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Dortmunds Sven Bender (l.) setzt sich gegen Bayerns Bastian Schweinsteiger durch © imago

In Teil drei des SPORT1-Rückrunden-Checks glaubt Huub Stevens an ein Bayern-Comeback. Der BVB werde es schwer haben.

Von Tobias Hlusiak und Daniel Rathjen

München - Bei zehn Punkten Vorsprung sollte der Meisterschaftskampf eigentlich zu Gunsten Dortmunds entschieden sein. Eigentlich!

Im ersten Rückrundenspiel kommt es zum Gipfeltreffen zwischen dem BVB und dem Tabellendritten aus Leverkusen (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

"Dortmund kommt nicht ungeschoren davon", ist sich Bayers Trainer Jupp Heynckes sicher. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Außer den beiden machen sich Überraschungsmannschaft Mainz 05 und der FC Bayern München Hoffnungen auf die Schale. Letzteren wäre im Spitzenspiel wohl ein Unentschieden am liebsten. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Nerlinger hofft auf BVB-Fehler

Die Bayern haben vor ihrem Rückrundenauftakt gegen Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) den Titel noch lange nicht abgeschrieben.

"Der Glaube an die Meisterschaft ist da", gibt Trainer Louis van Gaal Einblick. Auch Sportdirektor Christian Nerlinger hofft auf Ausrutscher seines Ex-Klubs: "Ich habe nie die Deutsche Meisterschaft ausgeschlossen, wenn ich gesagt habe, dass wir uns auf Platz zwei konzentrieren müssen."

Im vierten Teil des Rückrunden-Checks der 18 Bundesligisten beurteilt SPORT1, ob Dortmund den Champagner bereits kaltstellen kann. Experte Huub Stevens hat dazu eine starke Meinung. Auch Leverkusen und Mainz stehen auf dem Prüfstand.

Borussia Dortmund:

Die Borussia fegte in der Hinrunde durch die Liga. Nur am ersten und letzten Spieltag musste sich der BVB geschlagen geben. Dazwischen konnten Dortmunds Fans 14 Siege und ein Unentschieden bejubeln.

Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten beträgt beachtliche zehn Punkte.

Angeführt wurde die junge BVB-Mannschaft von Schnäppchen Shinji Kagawa (acht Tore), der wegen des Asien-Cups die ersten Spiele der Rückserie verpassen wird, und Regisseur Nuri Sahin.

Der Ausfall des Japaners soll intern aufgefangen werden. Mario Götze und der wiedergenesene Mohamed Zidan stehen als Alternativen bereit.

Im Test gegen den FC Basel (4:0) ließ der BVB bereits durchblicken, warum man im ersten Halbjahr das Maß aller Bundesliga-Dinge war.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Unter normalen Umständen lässt sich der BVB den Vorsprung nicht mehr nehmen und fährt den siebten Meistertitel ein. Der Schlüssel sind die ersten Spiele, deren Abschluss das direkte Duell gegen Bayern München bildet. Können Klopps Jungs ihren Vorsprung bis dahin bei mindestens fünf Punkten halten, sollte der Titel vergeben sein.

Das sagt Huub Stevens: Logisch, der Vorsprung des BVB ist groß. Trotzdem werden die Dortmunder bestimmt noch straucheln. Die Höhenluft ist dünn.

[kaltura id="0_ffat6via" class="full_size" title="Das sagen die Experten"]

Bayern München:

Platz fünf mit 14 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Dortmund - nüchtern betrachtet war die Hinrunde des Rekordmeisters eine Katastrophe.

In den letzten Spielen kamen die Münchner aber ins Rollen. Besonders Mario Gomez drückte der Hinrunde mit zwölf Toren seinen Stempel auf.

Der unberechenbare van Gaal überrascht die Öffentlichkeit zum Start der Rückrunde mit einem Torwartwechsel: Thomas Kraft statt Jörg Butt.

Neu an der Isar ist auch der ehemalige Hoffenheimer Luiz Gustavo, der für 15 Millionen Euro verpflichtet wurde. Der Brasilianer ist zunächst als linker Außenverteidiger vorgesehen.

Franck Ribery feierte bereits vor der Winterpause sein Comeback. Nun scharrt auch Flügelflitzer Arjen Robben mit den Hufen. Martin Demichelis hat den Klub in Richtung Malaga verlassen, David Alaba wurde nach Hoffenheim verliehen.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Mit den Bayern ist zu rechnen. Robben, Ribery und Gustavo verstärken den Kader. Sollte der Start gelingen, ist ein Angriff auf den Meistertitel drin. Allerdings dürfen sich die Münchner so gut wie keinen Ausrutscher mehr leisten. Realistisch betrachtet geht es für die Bayern in der Rückrunde wohl um Platz zwei.

Das sagt Huub Stevens: Sie können sagen, was sie wollen: Für mich ist der FC Bayern ganz klar erster Meisterschaftskandidat! Luiz Gustavo ist eine Verstärkung und wenn der Start gelingt, wird der Druck auf Dortmund immens. Diverse Unruhen im Umfeld werden die Münchner nicht stören. Sie brauchen diese gewisse Spannung, um die Konzentration hochzuhalten.

Bayer 04 Leverkusen:

Durch das 2:2 im letzten Vorrundenspiel gegen Freiburg verpasste es die Heynckes-Elf, den Vorsprung Dortmunds auf acht Zähler zu reduzieren. Trotzdem war Bayers Hinrunde ein Erfolg - Platz drei ist eine solide Basis. Herausragend dabei: Arturo Vidal.

Der Chilene mauserte sich zum unumstrittenen Anführer in Leverkusen und zeichnete für acht Treffer und sechs Assists verantwortlich.

Nun sind auch die Langzeitverletzten deutschen Nationalspieler Stefan Kießling und Michael Ballack wieder fit und drängen in die Startelf.

Hauptaufgabe für den erfahrenen Cheftrainer wird sein, das funktionierende Gefüge aufrecht zu erhalten. Besonders im Mittelfeld drohen Härtefälle.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Das erste Spiel hat richtungweisenden Charakter. Schlägt Bayer den BVB kann sich die Werkself berechtigte Titelhoffnungen machen. Auch im Falle eines Fehlstarts ist das Team aber qualitativ und mental stark genug, um mindestens den dritten Platz zu erreichen.

FSV Mainz 05:

Die Mainzer setzten in der Hinrunde stets alles auf eine Karte. In 17 Spielen gab es kein Unentschieden, dafür aber elf Siege. Sieben davon in Serie zum Saisonstart.

Die Bilanz der letzten zehn Partien vor der Winterpause ist indes negativ. Mit dem 4:2 am Millerntor in Hamburg verabschiedete sich der Tabellenzweite jedoch selbstbewusst in die fußballose Zeit.

Personelles Nachrüsten hielten die Verantwortlichen - mit Blick auf den ausgeglichenen, homogenen Kader - nicht für nötig. Ohnehin gibt es, bis auf den etatmäßigen Stamminnenverteidiger Bo Svensson, keine Verletzten zu beklagen.

Mit Haruna Babangida und Felix Borja haben bisher ausschließlich Reservisten den Verein verlassen. Für die ebenso perspektivlosen Jan Simak und Morten Rasmussen fand sich bisher kein Abnehmer 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Bei einem Blitzturnier am Bruchweg wirkte das Team allerdings müde und kam gegen Zweitligist Paderborn sowie Drittligist Wehen-Wiesbaden jeweils nur zu einem mühsamen 0:0.

Das sagt die SPORT1-Redaktion: Die Mainzer überwintern nicht umsonst auf einem Champions-League-Platz. Allerdings wird es für die "Boygroup" schwer, den zweiten Rang auch nach 34 Spieltagen zu belegen. Sollten sich die Tuchel-Jungs ihre Frische und Unbekümmertheit bewahren, ist das internationale Geschäft aber durchaus im Bereich des möglichen.

Das sagt Huub Stevens: Leverkusen spielt eher eine Nebenrolle bei der Titelvergabe, und Mainz ist schon am Ende der Hinrunde auf den Teppich zurückgeholt worden. Für den Verein wäre allein die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb ein Riesenerfolg.

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