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Sie schätzen sich - bald sogar bei den Bayern? Landon Donovan (r) und Jürgen Klinsmann © getty

Holt Bayern wirklich Landon Donovan? Klinsmann schließt nichts aus. Und der US-Star sagt im Sport1.de-Interview: "Ich bin bereit."

Von Christian Paschwitz

München - Manche halten es für einen PR-Gag. Andere wiederum sehen tatsächlich eine sportliche Relevanz. Tatsache aber ist: Ein Transfer des amerikanischen Nationalspielers Landon Donovan zum FC Bayern wird immer heißer.

"Landon ist ein Spieler, der alle Qualitäten mitbringt, um in Europa zu bestehen. Er ist der Top-Spieler in Nordamerika inklusive Mexiko und hat sich einen Namen erarbeitet", sagte Trainer Jürgen Klinsmann gegenüber Sport1.de über den früheren Leverkusener.

Und weiter: "Er war in den vergangenen sechs Jahren fünf Mal Amerikas Spieler des Jahres und hat sich Schritt für Schritt weiter entwickelt."

Zwar wollte Klinsmann nicht konkreter werden über eine Verpflichtung des 26-jährigen Offensivmanns von den Los Angeles Galaxy, der zurzeit bei den Münchnern vorspielt.

Klinsmann: "Wir nehmen dich auf"

Dass er sich darüber allerdings Gedanken mache, verneinte er keineswegs: "Das ist für ihn ein spannender Prozess. Und ich habe zu ihm gesagt: Wir nehmen dich auf."

Nur ein Ablenkungsmanöver von Klinsmann für die Öffentlichkeit? Wenn ja, dann ist es ein konzertiertes.

Auf ein echtes Dementi hatte am Dienstag schon Bayern-Manager Uli Hoeneß verzichtet: "Was ich hier gesehen habe, war okay. Kicken kann er. Donovan ist jetzt mal zehn Tage hier, und danach kann ich mehr dazu sagen."

Bayerns Offensiv-Dilemma

Was (zumindest bis Saisonende) für einen Donovan-Wechsel spricht, ist die verstärkungswürdige Offensiv-Abteilung der Münchner. Denn: Mit Luca Toni, Miroslav Klose und dem frustrierten wie abwanderungswilligen Lukas Podolski gibt's im Kader nur drei nominelle Angreifer.

Und: Die Entscheidung über die Zukunft der umworbenen Superstars Andrej Arschawin, dessen Sturmpartner Pawel Pogrebnjak sowie Anatolij Timoschtschuk (alle Zenit St. Petersburg) ist ins Stocken geraten.

Donovan selbst, zuletzt Teamkollege von David Beckham, fühlt sich gerüstet für den Sprung vom sonnigen Kalifornien zu den Bayern. "Ich bin bereit", sagte er im Interview mit Sport1.de.

Sport1.de: Trainieren Sie bei den Bayern nur, um sich nach dem Saisonende in Amerika fitzuhalten, oder gibt es Gedanken hierzubleiben?

Landon Donovan: Das ist für mich hier eine riesengroße Chance, guten Fußball zu spielen. Ich möchte sehen, ob ich mit solchen Superspielern mithalten kann. In den letzten Jahren hatte ich immer auch ein Auge auf Europa, und ich möchte gern wieder in Europa spielen.

Sport1.de: Sie hoffen also schon darauf, dass es bei den Bayern klappt?

Donovan: Ich mache mir keine Erwartungen, aber jeder Tag hier ist ein bisschen einfacher für mich. Wenn es so kommt, dass ich am kommenden Donnerstag wieder gehe, bin ich auch glücklich. Aber wir werden sehen.

Sport1.de: Im Sommer gab es schon mal einen Kontakt zu den Bayern.

Donovan: Jürgen (Klinsmann, Anm.d.R.) hat damals angerufen, um zu fragen, wie es nach der Saison weitergeht. Aber in dieser Zeit im Sommer war es nicht möglich zu kommen, weil ja die Spiele noch liefen.

Sport1.de: Fühlen Sie sich denn stark genug für die Bayern?

Donovan: Vielleicht bin ich dann nicht der Beste in der Mannschaft. Aber ich glaube, ich kann hier spielen. Vom Kopf her traue ich mir dieses Level zu. Und das ist für mich wichtig. Spieler wie Frank Ribery inspirieren mich. Hier weiß jeder, was er zu tun hat auf dem Platz. Das gibt mir Motivation.

Sport1.de: Aber Sie waren schon mal in der Bundesliga. Und vor dreieinhalb Jahren in Leverkusen lief es nicht.

Donovan: Damals war ich ganz jung und habe gesagt: Dieses Land ist nichts für mich. Aber das war mein Problem. Ich war nicht bereit. Jetzt bin ich als Person und Spieler ganz anders.

Sport1.de: Man sagt, dass München als Stadt viel schöner ist als Leverkusen?

Donovan: Es gibt hier wirklich ein ganz anderes Gefühl, auch von den Leuten her. Es gibt die schöne Maximilianstraße, und die Berge sind ganz toll. Das ist schöner, als ich Deutschland bisher kannte. Mein Frau (Bianca, Schauspielerin, Anm.d.Red.) würde zwar in Amerika bleiben, aber sie unterstützt mich und weiß, dass diese Chance, in Europa zu spielen, für mich ganz wichtig ist.

Sport1.de: Ihr Vertrag in der Major Soccer League läuft noch drei Jahre. Steht das einem Wechsel zu den Bayern im Weg?

Donovan: Wenn mich jemand haben will, muss er eine Ablösesumme bezahlen. Ein Problem könnte sein, dass mein Marktwert in Amerika höher ist als in Europa.

Sport1.de: Würden Sie denn auf Geld verzichten, um bei den Bayern zu landen?

Donovan: Aus Geld mache ich mir nichts, ich habe genug und will nur eine Chance bekommen. Ich habe in meiner Karriere auch auf allen Positionen gespielt. Am liebsten im Mittelfeld.

Sport1.de: Ist für Sie ein Modell David Beckham möglich, der bis zum Saisonstart in den USA Mitte März an den AC Mailand ausgeliehen wurde?

Donovan: Das ist möglich. Aber Beckham ist auch außerhalb des Platzes ein Riesenstar. Ich bin nur ein Fußballer und kein Posterboy. Das macht es für mich vielleicht ein bisschen schwieriger, Fuß zu fassen bei einem Verein.

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