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Breno (r.) spielte in der letzten Saison auf Leihbasis für den 1. FC Nürnberg © imago

Die Münchner gehen in der Abwehr ein Riskio ein. Lahm gibt sich zuversichtlich. Hitzfeld würde mit van Bommel verlängern.

Von Mathias Frohnapfel

München - Das Szenario ist aus Sicht des FC Bayern fatal:

Das neuformierte Innenverteidiger-Duo aus Holger Badstuber und Breno patzt beim ersten großen gemeinsamen Auftritt.

Die andere Variante: Der neue Torhüter Thomas Kraft greift bei seinem Liga-Debüt in Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) daneben.

Oder die Koordination zwischen Jungspund Kraft und dem zentralen Gespann vor ihm funktioniert nicht. Könnte alles passieren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Denn Louis van Gaal hat in der Winterpause am Herzstück der Abwehr operiert, Ausgang ungewiss.

Der Trainer will von Zweifel an seiner Jünglings-Defensive aber nichts wissen. Und Fragen dazu sind aus seiner Sicht "Quatsch".

"Ich bin schon mit 19-Jährigen Meister geworden. Die Frage ist nur, ob sie es können oder nicht und bei Bayern München können sie es."

Philipp Lahm sieht es genauso. Mit 27 Jahren ist er plötzlich ein alter Herr im Münchner Kinderriegel und wehrt jede Zweifel an der Standfestigkeit der neuen Defensive ab.

"Die Frage ist nicht, ob einer alt oder jung ist", erklärt Lahm, "sondern, wie die Qualität ist und wie er zum Team passt." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Die Erfahrung fehlt

Dass die neue Defensivachse Kraft-Badstuber-Breno vom WM-Fahrer Badstuber abgesehen nur geringe Erfahrungswerte aufweist, beunruhigt ihn nicht.

[kaltura id="0_lc3755ou" class="full_size" title="Kraft Mutige Entscheidung "]

"Sie sind alles gute Spieler, das darf man nicht vergessen. Ich bin mir sicher, dass alle ihre Leistungen bringen werden, auch wenn es natürlich keine Garantie dafür gibt."

Dabei ist sich auch Lahm der Gefahr bewusst, dass die einzelnen Teile des Defensiverbunds noch nicht so aufeinander abgestimmt sein können wie nach Dutzenden gemeinsam geschlagener Schlachten.

Andererseits sei es ja nichts so, dass die Bayern unter der Woche die Füße hochlegten. "Tagtäglich" werde trainiert und dabei eben auch die Abläufe einstudiert.

Lahm versteht Entscheidung

Auch deshalb Lahm hat volles Vertrauen in Kraft, der in dieser Saison bereits zweimal in der Champions League für den FCB spielte.

"Thomas hat es verdient durch seine Trainingsleistungen, er ist nicht erst seit gestern dabei", meint der Nationalspieler, der von allzu viel Vorschlusslorbeeren aber absieht.

"Entscheidend ist, was im Spiel passiert, das wird man dann erst sehen." Zumindest hat laut Lahm der ausgebootete Jörg Butt seine Degradierung gefasst aufgenommen.

Allerdings sei es für die vorherige Nummer 1 "keine einfache Situation, aber es ist sehr gut, wie er damit umgeht. Er hat für den FC Bayern sehr viel geleistet."

Hitzfeld setzt sich für van Bommel ein

In diese Kategorie zählt gewiss auch Mark van Bommel.

Die Zukunft des defensiven Mittelfeldspielers ist weiterhin offen, selbst ein Wechsel noch im Fenster des Wintermarktes möglich.

Doch nach Meinung von Ottmar Hitzfeld ist van Bommel im Moment in München unverzichtbar.

"Mark ist ein absoluter Leader - auf und neben dem Platz. Er kann die Mannschaft wachrütteln, in der Situation, in der die Bayern eine Serie starten und kämpfen müssen, ist Mark van Bommel die ideale Person", sagte Hitzfeld gegenüber SPORT1.

Gomez einsatzfähig

Und der Ex-Bayern-Coach lässt leichtes Unverständnis dazu anklingen, dass van Bommel von den Klub-Oberen wohl kein neuer Kontrakt angeboten wird.

"Ich habe gesagt, dass ich es gern gesehen hätte, wenn er bei Bayern verlängert hätte."

Hitzfeld taufte seinen einstigen Lieblingsschüler einst "Aggressivleader", sieht ihn auch für die Kompaktheit des Rekordmeisters als sehr wichtig an.

Bayern brauche solch einen Spieler in einen Team, "in dem man sehr viele Techniker hat."

In Wolfsburg wird van Bommel auf jeden Fall mit dabei sein.

Ohnehin können die Bayern auch dank des wiedergenesen Mario Gomez sowie Rückkehrer Arjen Robben (vermutlich als Joker) nahezu auf ihre Bestbesetzung zurückgreifen, der Ausgang des Abwehrexperiments bleibt indes ungewiss.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Wolfsburg: Benaglio - Riether, Kjaer, A. Friedrich, M. Schäfer - Josue, Cicero - Dejagah, Diego, Mandzukic ? Grafite

Bayern: Kraft - Lahm, Breno, Badstuber, Pranjic - van Bommel, Tymoshchuk - T. Müller, Schweinsteiger, Ribery - Gomez

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