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Louis van Gaal (r.) setzt sein volles Vertrauen in das Talent Thomas Kraft (l.) © imago

Bayerns Trainer legt sich in der Torwartfrage definitiv auf Thomas Kraft fest. Für seine Zukunftsplanung hat er mehrere Optionen.

München - Trainer Louis van Gaal hat Thomas Kraft noch einmal ausdrücklich zur neuen Nummer eins beim FC Bayern München erklärt.

"Er steht definitiv im Tor", sagte der Niederländer am Mittwoch mit Blick auf den Rückrundenauftakt am Samstag beim den VfL Wolfsburg.

Er habe dem 22 Jahre alten Torhüter dies auch schon am Montag mitgeteilt, "damit er vor dem Spiel ein wenig Ruhe hat", sagte van Gaal.

Der bisherige Stammtorhüter Jörg Butt habe die Entscheidung gefasst aufgenommen, ergänzte der Trainer, aber der Routinier sei verständlicherweise enttäuscht.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Sehr großes Vertrauen in Kraft"

Van Gaal begründete seine Entscheidung für Kraft mit dessen jüngster Entwicklung und den Perspektiven.

"Kraft hat sich in den letzten Monaten in vielen Bereichen im Torwartspiel weiterentwickelt und ich denke, dass wir mit Kraft im Tor weiterkommen."

Van Gaal versicherte außerdem, er habe "sehr großes Vertrauen darin, dass Kraft mit dem Druck im Tor umgehen kann."

Van Bommel in Wolfsburg von Beginn an

Als Mannschaftskapitän wird in Wolfsburg Mark van Bommel auflaufen, verriet der Trainer, Mario Gomez ist "erste Wahl" gegenüber Miroslav Klose.

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Bei Arjen Robben sei er sich noch nicht sicher, sagte van Gaal, er stellte aber fest: "Er ist weiter, als ich es erwartet habe."

Gedankenspiele für die Zukunft

Der Coach, der beim Rekordmeister bis 2012 unter Vertrag steht, macht sich längst Gedanken um die Zeit danach.

Eine Verlängerung beim Meister oder sein Karriereende hält der 59-Jährige für die wahrscheinlichsten Varianten. Doch reizen würden den ihn auch einige Nationalmannschaften oder Ajax Amsterdam.

"Ernste Option" aufzuhören

Van Gaal aber weiß, dass sich viele seiner Gedankenspiele kaum realisieren lassen.

"Ajax wäre die größte Herausforderung. Dorthin würde ich aber nur als erster Mann im Klub zurückkehren", sagte der Bayern-Trainer der "Sport Bild". Doch er räumte ein, dass seine Bedingungen dort nicht erfüllt werden dürften.

"Eine andere Option wäre Nationaltrainer. Interessant wäre natürlich auch eine Verlängerung bei den Bayern." Eine "ernste Option" sei aber auch aufzuhören. Mit diesem Versprechen liege er seiner Ehefrau Truus gegenüber bereits um vier Jahre im Verzug, sagte er weiter.

"Argentinien könnte ich mir vorstellen"

Für ihn steht deshalb fest: "Die wahrscheinlichsten Optionen sind derzeit für mich eine Vertragsverlängerung bei Bayern oder eben mein Karriereende."

Die Aufgabe als Nationaltrainer würde van Gaal dennoch reizen. Natürlich bei seinem Heimatland, aber auch bei Deutschland, England oder Spanien.

Doch all diese Optionen seien bereits ausgeschlossen worden oder mindestens unwahrscheinlich.

Aber: "Argentinien könnte ich mir vorstellen, die USA oder auch Australien."

"Verantwortung für diesen Verein"

Für Gesprächsstoff ist aber auch in der Gegenwart gesorgt. Allen voran van Gaals Entschluss, anstelle des soliden Routiniers Butt das unerfahrene Talent Kraft in der Rückrunde als Nummer eins ins Tor zu stellen.

"Es wäre natürlich einfacher, Jörg Butt durchspielen zu lassen. Aber ich habe eine Verantwortung für diesen Verein, meine Mannschaft und jeden individuellen Spieler", sagte van Gaal und betonte sein Vertrauen in den Youngster.

"Wer mich kennt, der weiß, dass wenn ich Kraft beim Auftakt in Wolfsburg aufstelle, dann nicht nur für dieses eine Spiel."

Interesse an Usami

In der "Sport Bild" verriet der Coach nun auch, wen er mit seiner nebulösen Anmerkung vor dem Trainingslager in Katar meinte. Zu 99 Prozent werde noch ein weiterer Zugang nach Gustavo kommen, ein Offensiv-Allrounder, hatte van Gaal angekündigt.

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Christian Nerlinger pfiffen ihn schnell zurück.

Gemeint war von van Gaal Takashi Usami, Japans Nachwuchsspieler des Jahres 2010.

"Ich hätte mir den Spieler gern angeschaut. Von der Spielanlage her wäre Usami unter anderem eine Option als Nummer zehn gewesen", sagte der Bayern-Trainer.

"Ich bin nicht mehr der Boss"

Doch in dieser Personalie musste van Gaal wieder einmal erkennen: "Ich bin nicht mehr der Boss. Ich habe bei Bayern nun viele Bosse über mir. Ich bin sehr flexibel geworden, das hätte ich selbst nicht gedacht."

Die Zusammenarbeit mit Rummenigge, Nerlinger und Präsident Uli Hoeneß sei mit sehr vielen Diskussionen verbunden.

"Am Ende einigen wir uns aber, und das geht inzwischen immer besser", sagte van Gaal. Vielleicht ja auch auf eine Vertragsverlängerung über 2012 hinaus.

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