden Unterschied bei den Fällen Kraft und Rensing.

Während Rensing nach allgemeiner - und auch Maiers - Deutung keine volle Rückendeckung bei Trainer Jürgen Klinsmann hatte, stehe van Gaal offensichtlich hinter Kraft.

Und deswegen traut es Maier Kraft auch zu, das zu schaffen, was Rensing auch im zweiten Anlauf unter van Gaal misslang: sich dauerhaft als Nummer eins festzubeißen.

"Sicher packt es Thomas", glaubt er: "Weil er Vertrauen spürt, weil der Trainer hinter ihm steht. Das ist eine Entscheidung für die Zukunft."

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