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Dietmar Hopp ist einer der Gründer des Softwarekonzerns SAP © getty

Hoffenheims Mäzen berichtet von Schulden und macht den Ex-Manager verantwortlich. Im Fall Ba kündigt er einen Transfer an.

Von Matthias Becker

München - Der Macher schlägt Alarm.

Dietmar Hopp hat Millionenschulden der TSG 1899 Hoffenheim eingeräumt - und damit einen weiteren Grund für den Transfer von Mittelfeldspieler Luiz Gustavo zum FC Bayern geliefert.

"2011 werden uns über sieben Millionen Euro fehlen - trotz der Transfer-Einnahmen für Gustavo", erklärte Hopp in der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Hoffenheim hatte den Brasilianer Gustavo in der Winterpause für geschätzte 15 Millionen Euro an den Rekordmeister verkauft. Solche Transfers seien für den Verein eine wirtschaftliche Notwendigkeit, "wenn wir nicht den Entzug der Lizenz riskieren wollen", sagte Hopp.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Vorwürfe an Schindelmeiser

Als Schuldigen für die finanzielle Schieflage macht Hopp vor allem den früheren Manager Jan Schindelmeiser aus.

Der habe nach der Herbstmeisterschaft 2008 "hoch dotierte Spielerverträge geschlossen, die uns fast den Hals gebrochen hätten. Die Gehaltskosten sind explodiert."

Insgesamt habe Hoffenheim zwischen 2007 und 2009 ein Minus von rund 65 Millionen Euro gemacht, rechnete Hopp vor.

"2010 waren es rund 32 Millionen, die durch den Verkauf von Carlos Eduardo auf 16,6 Millionen reduziert werden konnten", sagte er.

Hopp übernimmt Verluste

Einen Großteil der Verluste der Vergangenheit hat offensichtlich Hopp selbst ausgeglichen.

Wie der "kicker" dokumentierte, habe Hoffenheim in der ersten Bundesliga-Saison 2008/09 einen Verlust von 16,454 Millionen Euro gemacht. Davon habe der "atypische stille Gesellschafter" Hopp 16,022 Millionen Euro übernommen.

[kaltura id="0_06dk2s1z" class="full_size" title="Hoffenheim und sein M zen"]

Insgesamt habe der Mitgründer des Softwarekonzerns "SAP" dem Bericht zufolge mit dem Durchmarsch Hoffenheims von der Regionalliga bis zur Bundesliga mehr als 42 Millionen Euro Verluste ausgeglichen.

"Es geht in Richtung 240 Millionen Euro"

Die Investitionen in seinen Heimatklub lägen deutlich höher als die bislang vermutete 175 Millionen Euro, erklärte Hopp: "Es geht eher in die Richtung 240 Millionen Euro."

Angst vor einem Liebesentzug müssen die Kraichgauer trotz dieser Ausgaben aber nicht haben. "Ich werde den Verein weiter finanziell unterstützen, vor dem Hintergrund, dass ich weiß, wir müssen ans rettende Ufer kommen", sagte Hopp schon am Sonntag der "FAZ":

"Ich lasse doch mein Baby nicht in dem Moment im Stich, wo es anfängt zu laufen."

Hopp: Werden Ba verkaufen

Diese Ankündigung bestätigte Hopp auch dadurch, dass er im Fall Demba Ba ein klares Machtwort sprach. "Wir werden ihn abgeben", sagte der Mäzen der "Rhein-Neckar-Zeitung" zwar, will den Transfer-Erlös aber nicht zum Bilanzausgleich einsetzen:

"Wir brauchen den Transfer-Erlös für einen gleichwertigen Ersatz. Wir müssen für Ba einen Hochkaräter holen", kündigte Hopp an.

"In zwei, drei Jahren schwarze Zahlen"

Grundsätzlich sind seine Ziele für die kommenden Jahre aber nicht sportlicher, sondern wirtschaftlicher Natur. Er wolle, "dass Hoffenheim in zwei, drei Jahren schwarze Zahlen schreibt".

Dazu will er auch die Einnahmen bei 1899 steigern. "Ich gehe davon aus, dass wir vom künftigen Trikotsponsor mehr bekommen als die 2,5 Millionen Euro, die es bisher gab", erklärte Hopp.

Eine Überlegung sei zudem, das Namensrecht für die Rhein-Neckar-Arena anzubieten, "das könnte drei bis vier Millionen bringen".

Geld, das ganz offenbar dringend benötigt wird.

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