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Reinhard Rauball (l.) holten Jürgen Klopp im Sommer 2008 nach Dortmund © getty

Dortmunds Präsident Reinhard Rauball spricht im SPORT1-Doppelpass über die Titelchancen, "Glücksfall" Klopp und die 50+1-Regel.

München - Die Konkurrenz wedelt bereits mit der weißen Fahne und erklärt Borussia Dortmund schon vor Rückrundenbeginn zum neuen Deutschen Meister.

Doch beim souveränen Herbstmeister will man trotz des großen Vorsprungs davon weiterhin nichts wissen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Rückrunde beginnen wir bei null - 17 Spiele, und wir fangen am Freitag in Leverkusen an", sagte Jürgen Klopp der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Klopp: Nur von Spiel zu Spiel schauen

Er werde weiterhin nur von Spiel zu Spiel schauen, erklärte der BVB-Coach:

"Wenn ich Riesenslalom fahre, freue ich mich nach dem ersten Tor auch nicht über einen Superschwung und rausche ins nächste Tor hinein."

Ähnlich äußerte sich Dortmunds Präsident Reinhard Rauball im SPORT1-Doppelpass.

Dort sprach der DFL-Boss zudem über die erfolgreiche Entwicklung beim BVB, die Arbeit von Jürgen Klopp und die umstrittene 50+1-Regel.

Reinhard Rauball im SPORT1-Doppelpass über...

seine Doppelfunktion als Präsident der DFL und des BVB:

"Sie können sicher davon ausgehen, dass der Präsident von Borussia Dortmund am letzten Spieltag die Schale in der Hand hält. Als Präsident der DFL überreiche ich sie dem Meister."

die Weigerung, von der Meisterschaft zu sprechen:

"Wenn einer von der Meisterschaft spricht, bekommt er die Höchststrafe. Der Präsident rasiert ihm persönlich die Haare ab.

Wir bleiben bei diesem Weg. Man nimmt damit auch den Spielern die Möglichkeit, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das keine Früchte bringt und sie nicht weiter bringt."

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Trainer Jürgen Klopp:

"Jürgen Klopp ist ein Glücksfall für den BVB. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass es für ihn keinen besseren Verein gibt."

die Entwicklung bei Borussia Dortmund:

"Es war auch für mich nicht zu glauben, dass es eine solche Entwicklung in einer so kurzen Zeit geben würde. Wir haben an den richtigen Stellen an den richtigen Stellschrauben gedreht.

Wirtschaftlich ist der Verein wieder gesund, wir werden von den Banken hofiert, unsere Aktionäre und unsere Mitglieder sind zufrieden.

Die Mannschaft verbreitet Freude. Es herrscht eine Stimmung in der Region Dortmund, die ich selbst so noch nicht erlebt habe. Nicht einmal bei unserem Champions-League-Sieg.

Die Mannschaft strömt einfach solche Sympathiewerte aus, da ist jeder von dieser Atmosphäre gefangen."

die umstrittene 50+1-Regel in der Bundesliga:

"Die Blackburn Rovers (englischer Erstligist, Anm. d. Red.) werden von einem indischen Geflügelkonzern übernommen.

Die Vorsitzende hat noch nie ein Spiel live gesehen, aber hat als erstes sofort den Trainer entlassen und aus Marketinggründen Angebote an David Beckham und Ronaldinho abgegeben.

Das wollen wir in Deutschland nicht. Deswegen ist die 50+1-Regel sinnvoll."

Profis, die einen Wechsel erzwingen wollen:

"Das Geschäft hat sich grundlegend geändert. Früher hat ein Spieler selbst die Verträge ausgehandelt. Da hat man sich tief in die Augen gesehen und ist dann irgendwann zu einem Ergebnis gekommen.

Heute haben die Spieler Berater, die auch während der Vertragslaufzeit den Markt sondieren und einen besseren Verein für den Spieler suchen, weil sie selbst nicht nur gut, sondern - man muss schon sagen fürchterlich gut - daran verdienen."

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