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Michael Ballack spielt seit 1999 für die deutsche Nationalmannschaft © getty

Ballack beschäftigt sich momentan nicht mit einer Rückkehr ins DFB-Team. Den Streit mit Lahm möchte er auf sich beruhen lassen.

München - Leverkusens Routinier Michael Ballack denkt derzeit nicht an ein Comeback in der Nationalmannschaft und schätzt seine Chancen auf eine Rückkehr in die DFB-Auswahl äußerst realistisch ein.

"Ich habe noch nicht wieder für Bayer gespielt und muss erst einmal schauen, dass ich zu alter Leistungsstärke finde", sagte Ballack der "Welt".

"Wenn ich meinen Rhythmus wiedergefunden habe, werde ich sehen, inwieweit sich das noch auf die deutsche Nationalmannschaft auswirkt."

Das Ziel, für sie zu spielen, sei natürlich da. "Aber ich muss erst einmal zurück auf das Niveau kommen, um für die Nationalmannschaft ein Thema zu sein."

Keine Gedanken an EM 2012

Deswegen sei auch die EM 2012 in der Ukraine und Polen für ihn derzeit noch ganz weit weg.

"Im Moment habe ich ganz andere Sorgen, als mir Gedanken darüber zu machen, was 2012 passiert", meint Ballack. Der erste Schritt sei, sich wieder in die Mannschaft von Bayer Leverkusen zu arbeiten.

"Wenn mir das gelungen ist, kann ich an die Nationalelf denken. Alles andere bringt jetzt nichts. So realistisch muss ich sein - und das bin ich auch", so Ballack. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Der 98-malige Nationalspieler hatte infolge einer schweren Verletzungen die WM in Südafrika und den Großteil der Bundesliga-Hinrunde verpasst.

"Kann nicht große Ansprüche stellen"

Wenige Tage vor dem Rückrundenstart ist er sich auch seiner schwierigen Situation bei Leverkusen bewusst. (DATENCENTER: Bundesliga)

"Ich kann nach so einer langen Verletzung nicht gleich große Ansprüche stellen und erwarten, dass ich sofort von Beginn an spielen werde."

Er müsse sich ins Team kämpfen. "Das wird bei der Konkurrenz nicht einfach für mich, aber ich werde alles dafür tun", kündigte Ballack an.

Sein Trainer Jupp Heynckes hatte angedeutet, dass Ballack am Freitag zum Rückrundenstart gegen Borussia Dortmund (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) nicht zur Startformation der Leverkusener gehören wird.

Ob der Mittelfeldspieler überhaupt zum Aufgebot zählt, ist derzeit unklar.

Streit um Kapitänsbinde ad acta legen

Erst wenn er bei Bayer wieder regelmäßig spiele, werde er sich auch wieder verstärkt mit der Nationalmannschaft beschäftigen, so Ballack.

Deshalb wollte er über den Streit um die Kapitänsbinde in der Nationalmannschaft mit WM-Spielführer Philipp Lahm auch nicht mehr großartig sprechen.

"Was die ganze Angelegenheit betrifft, ist doch alles gesagt worden - spätestens seit der Bundestrainer sich dazu geäußert hat", urteilte Ballack.

"Damit sollte man das auch belassen. Wir tun alle gut daran, das nicht immer wieder zu thematisieren. Ich will es jedenfalls nicht. Denn eins ist doch nicht zu übersehen: Die Mannschaft funktioniert und ist intakt."

Zudem habe er mit Lahm dieses Thema erörtert: "Wir haben vor einigen Wochen miteinander gesprochen. Aber das sind Dinge, die unter uns bleiben."

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