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Benedikt Höwedes (l.) sah am ersten Spieltag in Hamburg die gelb-rote Karte © getty

In Teil drei des SPORT1-Rückrunden-Checks glaubt Huub Stevens an die Aufholjagd von Schalke und dem HSV im Kampf um Europa.

Von Matthias Becker und Daniel Rathjen

München - Eigentlich müsste Felix Magath mit dem Schicksal - oder zumindest mit dem Kalender - hadern.

Schließlich ist sein zuvor lange Zeit kriselnder FC Schalke 04 kurz vor der Winterpause so richtig in Schwung gekommen, gewann im Dezember alle fünf Pflichtspiele. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Viel wichtiger noch: das mit teuren Stars wie Klaas-Jan Huntelaar, Jose Manuel Jurado und Raul aufgemotzte Team konnte endlich auch spielerisch überzeugen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Magath will "zur Aufholjagd blasen"

Doch Magath denkt gar nicht daran, sich zu beklagen. Der Coach blickt voraus ? und hat vor dem Start in die Rückrunde gegen den Hamburger SV (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) Blut geleckt.

"Ein Sieg wäre für uns gleichbedeutend damit, den HSV in der Tabelle einzuholen. Das wäre die Gelegenheit, in der Bundesliga zur Aufholjagd zu blasen", sagte Magath im Trainingslager im türkischen Belek.

Im dritten Teil des Rückrunden-Checks der 18 Bundesligisten beurteilt SPORT1, ob Schalke diese Aufholjagd schaffen kann und analysiert mit Experte Huub Stevens die Chancen der Überraschungsteams Frankfurt, Freiburg und Hannover.

FC Schalke 04:

Seit dem 11. Spieltag sidn die Königsblauen ungeschlagen. Auf Platz zehn mit 22 Punkten liegen sie nur noch sieben Punkte hinter Platz fünf zurück.

Die Eskapaden von Jefferson Farfan, gegen Ende der Hinrunde der überragende Spieler, sollen kein Thema mehr sein. "Mit Geld kann man so etwas wieder gutmachen. Wenn er das Geld bezahlt hat, ist das Thema für mich erledigt", sagte Felix Magath.

[kaltura id="0_9pf16mv7" class="full_size" title="Schalke wieder selbstbewusst"]

Viel lieber erfreut er sich an "Rohdiamant" Julian Draxler. Der 17-Jährige, an dem Erzrivale Dortmund interessiert sein soll, überstrahlte selbst das mäßige 1:1 im letzten von drei Testspielen gegen den türkischen Erstligisten Eskisehirspor mit seinem Einsatz nach der Pause und könnte gegen den HSV zu seinem Bundesliga-Debüt kommen.

Innenverteidiger Benedikt Höwedes ist nach seinem Bänderriss rechtzeitig wieder fit.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Die Anlaufzeit von Schalke in dieser Saison war lang, aber nicht zu lang. Kann die Mannschaft die Form aus der Vorweihnachtszeit ins neue Jahr retten wird sie den Europa-League-Platz auf jeden Fall erreichen.

Hamburger SV:

Zu beinahe keinem Zeitpunkt konnte die teure und mit (Alt-)Stars gespickte HSV-Mannschaft ihr Potenzial abrufen. "Wir werden an unserem Anspruch gemessen, im oberen Drittel der Tabelle zu landen", kommentiert Klub-Boss Bernd Hoffmann in der "Hamburger Morgenpost" treffend.

Allerdings ist er nicht schuldlos an dieser Situation, muss nach einer turbulenten Jahreshauptversammlung um die Verlängerung seines Vertrags bangen.

Von personellen Veränderungen sah der HSV bisher ab, auch wenn weiter nach einem Innenverteidiger gefahndet wird. Matthias Jaissle lehnte ab und verlängerte in Hoffenheim.

Für den nicht unumstrittenen Trainer Armin Veh gilt es, aus dem bestehenden Kader bessere Leistungen herauszukitzeln.

Das sagt Huub Stevens: Vorsicht vor Schalke und dem HSV! Ich bin da sehr optimistisch, und traue den beiden viel zu. Für die Meisterschaft ist der Rückstand zu groß, doch in diesen Kadern steckt so viel Qualität. Sie werden aufholen und oben angreifen. Das geht gar nicht anders.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Der HSV muss in der Rückrunde noch einen Schritt nach vorne machen, ein weiteres Jahr ohne internationales Geschäft wäre den Fans in der Hansestadt kaum vermittelbar. Die Hamburger retten sich ganz knapp in die Europa League.

Hannover 96:

Hannover überwinterte trotz der 1:3-Niederlage in Nürnberg auf Platz vier. Den würden die Niedersachsen gerne verteidigen, doch die Mannschaft von Mirko Slomka hat in der Hinrunde schon am Limit gespielt.

Hinzu kommt die frappierende Abhängigkeit von Torjäger Didier Ya Konan (9 Tore, 4 Vorlagen). Ohne den Ivorer haben die 96er nicht einen einzigen Punkt geholt. Immerhin meldete er sich nach seiner Knie-OP im Dezember für den Rückrundenauftakt in Frankfurt fit.

Mike Hanke, als Edel-Joker in der Hinrunde drei Mal erfolgreich, wurde an Mönchengladbach abgegeben. 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Hannover wird sich nicht bis zum Saisonende unter den ersten fünf halten können. Die Slomka-Elf darf sich am Ende trotzdem über eine herausragende Saison und einen Platz unter den ersten zehn freuen.

SC Freiburg:

Angeführt von Torjäger Papiss Demba Cisse hat sich der SC Freiburg auf Platz sechs festgebissen.

Der Senegalese erzielte 13 der 25 Freiburger Treffer in der Hinrunde, kein Wunder, dass Trainer Robin Dutt einen Verkauf des Juwels im Winter kategorisch ausschloss.

Daran tut der Freiburger Coach auch gut, schließlich haben außer Cisse ganze vier Profis in der Hinserie ins gegnerische Tor getroffen. Mit Stefan Reisinger fällt einer dieser Spieler wegen eines Unterkieferbruchs nun auch noch aus.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Freiburg hat mit den Plätzen eins bis fünf am Saisonende nichts mehr zu tun. Das Saisonziel Klassenerhalt dürfen die Breisgauer dafür schon sehr früh begießen ? und dann entspannt für ein weiteres Jahr Bundesliga planen.

Eintracht Frankfurt:

Das 1:0 gegen Dortmund beschloss die beste Frankfurter Bundesliga-Hinrunde seit 17 Jahren.

Kein Wunder, dass Trainer Michael Skibbe kurz vor der Vertragsverlängerung steht - und angriffslustig ist. "Bei optimalem Saisonverlauf hoffe ich, dass wir ein, zwei Mannschaften einholen können. Und die, die hinter uns sind, auch hinter uns bleiben", sagt der Coach im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Im Trainingslager gewann die Eintracht den Antalya-Cup, allerdings muss sie zu Rückrundenbeginn auf Verteidiger Aleksandar Vasoski (Muskelbündelrisses im Oberschenkel) verzichten).

Das sagt Huub Stevens: Frankfurt, Freiburg und Hannover werden den Druck von Schalke und Hamburg spüren. Diese drei Teams haben in der Hinrunde weit über ihren Möglichkeiten gespielt.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Der Eintracht ist mit Top-Torjäger Theofanis Gekas in ihren Reihen auch in der Rückrunde viel zuzutrauen, vor allem wenn sie den Start besser erwischt als in der Hinserie (fünf Niederlagen). Die Frankfurter werden sich bis zuletzt mit dem HSV um Platz fünf streiten.

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