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Harald Strutz (r., mit Trainer Thomas Tuchel ist seit 1988 Präsident von Mainz 05 © getty

Der Mainzer Präsident möchte sich mit dem Überraschungsteam der Hinrunde für das internationale Geschäft qualifizieren.

Von Stephan Weber

München - Während sich die anderen Überraschungsmannschaften mit dem Formulieren neuer Saisonziele schwer tun, ist für den Mainzer Präsident Harald Strutz die Sache klar.

Angesichts des zweiten Tabellenplatz der Rheinhessen hofft Strutz auf eine Qualifikation für das internationale Geschäft. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wenn nicht jetzt, wann dann?", fragte der 60-Jährige im Interview mit dem "kicker".

"Wir wollen ein fester Bestandteil der Bundesliga werden, unser Image beibehalten und uns wirklich ein bisschen zum Kultklub entwickeln, ein Farbtupfer in der Liga sein", formulierte Strutz die Ziele für die nahe Zukunft: "Und sportlich, das sage ich ganz offen, uns irgendwann mal für die Europa League qualifizieren."

Forsche "Töne" vom Karnevalsverein, doch die gezeigten Leistungen in der Hinrunde berechtigen allemal Hoffnungen auf mehr.

Vor allem wollen die Mainzer Verantwortlichen aber sicher stellen, dass der Erfolg keine Eintagsfliege ist.

"Unsere Vereinsphilosophie basiert auf Geduld und Ausdauer", erklärte Strutz: "Das ist eben keine Tagesgeschäft, wir rechnen in Jahren, fast in Jahrzehnten. Wir haben momentan eine gute Basis und wissen, dass wir am Anfang einer noch größeren Entwicklung stehen."

Trainingslager bei Barca

Ein Vorbild soll dabei der FC Barcelona sein. Künftig soll ein großer Teil der Profi-Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs stammen.

Nicht umsonst verbrachten die Mainzer ihr Trainingslager in der katalanischen Metropole, wo sie am "La Masia", dem ehemaligen Trainingszentrum des FC Barcelona, in direkter Nähe des "Camp Nou", trainierten.

Thomas Tuchel bezeichnete Barca als "leuchtendes Vorbild" und zog ein rundum positives Fazit des Trainingslagers.

"Beispielhafte Trainingstage"

"Die Trainingstage waren beispielhaft für die Leistungsbereitschaft und den Einsatz, den die Mannschaft immer wieder demonstriert. So kann es sich ein Trainer nur wünschen", sagte der Trainer der 05er. "Die Mannschaft ist in der Lage, immer wieder diese Qualität abzurufen."

Keine Frage, die Ansprüche am Bruchweg sind gestiegen.

"Diese Trainingsleistung entspricht mittlerweile absolut unserer Erwartungshaltung", sagt Tuchel: "Nur durch diese hohe Erwartungshaltung können wir dieses Niveau auch halten."

Und sollte es in dieser Spielzeit noch nicht mit dem internationalen Geschäft klappen, wird Mainz das Ziel in Zukunft weiterverfolgen.

"Es ist eine unserer Visionen, zu den etablierten Klubs zu gehören, die immer die Möglichkeit sehen, international zu spielen. Darüber bekommt man einen ganz anderen Zugang zu den Spielern", sagte Strutz.

Sollte dies gelingen, wäre für die Mainzer auch mehr drin, als ein "Ausbildungsverein" zu sein, wie Strutz bemerkt.

"Wenn wir das ein paar Jahre durchhalten und andere finanzielle Möglichkeiten bekommen, werden wir letztendlich fest in einem Bereich der Liga spielen, wo die Spieler auch bei uns große Ziele verfolgen und wir sie darüber binden können".

Holtby: "Die Champions League ist drin"

Lewis Holtby, der nach der Saison wieder nach Schalke zurückkehren wird, kann es hingegen gar nicht schnell genug gehen.

"Wir haben viel Selbstbewusstsein und dürfen auch träumen. Nur müssen wir demütig bleiben, immer mehr wollen und hart weiter arbeiten. Es klingt bizarr, aber: Die Champions League ist drin", so der 20-Jährige in der "Bild".

Sollte der Youngster Recht behalten, könnten die 05er tatsächlich schon bald auf ihr "leuchtendes Vorbild" Barca treffen.

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