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Ins Straucheln gekommen: Bremens Clemens Fritz (l.) und Wolfsburgs Josue © getty

In Teil zwei des SPORT1-Rückrunden-Checks warnt Huub Stevens Bremen vorm Absturz - und prognostiziert Wolfsburg den Aufschwung.

Von Maik Rosner und Daniel Rathjen

München - Sie tragen die Vereinsfarbe der Hoffnung, doch bei Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg war die Hinrunde der Bundesliga vor allem von Trostlosigkeit geprägt.

Grün ist die Krise, und ob die Rückrunde besser wird, ist ungewiss.

Besonders die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf bekam den Substanzverlust durch Mesut Özils Abgang zu Real Madrid zu spüren.

Nur 23 Tore in 17 Ligaspielen - die Ladehemmung der früher stets brillanten Offensive der Hanseaten ist ein wesentlicher Grund für die insgesamt schwache Hinrundenbilanz.

Sportdirektor Klaus Allofs räumte zwischenzeitlich schon ein, dass man im Abstiegskampf stehe (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Klaffendes Loch

Das klaffende Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit betrifft auch den VfL Wolfsburg, der genauso wie Werder das internationale Geschäft angepeilt hatte.

Besteht für die beiden grünen Krisenklubs aus dem Norden Hoffnung auf Besserung? Antworten und Prognosen gibt es im zweiten Teil des Rückrunden-Checks der 18 Bundesligisten.

Gemeinsam mit dem Experten Huub Stevens blickt SPORT1 zudem auf die Aussichten des 1. FC Kaiserslautern und von 1899 Hoffenheim.

Werder Bremen:

Platz 14, die zweitschlechteste Abwehr der Liga und keine Durchschlagskraft mehr im Sturm: Werder Bremen steht nach nur 19 Punkten in der Hinrunde nur noch vier Zähler vor dem Relegationsrang.

Hoffnung auf Besserung scheint nicht in Sicht: In den drei Testspielen der Winterpause gab es keinen Sieg. Dafür aber zwei peinliche Niederlagen, darunter das 1:4 gegen den Zweitligisten MSV Duisburg.

Tim Wiese hat wenig Hoffnung, dass Werder das untere Mittelmaß verlässt. "Wir werden mit dieser Mannschaft höchstens Zehnter, wenn überhaupt", sagte der Torwart der "Bild".

Auch der als Ersatz für Hugo Almeida verpflichtete Schwede Denni Avdic ist noch nicht die erhoffte Verstärkung im Sturm.

Das sagt Huub Stevens: "Es ist hart für die Hanseaten, aber für mich eindeutig: Für Werder ist der Zug Richtung internationales Geschäft schon abgefahren. Die Bremer müssen froh sein, wenn sie nicht noch tiefer sinken."

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Wenig deutet auf einen Aufschwung bei Bremen hin. Die Mannschaft wird sich auch in der Rückrunde schwer tun, mit dem Abstieg aber nichts zu tun haben.

[kaltura id="0_ubygwm1h" class="full_size" title="Friedrich fordert Verst rkung"]

VfL Wolfsburg:

Ähnlich bescheiden sieht die Lage beim VfL Wolfsburg aus. Trotz Millionen-Investitionen und der Verpflichtung von Spielmacher Diego steht die Mannschaft des neuen Trainers Steve McClaren nur dank des besseren Torverhältnisses vor den punktgleichen Bremern.

Durch den Abgang von Edin Dzeko zu Manchester City für knapp 35 Millionen Euro fehlt nun der treffsicherste Wolfsburger Stürmer der Bundesliga-Geschichte.

Der zuletzt fünf Monate lang verletzte Arne Friedrich fordert Ersatz: "Ich glaube schon, dass wir auf dieser Position jetzt etwas brauchen und der VfL dort auch etwas tun wird."

Doch der Optimismus ist groß, dass die Homogenität der Mannschaft wächst. Denn das Dauerthema Dzeko hatte auch für viel Unruhe gesorgt.

Für McClaren war das permanente Theater um den Bosnier sogar ein Grund für die schwache Hinrunde.

Das sagt Huub Stevens: "Wolfsburg befindet sich auf dem aufsteigenden Ast und wird sich steigern. Nach dem Dzeko-Verkauf herrscht Klarheit im Kader, was sich positiv auswirken kann."

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Wolfsburg könnte das Ende des Theaters um Dzeko tatsächlich gut tun. Doch ob es zu einem deutlichen Aufschwung reicht, erscheint fraglich. Denn Dzekos Tore werden fehlen, und das Theater um ihn war nicht Wolfsburgs einziges Problem.

1. FC Kaiserslautern:

Mit 21 Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis hat der Aufsteiger eine gute Hinrunde hinter sich.

Ein besonderes Glanzlicht dabei war sicherlich der 2:0-Sieg im ersten Heimspiel nach der Rückkehr in die Bundesliga gegen Meister Bayern München.

Vor allem Stürmer Srdjan Lakic hat mit bereits elf Toren großen Anteil daran, dass die "Roten Teufel" solide im Mittelfeld überwinterten.

Und der Kroate, an dem gleich mehrere Klubs aus der Liga interessiert sein sollen, wird zumindest bis zum Sommer bleiben 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Einem Wechsel in dieser Transferphase erteilte er jedenfalls eine Absage. Gut für Trainer Marco Kurz und seine Mannschaft.

1899 Hoffenheim:

Viel Unruhe gab es um Luiz Gustavos Wechsel zu Bayern München.

Ralf Rangnick sah keine Basis mehr für eine gemeinsame Zusammenarbeit und musste gehen.

Vor allem Mäzen Dietmar Hopp geriet im Zuge dieser Turbulenzen in die Kritik.

Mit dem vom Assistenten zum Chef aufgestiegenen Marco Pezzaiuoli soll nun wieder Ruhe einkehren und vor allem ein anderer Kurs eingeschlagen werden.

Weg von Millionentransfers, hin zum Ausbildungsverein. Hopp hält das für zwingend notwenig, andernfalls drohe der Lizenzentzug.

Für Gustavo und den zum 1. FC Köln gewechselten Christian Eichner kamen die Mittelfeldspieler Roberto Firmino und der von den Bayern geliehene David Alaba.

Das sagt Huub Stevens: "Der FCK und Hoffenheim stehen wohl auch nach dem 34. Spieltag da, wo sie jetzt sind - und wären damit wohl auch zufrieden."

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Kaiserslautern wirkt gefestigt genug, um nicht auf die Abstiegsplätze zu rutschen. Die Auswirkungen des Trainerwechsels bei Hoffenheim dürften sich in Grenzen halten. Der Sprung ins internationale Geschäft wäre nach Gustavos Abgang aber ein überraschender Erfolg.

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