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Bayer (r., Arturo Vidal) fügte dem BVB die bisher einzige Heimniederlage der Saison zu © getty

Borussia Dortmund will in Leverkusen Revanche für die Hinspiel-Pleite nehmen. Bayer-Coach Heynckes kann aus dem Vollen schöpfen.

Leverkusen - Dortmunder Durchmarsch zum siebten Titel oder doch der Startschuss zur großen Aufholjagd der Konkurrenz?

Wenn die Bundesliga am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) nach nur 26 Tagen Winterpause in die Rückrunde startet, wartet auf den so souveränen Herbstmeister Borussia Dortmund gleich im Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen der große Meister-TÜV.

Der Auftakt in der BayArena entscheidet wohl über Spannung oder Langeweile im Titelrennen.

Heynckes will BVB alles abverlangen

"Die ganze Bundesliga schaut auf uns. Wir wollen versuchen, dem BVB alles abzuverlangen und das Spiel zu gewinnen. Das wird ein Fight auf des Messers Schneide", sagt Bayer-Sportchef Rudi Völler.

Gleichwohl lässt es sich der frühere DFB-Teamchef aber nicht nehmen, den mit zehn Punkten Vorsprung enteilten Dortmundern vorzeitig zum Titel zu gratulieren. (DATENCENTER: Bundesliga)

Klopp meidet M-Wort

Psychospielchen, die BVB-Trainer Jürgen Klopp zumindest nach außen hin kalt lassen.

"Am 18. Spieltag wird noch keine Entscheidung über den Saisonausgang fallen. Die ganzen Hochrechnungen interessieren mich nicht", sagt Klopp.

Seine Mannschaft habe gezeigt, dass sie mit Druck umzugehen weiß. "Ich sehe keine Anzeichen, dass es irgendwie schiefgehen könnte", ergänzt der Coach, der das Wort Meisterschaft aber weiterhin nicht in den Mund nehmen will.

Eine derartige Situation, dass eine junge Mannschaft soweit der Konkurrenz voraus ist, habe es in der Bundesliga-Geschichte noch nie gegeben. Also könne man, so Klopp, auch auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen.

Heynckes glaubt an BVB-Schwächephase

Am ehesten könnte Klopp bei seinem Gegenüber Jupp Heynckes nachfragen. Der 65-Jährige war im vergangenen Jahr mit Leverkusen als Herbstmeister in die Rückrunde gegangen, wurde dann aber noch bis auf den vierten Platz durchgereicht.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Das Leben gleicht einer Achterbahn. Auch der BVB wird seine Schwächephase bekommen", prophezeit Heynckes. Dann komme es aber darauf an, ob die Verfolger ihr Niveau halten und davon profitieren können.

Vom Titel will in Leverkusen freilich keiner reden. "Wir tun gut daran, erst einmal unseren Platz zu verteidigen. Unser dritter Platz ist eher in Gefahr, als dass wir die Chance haben, oben anzugreifen", ergänzt Völler und verweist auf Meister Bayern München, der den Rheinländern im Nacken sitzt.

Ballack vorerst auf der Bank

Trotzdem dürfen die Leverkusener zuversichtlich sein. Erstmals in dieser Saison hat Heynckes all seine Stars zur Verfügung und damit die Qual der Wahl.

So muss sogar Michael Ballack trotz aller Extraschichten in der Winterpause mit der Rolle des Edeljokers Vorlieb nehmen.

Ein Kurzeinsatz sei für den Nationalmannschaftskapitän aber durchaus drin, wie Heynckes durchblicken ließ: "Auch wenn man nicht hundertprozentig fit ist, kann man über die emotionale Ebene immer noch eine Topleistung abrufen."

Vidal-Einsatz auf der Kippe

Auch Arturo Vidal, der wegen seines kranken Sohnes erst verspätet ins Training eingestiegen war, wird zum Einsatz kommen.

Klopp wäre es recht gewesen, wenn Vidal gefehlt hätte: "Vidal hat nicht nur gegen uns im Hinspiel den Unterschied ausgemacht." Beim 0:2 zum Saisonauftakt war der WM-Teilnehmer der überragende Mann auf dem Platz.

Bringt Klopp Zidan für Kagawa?

Notgedrungen umbauen muss aber auch der BVB-Coach. Der in der Hinrunde überragende Japaner Shinji Kagawa wird voraussichtlich noch bis Ende Januar beim Asien-Cup im Einsatz sein.

Für den achtmaligen Torschützen könnte Mohamed Zidan (Klopp: "Wenn er zum Einsatz kommt, werden wir den besten Mohamed Zidan sehen, der derzeit möglich ist.") in die Startelf rücken. Nicht optimal lief es auch für Torjäger Lucas Barrios in der Winterpause, der Infekt ist aber inzwischen auskuriert.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Reinartz, Castro - Vidal (Lars Bender), Rolfes - Renato Augusto, Sam - Helmes, Kießling.

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Sahin - Blaszczykowski, Zidan (Götze), Großkreutz - Barrios (Lewandowski).

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)

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