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Nuri Sahin (r.) erzielte in der Hinrunde vier Treffer für Borussia Dortmund © getty

Borussia Dortmund bringen die Sticheleien der Verfolger nicht aus der Ruhe. Sahin will gar mehr davon. Weidenfeller verlängert.

Von Andreas Kloo

München - Mit zehn Punkten Vorsprung geht Borussia Dortmund als klarer Favorit auf die Meisterschaft in die Bundesliga-Rückrunde.

Dass Roman Weidenfeller seinen Vertrag bis 2014 verlängert hat, ist eine weitere Erfolgsmeldung.

Doch der Präsident höchstselbst erklärt das "M-Wort" zum verbotenen Begriff.

"Wenn einer von der Meisterschaft spricht, bekommt er die Höchststrafe. Der Präsident rasiert ihm persönlich die Haare ab", witzelte Reinhard Rauball im SPORT1-Doppelpass.

Trainer Jürgen Klopp will seine blonde Mähne wohl noch behalten und hält sich vor dem Auftakt in Leverkusen (Fr. ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) strikt an Rauballs Vorgabe:

"Die Rückrunde beginnen wir bei null - 17 Spiele, und wir fangen am Freitag in Leverkusen an", gibt Klopp in der "FAZ" als Marschroute vor (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Auch eine Abkehr vom Offensivspektakel hin zur Defensivtaktik, um den Vorsprung zu verteidigen, kommt für Klopp nicht in Frage. Sicherheitsfußball sei bei Heimspielen in Dortmund ohnehin nicht möglich.

"Das kannst du in diesem Stadion auch gar nicht spielen. 80.000 Leute gucken dir zu, wie du Figuren hin- und her schiebst? Das funktioniert nicht", wischt der 43-Jährige jegliche Gedanken an Rasenschach beiseite.

Sahin gefallen Verbalattacken

Die Störfeuer der anderen Klubs, die dem BVB verbal schon jetzt die Meisterschale überreichen, scheint bei Klopp nicht zu wirken.

"Wir haben vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir für verschiedene Mannschaften als Konkurrenten gelten könnten", sagte Klopp dem "kicker".

Und wenn dann Giftpfeile fliegen: Es gibt Schlimmeres. Es gibt Schlimmeres, als von den Bayern als Konkurrent ausgemacht worden zu sein. Wie gedenken das zu genießen."

Und auch die Mannschaft zeigt sich unbeeindruckt.

"Mir gefallen solche Verbalattacken, das gehört zum Fußball dazu", sagt Nuri Sahin sogar dem "ZDF".

[kaltura id="0_hz5pgoxf" class="full_size" title="Ist Dortmund noch zu stoppen "]

Im letzten Testspiel vor dem Rückrundenauftakt knüpfte der BVB nahtlos an die Leistungen aus der Hinrunde an. Beim 4:0-(1:0)-Sieg in Basel ließ der Herbstmeister dem Champions-League-Teilnehmer keine Chance.

Robert Lewandowski legte mit einem Traumtor aus 30 Metern den Grundstein zum Erfolg im St. Jakob-Park.

Fragezeichen hinter Barrios

Dabei traten die Borussen nicht einmal in Bestbesetzung an. Mario Götze fehlte wegen einer Oberschenkelverhärtung, Lucas Barrios laboriert noch immer an den Folgen einer Virusinfektion. Ob er bis Freitag fit wird, ist fraglich.

"Wir werden ihn nicht in ein Spiel schicken auf die Gefahr hin, dass dann die Substanz für die restlichen 16 Begegnungen fehlt. Er war richtig krank. Ihm sind die Belastungen in Jerez echt schwergefallen", erklärte Klopp.

Definitiv fehlen wird Shinji Kagawa, der bis Ende Januar beim Asien-Cup aktiv ist.

Hummels bekennt sich zum BVB

Das Trio Götze, Barrios und Kagawa, der in englischen Medien mit Manchester United in Verbindung gebracht wurde, gehörte zu den tragenden Säulen der Dortmunder Erfolgsserie in der Vorrunde und weckte Begehrlichkeiten anderer Klubs.

Gleiches gilt für Mats Hummels, den der FC Bayern zu einer Rückkehr bewegen wollte.

Hummels bekannte sich jedoch klar zur Borussia: "Selbst wenn ich eine Klausel für zwei Euro hätte: Ich will nicht weg, sondern beim BVB bleiben", sagte er der "Bild".

Seitenhieb gegen die Bayern

Klopp nimmt das Werben um seinen Abwehrspieler süffisant zur Kenntnis:

"Was wir haben, ist eine hochtalentierte Mannschaft mit extremem Potenzial und einem guten Charakter. Andere treffen andere Entscheidungen und holen zu Robben und Ribery auch noch Gustavo und interessieren sich möglicherweise auch noch für unsere Spieler."

Kein Interesse am DFB-Job

Auch Klopp selbst steht derzeit immer wieder im Mittelpunkt des Interesses. Zuletzt stand ein Angebot des FC Liverpool im Raum. Und Bundestrainer Joachim Löw brachte Klopp als seinen Nachfolger ins Gespräch.

Der frühere Mainzer stellt allerdings klar: "Ich habe gerade erst bis 2014 verlängert, ich stehe nicht im Ruf, zu Vertragsbrüchen zu neigen."

Und der Job als Coach der deutschen Nationalmannschaft reizt ihn offenbar (noch) nicht: "Bundestrainer wäre eine andere Art von Job, für die ich momentan noch nicht bereit wäre."

Erst will er mit dem BVB noch Titel einfahren. Und auch wenn er das Wort Meisterschaft nicht in den Mund nimmt, eines stellt Klopp für den Fall der Fälle klar: "Ich kann aus dem Stand heraus richtig schön feiern."

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