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Mark van Bommel und Arken Robben gewannen bei der WM 2010 mit Holland die Vizeweltmeisterschaft © getty

Bei den Bayern macht sich nach dem Trainingslager Aufbruchstimmung breit. Doch zwei Personalfragen sorgen für Unruhe.

Von Andreas Kloo und Christian Ortlepp

München/Doha - Louis van Gaal strahlte zum Abschluss des Bayern-Trainingslagers über das ganze Gesicht.

"Ich bin sehr zufrieden. Die Spieler haben Leidenschaft und Begeisterung gezeigt. Wir haben alles gemacht", bilanzierte der Trainer nach dem einwöchigen Aufenthalt in Doha.

Was van Gaal vor allem zuversichtlich für die Rückrunde stimmt, ist Arjen Robbens geglücktes Comeback nach seiner Verletzungspause und 231 Tage ohne Spiel für die Bayern.

Derart gut gelaunt ließ sich van Gaal gleich zu einer Kampfansage in Richtung Herbstmeister hinreißen: "Ich will alles gewinnen. Wir müssen Druck auf Dortmund machen."

Die Voraussetzungen für den Generalangriff der Bayern in der Rückrunde sind auf jeden Fall geschaffen.

Allerdings schaffte sich van Gaal durch den Torwartwechsel und mit der Kapitänsdiskussion neue Brandherde.

SPORT1 fasst Bayerns Brennpunkte nach dem Trainingslager in Katar zusammen:

Torhüterwechsel:

Mit dem Tausch auf der Torwartposition geht van Gaal ein hohes Risiko ein. Er gibt von nun an dem unerfahrenen Thomas Kraft den Vorzug gegenüber Routinier Hans-Jörg Butt.

"Ich habe eine Verantwortung. Auch Kraft muss lernen, mit Druck umzugehen. Jetzt ist der Zeitpunkt, das zu machen", begründet der Trainer die Maßnahme.

Ob momentan allerdings wirklich der richtige Zeitpunkt für einen solch waghalsigen Tausch ist, darf angesichts des derzeitigen Erfolgsdrucks bei 14 Punkten Rückstands auf die Spitze angezweifelt werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Noch dazu stieß van Gaal die Vereinsbosse vor den Kopf, da er weder Sportdirektor Christian Nerlinger noch Vorstandsboss Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß über seine Entscheidung informierte.

Bei Misserfolg könnte van Gaal diese Entscheidung zum Verhängnis werden - und womöglich gar seinen Job kosten.

[kaltura id="0_ouvetb92" class="full_size" title="Robben ist zur ck"]

Kapitänsfrage:

Auch um das Kapitänsamt bei den Bayern entbrannte während des Trainingslagers eine Diskussion. Mark van Bommel wird zwar nach derzeitigem Stand auch in der Rückrunde für die Münchner auflaufen.

Aber während des Trainingslagers kamen Pläne van Gaals an die Öffentlichkeit, ihn in der Kapitänsrolle durch Philipp Lahm zu ersetzen.

Vor der Abreise rang sich der Trainer doch noch ein Votum für seinen Landsmann ab: "Wenn er hier bleibt, bleibt er mein Kapitän."

Doch die T- und die K-Frage störten die Ruhe am Persischen Golf.

Sportdirektor Nerlinger schien zwar nicht begeistert darüber, in der Torhüterfrage übergangen worden zu sein.

Er stellte aber klar, sich die "Aufbruchstimmung" dadurch nicht zerstören zu lassen.

Arjen Robben:

Bereits in den Trainingseinheiten zeigte sich der Flügelflitzer hochmotiviert. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge ließ sich gar zu einem überschwänglichen Lob hinreißen:

"Es ist das Intensivste an Arbeit, was ich hier gesehen habe, seit Lothar Matthäus sich nach seinem Kreuzbandriss rangekämpft hat."

Und bei seinem 45-minütigen Einsatz im Test gegen Al-Wakrah ließ Robben bei seinen Dribblings wieder etwas von seiner Spritzigkeit aufblitzen (334398DIASHOW: Bayern wirbelt in der Wüste).

Hinterher zeigte er sich im Gespräch mit SPORT1 überglücklich: "So viel Spaß ? das glaubst du gar nicht. Am liebsten würde ich morgen wieder spielen."

Sein Trainer war sichtlich überrascht von Robbens Leistungsstand: "Das war mehr, als ich erwartet hatte. Er ist so fit und hat so auf diesen Einsatz gebrannt."

Zumindest einen Platz als Joker beim Rückrundenstart in Wolfsburg (Samstag, ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) stellt er seinem Landsmann in Aussicht: "Ich glaube nicht, dass er von Anfang an spielen kann, vielleicht in der zweiten Halbzeit."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Luiz Gustavo:

Der bislang einzige Winter-Neuzugang der Münchner soll in der Rückrunde van Gaals Joker in der Defensive werden.

Ob als Linksverteidiger, im zentralen defensiven Mittelfeld oder gar als Innenverteidiger. Der Brasilianer ist vielseitig verwendbar.

Zunächst ist er als Linksverteidiger geplant.

Im Test gegen Al-Wakrah wusste er auf dieser Position bereits mit kompromisslosen Zweikämpfen und schönen Flanken bereits zu gefallen.

Allerdings gab er nach den ersten Trainingseinheiten Eingewöhnungsprobleme zu: "Das war ganz anders als das, was ich bisher in Hoffenheim gemacht habe."

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