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Dietmar Hopp steckte bisher 170 Millionen Euro in 1899 Hoffenheim © getty

Hoffenheims Mäzen Hopp verteidigt Gustavos Transfer, erklärt seine Rolle bei den Verhandlungen und beziffert seine Investitionen.

Von Olaf Mehlhose

München - Dietmar Hopp will trotz der Turbulenzen der vergangenen Wochen an seiner Funktion als Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim festhalten.

"Ich werde den Verein weiter finanziell unterstützen, vor dem Hintergrund, dass ich weiß, wir müssen ans rettende Ufer kommen", sagte Hopp in einem Interview mit der "FAZ":

"Ich lasse doch mein Baby nicht in dem Moment im Stich, wo es anfängt zu laufen."

Ziel sei es, die TSG von seiner Person unabhängig zu machen:

"Wir streben schon bald Schwarze Zahlen in der Bilanz an, um die ab Sommer 2011 greifenden Financial-Fairplay-Bedingungen der UEFA zu erfüllen. Daran arbeiten wir", teilte Hopp dem "Focus" mit.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Kein Alleingang bei Gustavo

Der SAP-Gründer wehrte sich gegen den Vorwurf, dass er den Transfer von Luiz Gustavo zum FC Bayern München in Eigenregie durchgezogen habe.

"Der Verkauf von Gustavo war total abgestimmt mit Sportdirektor Tanner und der Geschäftsführung. Ich war lediglich in die Gespräche eingebunden, weil ich mit den Bayern gut bekannt bin" erklärte Hopp.

Demzufolge habe auch kein Verstoß gegen die "50+1"-Regelung vorgelegen, die besagt, dass nicht Kapitalgeber, sondern Vereinsgremien über Handlungen des Klubs entscheiden.

Hopp investiert 170 Millionen

Zudem rechtfertigt der 70-Jährige nochmals den Verkauf des Brasilianers mit den damit verbundenen Transfererlösen:

"Ich kann sagen, dass wir Probleme mit der Lizenzierung bei der UEFA bekommen hätten, wenn wir so weiter gemacht hätten wie in den vergangen drei Jahren."

Der Klub sei ohnehin "nur wirtschaftlich" von ihm abhängig, erklärte der Hoffenheim-Boss, der seine finanziellen Zuwendungen seit 2008 auf 170 Millionen Euro bezifferte.

[kaltura id="0_06dk2s1z" class="full_size" title="Hoffenheim und sein M zen"]

Harte Linie bei Demba Ba

Im Fall Demba Ba sprach sich Hopp genau wie Ernst Tanner für eine harte Linie aus.

"Wenn kein Verein kommt, der unsere Vorstellungen erfüllen kann, dann schmort Demba halt auf der Tribüne", hatte der 1899-Manager in der "Bild am Sonntag" angekündigt:

"Wenn wir nicht wollen, kann er nicht weg und auch nicht Fußball spielen. Eine Trainingsmöglichkeit würden wir ihm aber stellen."

Hoffenheim plant, eine zweistellige Ablösesumme für den bis 2013 an den Verein gebundenen Ba zu erhalten.

Jaissle verlängert

Nach den hektischen vergangenen Wochen hat es also ganz den Anschein, als wollten die Kraichgauer die Weichen für eine ruhigere Zukunft stellen.

Dazu passt, dass der Vertrag mit Abwehrspieler Matthias Jaissle bis 2015 verlängert wurde.

Der 22-jährige, der zuletzt lange verletzt war, wurde auch vom Hamburger SV heftig umworben, entschied sich dann aber für die Kraichgauer.

Der neue Cheftrainer Marco Pezzaiuoli freut sich über Jaissles Verbleib:

"Matthias ist auf dem besten Weg zu alter Stärke zurückzufinden. Sowohl sportlich als auch menschlich ist er sehr wertvoll für unsere Mannschaft."

Wellington zurück nach Brasilien

Dagegen wird Offensivspieler Wellington in dessen brasilianische Heimat an Figueirense Futebol Clube bis zum Dezember 2011 ausgeliehen.

Wellington, der in der Hinserie an Zweitligist Fortuna Düsseldorf ausgeliehen war und dort die Erwartungen nicht erfüllte, besitzt in Hoffenheim noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013.

Zum Abschluss des Trainingslagers im spanischen La Manga trennte sich 1899 vom niederländischen Meister FC Twente Enschede 1:1 (0:0).

Vedad Ibisevic glich in der 74. Minute per Strafstoß die Twente-Führung durch Luuk de Jong (53.) aus.

Im ersten Test in Spanien hatten die Hoffenheimer gegen den heimischen Drittligisten Real Murcia 0:0 gespielt.

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